BLOG
12/08/2015 12:09 CEST | Aktualisiert 12/08/2016 07:12 CEST

Verschenke dein Wissen, es ist Nichts Wert!

Thinkstock

Aber ich möchte mit meinem Wissen Geld verdienen! Wir leben in einer Wissensgesellschaft. Wissen ist Macht, heißt es immer. Und jetzt behaupte ich, dass dein Wissen nichts wert ist?

Lass mich dir erklären, wie ich das meine:

Woher bekomme ich mein Wissen?

Was machst du, wenn du etwas wissen möchtest?

  • Fragst du jemanden?
  • Liest du in einem Buch nach?
  • Googlest du es?
  • Schaust du in Datenbanken nach?
  • Stellst du die Frage in einem Forum?

Was auch immer dein bevorzugter Weg ist, du hast fast immer mehrere Alternativen. Wenn du möchtest, findest du fast alles an Wissen, was es gibt und das in den meisten Fällen sogar kostenlos!

Das ist das, was ich so provokant meinte mit:

Dein Wissen ist nichts wert!

Nichts wert im Sinne von: Kaum jemand ist noch bereit, für Wissen Geld zu bezahlen, außer mal für ein Buch. Eben weil es auf so vielen Wegen kostenlos zur Verfügung steht.

Ausnahmen gibt es auch. Wenn es beispielsweise um Spezialwissen geht, das nicht kostenlos verfügbar ist. Oder wenn es um umfangreiches Wissen geht, welches nirgendwo in kompakter oder zusammengefasster Form zur Verfügung steht.

Wie ist es mit deinem Wissen?

Wie einfach ist es an das Wissen zu kommen?

In den meisten Fällen wahrscheinlich eher einfach. Nicht in der gesamten Vollständigkeit auf einmal, aber das wird auch in den seltensten Fällen notwendig sein.

So, jetzt nähern wir uns nochmal der Überschrift: Verschenke dein Wissen, es ist nichts wert! Weißt du jetzt, worauf ich hinaus möchte?

Genau! Was auch immer dein Thema ist, in dem du der Experte bist: Mediation, Seminare, Marketing, Netzwerken, Management, Reisen, Hunde, ... Sei großzügig mit deinem Wissen. Gib es frei heraus!

Teile dein Wissen mit anderen. In deinen Blogbeiträgen, in kostenlosen Webinaren, auf deiner Website, in einem E-Book, dass du kostenlos anbietest, was auch immer.

Ja aber, ich möchte doch mit meinem Wissen Geld verdienen. Da kann ich das doch nicht einfach so verschenken!? Doch kannst du. Solltest du sogar.

Wie schon geschrieben, sofern es nicht absolutes Spezialwissen ist, wird (fast) niemand dafür bezahlen wollen. Nicht für dein Wissen. Sondern für etwas anderes.

Wofür bezahlen meine Kunden?

Für was, fragst du dich? Für das, was danach kommt! Für das Know-how, also das Wissen-wie. Was kann ich mit dem Wissen anfangen? Wie geht das? Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Die Anwendung deines Wissens.

Nur das Wissen alleine hilft den Wenigsten weiter. Und wenn doch? Dann ist es super. :-) Dann werden diejenigen anderen von deinem Expertenwissen erzählen und wie es ihnen weitergeholfen hat. Völlig kostenlos! Eine bessere Werbung kannst du dir nicht wünschen! Von denen, die auf solche Empfehlungen hin zu dir kommen, wird es wieder der größte Teil sein, dem das Wissen alleine nicht ausreichen wird.

Durch das Wissen, dass du kostenlos an deine Kunden (ja, es sind da noch keine Kunden, ich weiß ;-) ) verteilst, kannst du Vertrauen aufbauen. Du gehst in Vorleistung und beweist ihnen dein Fachwissen. Wenn es dann in der Folge darum geht, dass die (noch nicht) Kunden mehr wollen, dann werden sie zuerst bei denen danach suchen, denen sie vertrauen. Bei dir!

Diese (immer noch nicht) Kunden „kennen dich". Sie kennen deine Art, sie wissen, wie du „tickst" und sie wissen, was du zu bieten hast. Bei ihnen musst du nicht lange Akquisegespräche führen. Mit ihnen wirst du nicht in Preisverhandlungen gehen müssen. Sie kennen und schätzen dich. Weil du ihr Vertrauen gewonnen hast und sie dir die Kompetenz zutrauen. Du hast schon gezeigt, was du kannst, zumindest eine Kostprobe davon. Dadurch können sie den Wert deiner Arbeit viel besser einschätzen.

Deswegen: Sei großzügig mit deinem Wissen. Verschenke es. Sieh es als Investition in die Zukunft an. Liefere deinen Kunden echten Mehrwert. Ein besseres Alleinstellungsmerkmal kannst du dir kaum erarbeiten.

Und: Wenn deine kostenlose Beiträge schon so wertvoll für mich sind, wie viel weiter bringen mich dann deine kostenpflichtigen Angebote?

Ja, das Wissen gehört dazu. Zu dem Gesamtpaket. Aber es ist nicht das, wofür dich deine Kunden in der Regel bezahlen.

Aber wo ist dann die Grenze? Die kann für jeden etwas anders liegen. Du kannst sie zum Beispiel so ziehen:

WAS?

Dazu zählen Information und Wissen. Das gibt es kostenlos, z.B. in den Blogartikeln, im Freebie, in Posts.

WIE?

Know-how, Anleitungen oder Tutorials gibt es grob kostenlos, z.B. in Webinaren und ab und zu in Blogartikeln, ansonsten kann hier die Grenze liegen. Alles, was tiefer und mehr ins Detail geht oder wo es um Gesamtanwendungen geht, wird nicht mehr kostenlos angeboten.

INDIVIDUELLE ANWENDUNG

Zum Beispiel dein eigenes Online-Training entwickeln, gibt es kostenpflichtig in Kursen oder im 1:1 Coaching.

Seit ich mit meinem Blog online bin und sehr großzügig mit meinem Wissen umgehe, merke ich zum einen, dass plötzlich bei Kundenanfragen keine Preisverhandlungen mehr kommen. Es ist nicht nur so, dass die Kunden mich schon „kennen", es ist auch für mich so, dass ich nicht mehr viel erklären oder „beweisen" muss, da alles offen vorliegt. Jeder kann es sehen, lesen und sich ein Bild machen.

Nicht nur, dass das Bloggen unheimlich Spaß macht und ich noch nie Schwierigkeiten damit hatte, mein Wissen zu verschenken, sehe ich es auch als die beste Marketing-Investition an. Anstatt jede Woche einen neuen Flyer oder ein Plakat zu drucken, gibt es den nächsten Artikel. :-)

Wie ist das bei dir? Probier es aus.

Viel Spaß und Erfolg dabei!

Lesenswert:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite