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28/01/2016 07:03 CET | Aktualisiert 28/01/2017 06:12 CET

Selbstmarketing im Job: Wie Frauen Erfolgsgeschichten schreiben

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Foto: Pixabay

Wer bekommt die Beförderung?

„Männer sind wie Taschenlampen - sie blenden, ohne viel Licht zu verbreiten." Helen Vita, die großartige Chansonette, Schauspielerin und Kabarettistin, war eine kluge Frau. Natürlich wäre es unfair, alle Männer über einen Kamm zu scheren. Schließlich sind viele von ihnen tatsächlich Lichtgestalten.

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Was Männer aber sicher auszeichnet, ist, dass sie ihr Glimmen und Gleißen nicht unter den Scheffel stellen und ganz gerne etwas als gekonnt bezeichnen, das erst noch gelernt sein will. Zugegebenermaßen klappt das ja auch oft. Mensch und Mann wachsen an ihren Aufgaben. Dennoch fragt sich: Wer soll eine Beförderung bekommen, wenn SIE es schon kann und ER immerhin schon davon gehört hat?

Logisch: Die Bessere möge gewinnen. Dummerweise genügt es nicht, wenn sie allein weiß, was sie draufhat, wenn eine Testosteron-Taschenlampe in ihrem Umfeld mal wieder Supernova spielt. Da heißt es, selbst Strahlkraft verbreiten und gezielt Werbung in eigener Sache machen. Aber genau da tun Frauen sich oft schwer.

„Ich kann doch nicht so auf die Pauke hauen." „Der Chef wird schon wissen, was er an mir hat." „Vielleicht ist er (gemeint ist die Supernova-Attrappe) tatsächlich besser als ich..." Diese oder ähnliche Glaubenssätze kommen einem oft zu Ohren, wenn es um das Selbstmarketing von Frauen im Beruf geht.

Der gute Geist als rechte Hand

Bei dieser Herausforderung stehen viele Frauen sich unverschuldet selbst im Weg. Sie sind dazu erzogen, im Hintergrund zu agieren, Unterstützung für andere zu leisten, zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass es allen in ihrem Umfeld gut geht. Frauen sind gern der gute Geist im Unternehmen und lassen sich dafür gespenstisch schlecht bezahlen.

Während Männer ihre Drachentöter-Legenden zum Besten geben, treffen sich Frauen zum Problem-Plausch und wollen mehr als heiße Luft bewegen. Sie machen die Arbeit und Männer Karriere. Während Frauen pflichtbewusst von Aufgabe zu Aufgabe hasten, schärfen Männer erfolgswirksam ihr Profil.

Die Tage allerdings, in denen es studierten Spitzenfrauen genügte, die rechte Hand vom Chef oder neudeutsch die „Assistentin der Geschäftsleitung" zu sein, sollten 2016 der Vergangenheit angehören. Frauen müssen lernen, ihre Erfolge gebührend zu feiern. „Tu Gutes und rede darüber!" heißt die Devise, wenn sie nach oben wollen.

Denn Männer tun das auch. Und ob es wahr ist oder nicht: Sie signalisieren damit ein wichtiges Führungsattribut, das von den Vorgesetzen hochgeschätzt wird, nämlich Selbstvertrauen.

Erfolg ganz ohne UGA-UGA

Doch auch, wenn es zu Anfang Überwindung kostet, lautet die gute Nachricht: Um wahrgenommen und im Karriererennen zu sein, muss sie sich nicht UGA-UGA-mäßig auf die Brust trommeln und Business-Latein spinnen.

Selbstmarketing funktioniert ganz hervorragend auch ohne wilde Schaumschlägerei und unangenehme Selbstbeweihräucherung. Alles, was dafür benötigt wird, ist ein guter Plan und der feste Wille, ihre Absichten auch in die Tat umzusetzen.

Und so wird es in sieben Schritten gemacht:

  • Überlegen Sie sich genau: Wo sind meine Stärken? Welche Ziele habe ich? Was kann ich besonders gut? Was habe ich, was er nicht hat? Daraus ergeben sich die Botschaften, die Sie in Zukunft gezielt streuen werden.
  • Flechten Sie unaufdringlich, aber bestimmt in jedes Gespräch ein, über welche Kompetenzen Sie verfügen und welche Erfolge Sie bereits erzielt haben. Nutzen Sie unbedingt die Gelegenheit, wenn Ihr Chef Sie fragt, wie es denn bei Ihnen läuft.
  • Seien Sie stolz auf Ihre Leistungen und zeigen Ihre Freude und Begeisterung für die Arbeit auch nach außen. Erzählen Sie den Kollegen und Kolleginnen ruhig: Ich habe es geschafft, diesen großen Kunden für uns zu gewinnen. Ich bin total happy!
  • Lernen Sie ganz offen zu sagen: Ja! Ich möchte diese Aufgabe übernehmen. Ja! Ich bin die richtige für dieses Projekt! Männer können das und wie wir wissen, fahren sie damit sehr gut.

    Und wenn Sie jemand fragt, ob Sie einen Job machen wollen, dann verzichten Sie auf ein zweifelndes: „Trauen Sie mir das denn auch wirklich zu?" Oder: „Wie kommen Sie denn ausgerechnet auf mich?". Befördert wird nur, wer fest daran glaubt, dass sie es auch verdient hat.

  • Knüpfen Sie ein Netzwerk an Kontakten und streuen Sie auch hier gezielt Informationen über Ihr Können und Ihre Ziele. Das ist gut fürs Image, aber auch die Basis für viele nützliche Synergie-Effekte. Denn nur wenn die anderen wissen, was Sie vorhaben, können sie Sie auch unterstützen.
  • Suchen Sie sich Selbstmarketing-Talente als Vorbilder. Lernen Sie von ihrem Chef, wenn er auf einer Firmenveranstaltung unterhaltsam von seinen Erfahrungen berichtet oder seinem Vorgesetzten die positiven Zwischenergebnisse eines Großprojekts präsentiert.
  • Ganz wichtig: Auch, wenn Sie trotzdem noch mal von einer scheinbaren Taschenlampe in den Schatten gestellt werden, bleiben Sie am Ball. Schauen Sie hin. Nicht jedes schöne Scheinen ist nur schöner Schein.

    Vielleicht hatte Ihr Mitbewerber Ihnen tatsächlich noch etwas voraus. Arbeiten Sie weiter an sich und seien Sie eine Prinzessin, die es sportlich nimmt: Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weiterklettern auf der Erfolgsleiter. Karriereprinzen im Wams und Pluderhose machen das auch.

Sigrid Meuselbach ist die Autorin von Weck die Chefin in dir!

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