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11/12/2015 04:41 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

Was gibt es eigentlich noch auszusetzen?

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Mein Wahlkreis, der flächenmäßig zweitgrößte in Deutschland, liegt aus räumlicher Sicht zwar verhältnismäßig nah an unserer Bundeshauptstadt - im Nordwesten Brandenburgs, aber ob diese Nähe auch für unsere Politik gilt?

Wirtschaftlich bleibt meine Region, die ausschließlich aus dem ländlichen Raum besteht, trotz des demografischen Wandels seit Jahren relativ stabil. Der Bevölkerungsrückgang, der scheinbar nicht aufzuhalten ist, hat sich aufgrund der hervorragenden gesamtwirtschaftlichen Lage noch nicht nennenswert ausgewirkt.

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Unternehmen suchen Fachkräfte (finden sie leider nur oft nicht). Die Arbeitslosenzahl ist gesunken. Optisch kann sich auch niemand über unsere Kommunen beschweren, in Sachen Städtebau wurde jede Menge investiert. Wenn man dies so liest und hört, kann man sich natürlich fragen, was es eigentlich noch auszusetzen gibt?

Da gibt es viele Themen, die man hier nennen kann. Exemplarisch seien dafür natürlich zunächst die aktuelle Entwicklung der Flüchtlingskrise sowie die Konsequenzen der weltweiten Terrorbedrohung genannt. Die Ausuferung der Windkraftbebauung - ohne Abstandsbegrenzung (die unsere Landesregierung strikt verweigert) -, die schleppende Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und ganz aktuell eine geplante undurchdachte und überflüssige Kreisgebietsreform.

Wirtschaftliches Geschehen hängt von Bundespolitik ab


Nichtsdestotrotz hängt das wirtschaftliche Geschehen natürlich nicht zuletzt auch von der Bundespolitik ab. Die klassische Frage, ob die Rente in Zukunft noch sicher sei und wenn ja, wie hoch diese ausfallen wird, stellt sich - glaube ich - vielerorts, so auch bei uns.

Die Sorge, wie lange der eigene Arbeitsplatz noch sicher sei, ist sicherlich auch nicht irrelevant, wenn auch aufgrund der mittlerweile guten Lage bei einigen etwas in den Hintergrund geraten. Was uns am meisten treffen wird und wofür wir in der Peripherie Antworten finden müssen, ist die Frage des demografischen Wandels.

Brandenburg und hier insbesondere die berlinfernen Regionen werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich an Einwohnern verlieren. Dies bedeutet für die Kommunen weniger Einnahmen, weniger gesellschaftliches Leben und dadurch eine Verringerung der Lebensqualität bei womöglich relativ gleichbleibenden Kosten.

Auch für die Unternehmen werden solche Flecken aufgrund des Mangels an Arbeitskräften und sonstigen Standortvorteilen langfristig nicht mehr attraktiv sein. Deshalb ist die Demografieentwicklung unser schärfster Gegner, den wir zu bekämpfen haben. Dies kann aber nicht nur allein der Bund meistern, sondern vor allem auch die Länder und unsere Kommunen.

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