BLOG
07/12/2015 03:51 CET | Aktualisiert 07/12/2016 06:12 CET

Die Huffington Post löst die Redaktion auf - und geht auf Tour

Justin Case via Getty Images

2015-12-08-1449555156-597177-ontour.jpg

Es ist 7.30 Uhr. Normalerweise herrscht um diese Zeit schon reger Betrieb in der Redaktion. Die Themenverantwortlichen diskutieren ihr Programm für die Konferenz, die Videokollegen haben die Seite schon mit frischen Videos bestückt und das Blogteam stellt die spannendsten Gastbeiträge auf die Seite.

Doch heute sind die meisten Monitore dunkel, kaum einer ist da. Der Grund:

Wir haben die Redaktion aufgelöst.

Warum? Das gesamte Jahr lang ging es vor allem um die Flüchtlingskrise, den Konflikt mit Russland und die zunehmende Angst vor dem islamistischen Terror. Wir haben die meiste Zeit auf die Politik nach Berlin geblickt, nach Syrien, nach Moskau und nach Paris.

Wie aber geht es Ende dieses Jahres den Menschen in unserem Land? Wie blicken Familien, Lehrer, Erzieher, Studenten, Arbeitslose und all die anderen Menschen in die Zukunft? Wie verändert sich das Leben derer, über die wir sonst nicht sprechen?

2015-12-07-1449474757-490876-IMG_2118.JPG

Das wollen wir herausfinden. Deshalb sind für eine Woche alle Redakteure, Volontäre und Praktikanten als Reporter in ganz Deutschland unterwegs. Unter anderem reisen wir nach Schleswig-Holstein, an die Grenze zwischen Sachsen und Tschechien, nach Hamburg - und zu den gerade viel diskutierten Grenzübergängen nach Österreich.

Das ist eine einmalige Aktion. Schon öfter haben wir Reporter quer durch unser Land und durch Europa geschickt. Nach Griechenland zum Beispiel, als das Land zu kollabieren drohte, an die serbische Grenze, als sich dort im Spätsommer die Flüchtlinge stauten oder nach Berlin, wenn dort wichtige politische Entscheidungen anstehen. Doch nie zuvor war die gesamte Redaktion unterwegs.

Wir führen Interviews mit Familien, bei denen das Geld selbst für alltägliche Dinge nicht reicht; wir drehen Videos an Deutschlands meistdiskutiertem Grenzübergang; wir sprechen mit Psychologen darüber, was die Deutschen belastet; wir begleiten Jugendliche, die auf der Straße leben; und wir treffen Menschen, die sich aus Angst vor der Zukunft mit Waffen eindecken.

Aber wir beschäftigen uns auch mit Menschen, die dabei helfen, eine bessere Zukunft zu schaffen. Unter anderem besuchen wir ehrenamtliche Helfer, die neben ihrem Job dabei helfen, die Flüchtlingskrise zu lösen und wir porträtieren Aktivisten, die jugendlichen Islamisten beim Ausstieg aus dem Salafismus helfen.

Während alle nach Berlin und auf die Politik schauen, wollen wir ein Bild unseres Landes zeigen, das so kein anderes Medium zeigt. Wir wollen die Menschen zu Wort kommen lassen, denen aktuell niemand zuhört.

Wir wollen diesen Menschen eine Stimme geben.

Auch ihr seid eingeladen, bei der Aktion mitzumachen.

Uns interessieren all die kleinen und großen Geschichten, die zeigen, wie es Deutschland wirklich geht.

Was ist in eurer Heimat gerade los? Was bewegt die Menschen vor Ort? Was davon wird möglicherweise in Berlin gerade überhört?

Vor welchen Problemen stehen die Menschen? Die Unternehmen? Ihr ganz persönlich?

Was wird sich nächstes Jahr verändern? Was MUSS sich verändern?

Schreibt uns unter Blog@huffingtonpost.de

Und nun bin ich gespannt. Über alle News und die kleinen Geschichten rund um diese Aktion halten wir euch via Twitter unter dem Hashtag #huffpostontour auf dem Laufenden.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

Die neuesten Texte der HuffPost-Tour: