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19/08/2017 09:53 CEST | Aktualisiert 19/08/2017 09:58 CEST

Meine Kinder Anderen zu schenken, war die beste Entscheidung meines Lebens

SARAH TAYLOR JONES

Es ist genau 15 Jahr her, dass ich in Erwägung zog, Leihmutter zu werden.

Meine Bekannten und Freunde waren schockiert - was dachte ich mir bloß dabei? Wie könnte ich einfach mein Baby weggeben? Was, wenn ich es nach der Geburt doch behalten wollte? Welche schrecklichen Menschen bezahlen für ein Kind? Und wie kann ich mein eigenes Kind verkaufen?

Da erkannt ich: Das Schwerste an der Leihmutterschaft ist, die Menschen aufzuklären, deren Vorstellungen darüber auf Boulevardschlagzeilen oder einer TV-Soap basieren.

Obwohl das Wissen über Leihmutterschaft sich in den letzten 15 Jahren weit verbreitet hat, haben viele Menschen immer noch so falsche Vorstellungen. Wie es funktioniert, welche Menschen Leihmutterschaft in Anspruch nehmen - der Irrglaube sitzt immer noch tief.

Ich wurde Leihmutter, weil ich es mir nicht vorstellen konnte, wie mein Leben aussehe, wenn ich selbst keine Mutter wäre. Es war die bedingungslose Liebe, die ich jede Nacht für meine Tochter spürte, wenn sie sich in meinen Arm gekuschelt hat und eingeschlafen ist. Ich dachte darüber nach, wie sich eine Frau fühlen musste, die diese Erfahrungen nicht machen kann.

Mein Herz zersprang und ich weinte für alle, die so tiefe Sehnsucht nach dem haben, was mir so einfach geschenkt wurde.

Wir haben uns einfach gefunden

Ich wusste nicht, wohin ich mich wenden sollte. Mit wem ich über meinen Wunsch, ein Kind für jemand anderen auszutragen, sprechen konnte. Eine Google-Suche führte mich schließlich zu "Surrogacy UK".

Ich traf dort gleichgesinnte Frauen, Leihmütter, die genauso dachten wie ich. Das war wie eine Offenbarung. Unter ihnen war ich nicht mehr seltsam, weil ich den Schritt gehen wollte. Die Frauen wurden meine Schwestern, meine Leihmutter-Schwestern. Sie verstanden mich und meine Gedanken, ohne sie zu hinterfragen. Ich fühlte mich zuhause.

Über "Surrogacy UK" lernte ich einige Paare kennen, alle mit herzzerreißenden Geschichten - Fehlgeburten, Totgeburten, unzählige Male In-vitro-Fertilisation. Sie alle waren letztendlich da, um eine besondere Freundin zu finden, mit der sie eine lebenslange Bindung eingehen werden - um schließlich ein Baby zu bekommen.

Es war an einem der von "Surrogacy UK" organisierten Events, wo ich eine wundervolle Frau namens Andria kennenlernte. Sofort kamen wir ins Gespräch und verbrachten Stunden damit, über dieses und jenes zu reden.

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Wir haben uns einfach gefunden - das Gefühl, von dem mir die anderen Leihmütter berichteten, war da. Ich war so aufgeregt! War das die Frau, die ich zu einer Mutter machen würde? Ich bat "Surrogacy UK", sie zu informieren, dass ich interessiert wäre. Glücklicherweise fühlten sie und ihr Mann genauso.

Wir nahmen uns einige Monate Zeit, uns und unsere Familien kennen zu lernen - und sehr schnell wurden wir selbst eine große Familie.

Meinen Freunden zu verkünden, dass sie Eltern werden würden, war das beste Gefühl

Es war eine gerade Leihmutterschaft - das heißt, wir nutzten meine Eizellen, um das Kind zu zeugen. Wir begannen die künstliche Befruchtung bei mir zuhause und innerhalb von zwei Monaten waren wir schwanger.

Meinen lieben Freunden zu verkünden, dass sie endlich Eltern werden würden, war das beste Gefühl. Ich veränderte ihr Leben. Wie oft kann man schon behaupten, das Leben eines anderen Menschen für immer verändert zu haben?

Ich war auf Wolke 7. Wir alle drei erfüllten unsere Träume. Sie würden endlich Mama und Papa werden - und ich eine Leihmutter.

Während der Schwangerschaft bekam ich von ihnen meine Aufwandsentschädigung - sodass ich nie knapp bei Kasse war. Sie glichen meine Verdiensteinbußen aus und übernahmen Arztkosten und Schwangerschaftsklamotten.

Mehr zum Thema: "Es ist ein schmerzhafter Kampf": Eine Mutter gesteht, wie sehr sie unter dem Stillen leidet

Die Mutter meines zukünftigen Kindes sagte, wenn sie schwanger wäre, müsste sie für das alles auch bezahlen - also wäre es völlig okay. Das half mir, mich nicht schlecht zu fühlen, das Geld anzunehmen.

Der Tag, an dem Georgina geboren wurde, war einer der besten in meinem Leben. Es war großartig, beide Elternteile bei der Geburt dabei zu haben. Wie meine besten Freunde meine Hand hielten, während ich ihrer Tochter das Leben schenkte, wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.

Als ich sah, wie Andria die Kleine stillte und ihr Mann die beiden so liebevoll ansah, wusste ich: Das würde nicht meine letzte Leihmutterschaft sein.

Sie sind stolz, dass es gleich drei Menschen gebraucht hat, um ihnen das Leben zu schenken

18 Monate später gebar ich mein zweites Leihmutter-Kind, Miranda. Meine Familie wurde immer größer. Ich war so dankbar.

Die beiden Kinder sind heute 14 und 13 Jahre - und ich habe immer noch eine Beziehung zu ihnen und ihren Eltern. Die Mädchen wissen, wer ich bin und welch außergewöhnliche Geschichte sie haben - und sie sind stolz.

Stolz, dass es gleich drei Menschen gebraucht hat, die sie lieben, um ihnen das Leben zu schenken, Mama, Papa und Sarah.

Mehr zum Thema: Es war keine Liebe auf den ersten Blick

Nach meiner Hochzeit und der Geburt zweier weitere Kinder für mich selbst, kehrte ich zur Leihmutterschaft zurück. Ich wusste, ich wollte keine weiteren Kinder für mich - also schien es mir wie eine Verschwendung meiner Fruchtbarkeit, sie nicht jemand anderem zu geben.

Mich zum dritten Mal dafür zu entscheiden, war also das leichteste auf der Welt.

Nach sechs Monaten saß ich in einer Kennenlernrunde mit einem lieben gleichgeschlechtlichen Pärchen, Michael und Nick. Wir lachten und tauschten uns aus und sie mochten meine Kinder so sehr, dass ich wusste, sie würden tolle Väter sein.

Ich wusste, ich wollte ihnen ein Geschwisterchen schenken

Sie bewiesen es, als Elliot vor vier Jahren zu Welt kam - per Kaiserschnitt. Ihre Gesichter zu beobachten, als sie ihren geliebten Sohn zum ersten Mal sahen, lies mich vergessen, dass ich noch auf dem OP-Tisch lag.

Ich wusste sofort, ich wollte diesem hübschen kleinen Jungen ein Geschwisterchen schenken.

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Leider erwies sich das als etwas schwierig - ich hatte blockierte Eileiter entwickelt. Trotzdem zeugten wir Erica - mit der Hilfe der Londoner Frauenklinik.

Neun Monate später erblickte sie das Licht der Welt - in dem wohl lustigsten Kaiserschnitt, den die Ärzte wohl jemals erlebt hatten. Wir lachten alle zusammen, irgendwann sogar die Ärzte - so sehr freuten wir uns über die Geburt der Kleinen.

Mehr zum Thema: Leben als Mama mit Burnout: Ich war nicht mehr in der Lage, mich um meine Kinder zu kümmern

Mit fast 40 Jahren - und sieben Babys später, wusste ich, es war Zeit, mich als Leihmutter zur Ruhe zu setzen. Wäre das Alter nicht, hätte ich womöglich niemals damit aufgehört. Es schmerzt ein bisschen, nicht mehr denen helfen zu können, die immernoch auf eine Leihmutter warten. Deshalb leiste ich noch Freiwilligenarbeit für "Surrogacy UK". So kann ich der Organisation noch etwas helfen.

15 Jahre und vier Leihmutter-Babys - ich bin so glücklich, dass ich meinen Traum erfüllen konnte.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich eine riesige Leihmutter-Familie gewinnen würde. Es übertraf all meine Erwartungen. Ich bin unglaublich glücklich.

Von Sarah Taylor Jones, Leihmutter

Der Beitrag erschien zuerst bei HuffPost UK und wurde aus dem Englischen übersetzt.

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