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13/03/2015 09:03 CET | Aktualisiert 13/05/2015 07:12 CEST

Kooperation als Basis für Frieden

thinkstock

Alles scheint extremer zu werden. Zwischen der totalen Flexibilität und der totalen Erstarrung gibt es nur wenig Spielraum. Fulminante Aufstiege und totale Abstürze folgen aufeinander oder bedingen sich gegenseitig.

Deutlich wird dies z.B. an der Veränderung der Kinder. Lehrer und Erzieher berichten übereinstimmend: Kinder sind in den letzten 15 Jahren individueller und selbstbewusster geworden. Sie steigen auf wie kleine Raketen, das Ziel ist unbekannt. Manche stürzen ab. Es gibt nur noch wenig Graustufen, nur Schwarz und Weiß.

Und die Eltern sind genau so. Entweder stehen Sie auf der Sonnenseite oder auf der Schattenseite der Gesellschaft, aber die Schatten sind tiefschwarz und werden immer schwärzer und die Sonne strahlt hell, ohne einen Anflug von Zweifel oder Unsicherheit.

Auseinanderdriften der Gesellschaft

Oberflächlich betrachtet ist dies ein soziales Phänomen. Scheinbar unaufhaltsam werden die Reichen immer reicher und die Armen ärmer. Das gegenwärtige Geldsystem folgt einer Logik, der sich niemand entziehen kann. Und dieser Fehler im System überträgt sich auf die Lebenswirklichkeit der Menschen. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft spiegelt sich im individuellen Bewusstsein der Kinder wider. Manche Kinder gelten als unerziehbar, anderen sind soziale Probleme unbekannt.

Es gibt Menschen mit Hoffnung, und viel Zuversicht. Sie sind kulturell und politisch interessiert und sozial kompetent. Diesen stehen alle Möglichkeiten offen, die unser Sozial- und Wirtschaftssystem zu bieten hat. Wer die Spielregeln durchschaut, kann andere für sich arbeiten lassen. Dem gegenüber stehen Menschen ohne Zuversicht. Sie befinden sich in einer gefährlichen Lethargie, die sie anfällig macht für extreme politische Positionen und Fremdenfeindlichkeit.

Diese Gruppe erlebt die Realität als vorgegeben, ohne Facetten und ohne Entwicklungsmöglichkeiten. Überall sind Grenzen, die das eigene Handeln einschränken. Diese Grenzen erscheinen unüberwindbar. Dieses tiefe Gefühl der Ohnmacht wird an die eigenen Kinder weiter gegeben.

Wer in dem begrenzten Umfeld einer mechanisierten Welt gefangen ist und keine eigenen Impulse hat, verliert den Handlungsspielraum. Individuelle Möglichkeiten werden dann nicht erkannt, da sie sich außerhalb der eigenen Vorstellungskraft bewegen.

Beide Positionen differenzieren sich immer weiter aus. Nicht nur die Schere zwischen Arm und Reich, sondern auch zwischen bewussten und unbewussten Lebensweisen geht immer weiter auseinander.

Das moderne Lebensgefühl ist eine innere Leere

Nationen und Religionen bieten keinen Rahmen mehr für Identifikation. Dies macht viele Menschen unsicher und angreifbar. Den wirtschaftlichen Eliten, den eigentlichen Trägern der Macht, interessiert dieser Hintergrund nicht. Sie benötigen keine autonome Identität. Es stört sie sogar, denn jegliche Identifikation hat etwas irrationales, was die Verhältnisse destabilisieren könnte.

Wohlstand ersetzt die Angst vor dem Nichts. Er suggeriert eine Form von Stabilität, die in allen Systemen funktioniert. Es wird nichts weiter benötigt, als stabile Verhältnisse. Das funktioniert aber nur, solange die Mehrheit der Bevölkerung mit ihren Lebensbedingungen zufrieden ist.

Alle Menschen sehnen sich nach Wohlstand, weil er das einzige ist, was Sicherheit verspricht. Besitz stabilisiert das mentale Immunsystem. Dafür werden Kriege geführt. Die einen suchen ihr Heil in Überwachung, Abgrenzung und falls nötig Krieg. Sie rennen einer zerfließenden Zeit hinterher. Vielleicht bauen sie sich Häuser, um sich darin geschützt zu fühlen.

In den Häusern schließen sie sich ans Internet an, und verwechseln den Strom der Bilder mit dem Fluss des Lebens. Andere investieren in die Menschen. Genauer betrachtet geht es um die Frage, wer in die Lage versetzt wird, das Bewusstsein zu erheben, und sich aus den Ketten von Armut und Abhängigkeit zu befreien, oder wer weiterhin als Produktionsfaktor den Reichtum von anderen mehren wird.

Der Ausstieg aus der Abhängigkeit ist durch Kooperation möglich. Das Wohl des einen mehrt das Wohl des anderen. Kooperation fordert von den Menschen einiges ein, z.B. eine große Toleranzfähigkeit und ein Verständnis für Gruppenbewusstsein. Dies setzt einen vernetzten Blickwinkel voraus, der die scheinbare Trennung zwischen Menschen, Gruppen und Völkern aufhebt.

Yogi Bhajan, der das Kundalini Yoga in den Westen brachte, sagte Anfang der 80ger Jahre:

,,In unserer menschlichen Relativität, in unserer Empfindsamkeit, unserer geistigen Projektion und unserer geistigen Aktivität wird es bald eine große Veränderung geben. ... Die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen für sein eigenes Selbst wird sich erhöhen und die Fähigkeit zur geistigen Projektion wird außerordentlich aktiviert werden, während die schützenden und kanalisierenden Maßnahmen den Menschen weniger bekannt sein werden. ... Wenn euer Geist, eure Meditation und eure Empfindsamkeit vereint sein können, und wenn eure Polarität als männlich und weiblich sehr klar sein wird, so dass eure Vereinigung ein schützendes Selbst erzeugt, das sich in euren Kindern manifestiert, dann seid ihr sicher."


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