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28/07/2015 14:42 CEST | Aktualisiert 28/07/2016 07:12 CEST

Flüchtlinge und Selbstwert

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Die gute Nachricht ist: Der wirtschaftliche Erfolg in Deutschland und die Offenheit der hier lebenden Menschen ist anziehend für Flüchtlinge aus aller Welt. In einem Land mit sinkenden Geburtenraten und sich leerenden ländlichen Gebieten werden Migranten auch dringend benötigt. Trotzdem gibt es viele Ängste und Vorbehalte bis hin zu Gewalttaten. Das ist die schlechte Nachricht.

Flüchtlinge können abgeschoben werden, aber wenn die Wirtschaft die Arbeitskräfte benötigt, werden sie wiederkommen - im Zweifelsfall illegal. Eine Verweigerungshaltung führt zu massiven sozialen Problemen. Eine kontrollierte Gestaltung der Einwanderung eröffnet dagegen ungeahnte wirtschaftliche Perspektiven.

Die Angst vor Überfremdung ist in erster Linie ein Hinweis dafür, dass man sich selber fremd ist. Wer in sich ruht, benötigt keine Fremdenangst. Selbstwert benötigt keine Stabilität (=Unbeweglichkeit) der Verhältnisse. Die Welt ist in ständiger Veränderung. Wer diese Veränderungen ablehnt, wackelt an dem eigenen wirtschaftlichen Fundament.

Auf der anderen Seite ist es richtig, von den Flüchtlingen und Einwandern eine Integrationsleistung zu fordern. Dies ist deren Beitrag für ein gutes Zusammenleben. Diese Leistung kann sich aber auf die Überwindung von Sprachbarrieren und auf die Anerkennung der Grundwerte des deutschen Grundgesetzes beschränken.

Kulturelle Anpassung ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Unterschiedliche kulturelle Lebensentwürfe bereichern die Gesellschaft und das Zusammenleben. Nur an gegenseitiger Toleranz sollte es nicht mangeln. Solange die Leute miteinander reden, werden sich Lösungen finden, trotz allen Unterschiede.

Gegenseitige Toleranz ist die Wurzel für eine vitale Erneuerung - auch für das Individuum. Die modernen Autoimmunkrankheiten wie Allergien oder Unverträglichkeiten lassen sich auf eine mangelnde innere Toleranz herunter brechen. Der Körper ist dann nicht tolerant gegenüber eigentlich harmlosen Substanzen oder Mitgeschöpfen.

Als Ergebnis wird die Kommunikation zwischen den einzelnen Körpersystemen gestört. Das Immunsystem reagiert unverhältnismäßig - auch gegenüber Angriffen von Fremdkörpern, die tatsächlich ein Problem darstellen. Insofern ist eine neutrale Haltung gegenüber Fremden eine Voraussetzung damit die Auslese, die unser Körper trifft, funktioniert.

In der Flüchtlingspolitik ist es genau so. Eine neutrale Haltung gegenüber den Problemen der Welt ist die Voraussetzung für vorausschauendes Handeln. Kriminelle Energie oder religiöser Fanatismus haben keinen Nährboden, wenn die Grundbedingungen eines gemeinsamen Wohlstands vorhanden sind - auch wenn dieser Wohlstand bei einigen nur als Projektion oder Perspektive für die Zukunft existiert.

Yoga bietet Übungsreihen und Meditationen, um Selbstwert und Kraft aus sich selber heraus zu stärken und Toleranz zu fördern. Dies sind Grundbedingungen um ein solidarisches, gemeinsames Miteinander zu fördern. Deutschland ist stark - wenn es das bleiben will, gibt es keine Alternative zur weiteren Öffnung und Integration der Menschen, die hier gemeinsam mit uns leben wollen.


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