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02/09/2015 14:46 CEST | Aktualisiert 02/09/2016 07:12 CEST

Ich bin Ernährungsberaterin und lasse meine Kinder Süßigkeiten essen - aus diesem Grund

Jade M. Sheldon via Getty Images

Meine Kinder haben eine Woche lang jeden Morgen Lucky Charms Cornflakes gegessen. Also nicht ganz eine Woche. Die Lucky Charms waren nach drei oder vier Tagen leer, also wechselten sie zu Honey Nut Cheerios und Frosted Mini­ Wheats.

Mein Vater bringt immer eine Ladung von diesen Cornflakes zu unserem jährlichen Familien-Strandurlaub mit, ganz zum Entzücken seiner Enkelkinder. Tatsächlich redet mein siebenjähriger Sohn von einem Ferienhaus am Strand, das wir einmal gemietet hatten, nur als "das eine mit Captain Crunch".

Mich stört das nicht.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich gebe mir Mühe, auf eine vollwertige Ernährung zu achten und kaufe keine Lucky Charms (das sind die Cornflakes, die ich stattdessen kaufe: Meine 5 Lieblingscornflakes). Aber ich versuche, nicht zu engstirnig zu sein, wenn es um Geburtstagsparties, Süßigkeiten an Halloween oder Essen im Urlaub geht.

In unserem einwöchigen Strandurlaub bleiben meine Kinder länger wach als sonst, laufen barfuß herum, essen vor Zucker strotzendes Müsli, trinken Softdrinks wenn wir zum Essen ausgehen und verschlingen Omas selbstgemachte Kekse nach dem Mittag-­ und Abendessen. (Nebenbei bemerkt essen sie auch Shrimps, Pfirsiche, Wassermelone, gesalzene Kohlrabi-Chips aus dem Garten meines Vaters.)

Kürzlich habe ich über meine Essens-Philosophie im Urlaub für das Parents Magazine gebloggt (lesen sie den ganzen Artikel hier). Obwohl die meisten Leser, die Kommentare hinterließen, sagten, dass sie im Urlaub ähnlich locker damit umgehen, gab es auch welche, die meine Einstellung nicht teilten.

Sie dachten, Müsli mit Zucker zu einem Essen zu machen, das es nur im Urlaub gibt, erhebe es in eine Art "Belohnungsstatus" und wenn man Kindern erlaube, im Urlaub Junk Food zu essen, würde man die gesunde Einstellung und Gewohnheiten, die man zu Hause pflegt, untergraben.

Eine Frau kommentierte: "Ich habe immer mit Texten, wie diesem von Sally zu kämpfen, weil ich nie verstehen werde, was sie damit erreichen will."

Der Kommentar hat mich zum nachdenken gebracht. Es störte mich nicht, dass jemand anderer Meinung war. Durch sie habe ich erkannt, dass dies eine gute Möglichkeit ist, intensiver darüber

nachzudenken, was ich wirklich zu erreichen hoffe, wenn ich meinen Kindern erlaube, Süßes zu essen oder zu trinken ­und was ich erreichen will, wenn ich diese Geschichten mit euch teile:

  • Ich hoffe, dass meine Kinder nicht mit dem Gefühl aufwachsen, sich schlecht fühlen zu müssen, weil sie Junk Food lecker finden und verstehen, warum es lecker schmeckt (es wurde entwickelt, so zu schmecken!)
  • Ich hoffe, dass meine Kinder verstehen, dass es okay ist, manchmal Junk Food zu essen, dass sie keine Angst davor haben, dass Junk Food sie vergiftet, aber auch verstehen, dass es einen Grund gibt, warum wir öfter Haferflocken statt Lucky Charms, frische Früchte öfter als Süßigkeiten essen und wir Wasser und Milch öfter trinken als Softdrinks.
  • Ich hoffe, keine Kinder zu erziehen, die besessen von Junk Food sind und die glauben, Süßigkeiten in ihren Zimmern verstecken zu müssen oder bei ihren Freunden Chips zu verschlingen, weil sie sowas zu Hause nicht essen dürfen.
  • Ich hoffe, dass meine Leser sich nicht dafür schämen, dass ihre Kinder den Geschmack von Fruity Pebbles oder Cheetos oder Kool­Aid mögen und sich nicht wie schlechte Eltern oder Versager fühlen, weil sie ihren Kindern erlauben, diese Dinge gelegentlich zu essen.
  • Wie gehst du mit Junk Food im Leben deiner Kinder um?

    Dieser Post erschien zuerst bei Real Mom Nutrition.

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    Dieser Beitrag erschien im Original bei der Huffington Post USA und wurde von Franziska Hofmann und Nina Damsch übersetzt.


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