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02/12/2014 02:35 CET | Aktualisiert 01/02/2015 06:12 CET

Trockener Humor: 7 total echte Probleme sarkastischer Menschen

Sarkastische Menschen sind missverstandene Geschöpfe. Sie wollen niemandem etwas Böses, ehrlich. Ich weiß das, weil ich selbst einer bin. Vielleicht habe ich meinen Humor von meinem Vater geerbt, der im Kreissaal auf meine Ohren zeigte und fragte: "Geht das wieder weg?"

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Sarkastische Menschen sind missverstandene Geschöpfe. Sie wollen niemandem etwas Böses, ehrlich. Ich weiß das, weil ich selbst einer bin. Vielleicht habe ich meinen Humor von meinem Vater geerbt, der Legenden zufolge im Kreissaal auf meine Ohren zeigte und fragte: "Geht das wieder weg?"

Wir wollen niemandem schaden. Im Gegenteil. Die Gedanken, Kommentare und Sprüche - sie kommen uns im ersten Moment so witzig und passend vor, dass wir sie einfach mit der Welt teilen müssen. Sarkastisch sind wir übrigens nur zu Menschen, die wir mögen (Na gut, auch zu denen, die es nicht anders verdient haben.)

Es ist nicht leicht, mit dieser Art von Humor zu leben. Denn er bringt mich oft in Schwierigkeiten. Und ja, manchmal macht er auch ziemlich einsam. Trotzdem kann ich nichts daran ändern, weil er zu mir gehört. Ich kann nur lernen, damit umzugehen.

Hier sind 7 total echte Probleme sarkastischer Menschen:

1. Sie überschreiten Grenzen

Es gibt Witze, die sind lustig. Und es gibt Witze, die sind verletzend. Wo die Grenze verläuft? Ich weiß es bis heute nicht so genau. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Einzelkind aufgewachsen bin.

Kein Geschwisterchen saß im Sandkasten neben mir, um die Schaufel auf meinen Kopf zu schmettern, wenn ich verbal übergriffig geworden bin. Einige Experten sagen, das sich Einzelkinder später schlechter in andere Menschen hineinversetzen können. Ich kann also gar nichts dafür.

2. Sie bereuen

Manchmal kommt es mir wie eine total gute Idee vor, in einer bestimmten Situation einen Witz zu machen. So, wie ein Betrunkener es für eine total gute Idee hält, ein ausgestopftes Eichhörnchen zu kaufen, das auf einem Pferd reitet.

Doch sobald die Worte meinen Mund verlassen haben, kommt die Reue. Für die ist es nur meist zu spät. Witze lassen sich nicht zurücknehmen. Und eine Entschuldigung kann den Schaden oft nicht beheben. Ich beschließe, das nächste Mal einfach die Klappe zu halten.

3. Sie können einfach nicht die Klappe halten

Manche Menschen nehmen sich an Neujahr vor, abzunehmen oder für einen Marathon zu trainieren. Ich nehme mir jedes Jahr etwas vor, das noch viel unmöglicher und unerreichbarer ist: Ich will meine Witze für mich behalten.

Eine Zeit lang gelingt mir das auch. Meistens sage ich dann gar nichts mehr - denn alles, was mir einfällt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit sarkastisch. Ich schweige also beharrlich. Das geht so lange gut, bis ich anfange, mich wieder wohl zu fühlen. Und dann platzen alle Witze und Sprüche aus mir heraus - noch fieser und unangebrachter als je zuvor. Mist.

4. Sie haben Verständigungsprobleme

Die meisten erkennen es, wenn ich sarkastisch bin. Doch es gibt immer wieder Menschen, die sehr verwirrt von mir sind. Wenn ich einen meiner Witze mache, dann starren sie mich entweder entgeistert an.

Oder sie antworten mit verblüffendem Ernst. Sie fragen: "Woher kommst du?" Ich sage: "Aus einer extrem bedeutenden, architektonisch einzigartigen und kulturell vielfältigen schwäbischen Metropole. Böblingen. Der Nabel der Welt sozusagen." Sie sagen: "Achso. Da ist es also richtig schön?" Ich: "Ähm, nein?!"

5. Niemand nimmt sie ernst

Wenn ich jemandem ein Kompliment machen will, erreiche ich meist das Gegenteil. "Schicke Schuhe", sage ich einer Kollegin. Sie sieht mich prüfend an, überlegt kurz und sagte dann: "Äh, danke." Vielleicht liegt es daran, dass die Menschen aus meinem Umfeld zuerst einen Witz erwarten, weil sie sich mit der Zeit an meinen Sarkasmus gewöhnt haben (siehe Punkt 4).

Bei fremden Menschen passiert mir aber das Gleiche. Meine dienstlichen Telefonate sehen oft so aus:

Ich: Das war ja ein total interessantes Gespräch.

Mein Gesprächspartner: ersticktes Lachen

Ich: Nein wirklich, ich fand es echt sehr spannend.

Gesprächspartner: Ja, ja. ersticktes Lachen

Ich: Doch, das meine ich ernst. Es war wirklich sehr interessant.

Meine Kollegen: noch mehr ersticktes Lachen

Ich: Aaaarrrrrg.

Ich vermute, dass mein Tonfall von Natur aus trocken klingt. "Resting sarcastic voice" heißt das in Fachkreisen. Sarkasmus im Ruhezustand. Vielleicht sollte ich mir also Kärtchen zulegen, die ich in die Höhe halten kann. Grün heißt: Ich meine das ernst. Rot heißt: Ja, das ist jetzt ein Witz.

6. Sie können ihrer Begeisterung nur schwer Ausdruck verleihen

Sehen wir es ein: Ich werde nie eine von den Frauen sein, die vor Enthusiasmus sprühen. Ich flöte keine Nettigkeiten, ich rufe nicht entzückt: "Das ist ja toll!" Zumindest nimmt mir das nie jemand ab, wenn ich es tue (siehe Punkt 5).

Aber glauben Sie mir, innerlich bin ich total begeistert. So Partyschirmchen-Luftschlangen-Polonaise-begeistert. Man sieht es nur nicht. Eine Freundin erklärte das mal so: "Du bist eben kein Sahnetörtchen und kein Zitronensorbet. Du bist eine Olive." Äh, danke.

7. Sie sind eigentlich die friedlichsten Menschen der Welt - aber niemand glaubt ihnen

Ja, sarkastische Menschen wollen ihr Gegenüber ein bisschen ärgern. Es kitzeln, herausfordern. Manchmal haben sie auch gar kein Motiv. Eines sind sarkastische Menschen aber nicht: schnippisch.

Sie wollen niemandem etwas Böses. Sie geben beim Kennenlernen jedem eine Chance, ohne ihn zu verurteilen. Weil sie wissen, wie es ist, missverstanden zu werden. Harmonie ist ihnen sehr wichtig und sie hassen es, wenn andere sauer auf sie sind.

Sie ahnen, wie schwierig das sein kann, wenn man dazu neigt, jede Menge unangebrachte Witze herauszuposaunen. Aber bald ist ja wieder Silvester. Zeit für einen neuen Vorsatz.

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