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11/12/2015 09:49 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

Mein Blick auf die Zukunft

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Von verschiedenen Seiten ist gegenwärtig immer wieder zu hören, dass es schlecht bestellt sei um die Zukunft, die persönliche, die des Landes, der Europäischen Union, ja des gesamten Abendlandes. Der Grund dafür scheint auch klar: die Geflüchteten.

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Ich komme aus Sachsen-Anhalt, dem Land der Frühaufsteher. Viele sind in den vergangenen 25 Jahren früh aufgestanden, um ihre Koffer zu packen und abzureisen, dorthin, wo es für sie eine Perspektive gab, die sie in Sachsen-Anhalt nicht mehr hatten.

650.000 Einwohner weniger als 1990 in Sachsen-Anhalt


Das Ergebnis ist, dass Sachsen-Anhalt heute fast 650.000 Einwohner weniger hat als 1990, das entspricht in etwa der Einwohnerzahl des Landes Bremen. Damit ging aber auch noch eine andere Entwicklung einher: In vielen Gegenden, gerade den ländlichen, schlossen die Geschäfte für immer, denn es gab niemanden mehr der sie betreiben wollte, da es zu wenige Kunden gab.

Gleiches passierte mit den Gasthöfen, es gab keine Gäste, also wurde dicht gemacht. Häuser standen leer und wurden teilweise abgerissen, denn es gab zu Wenige, die darin wohnen wollten. Das hat wiederum zu Recht Viele auf die Palme gebracht.

Doch in der Politik Sachsen-Anhalts hatte man sich mit dieser Entwicklung weitgehend abgefunden. Sie war sicher nicht schön, aber um sie zu ändern, fehlten die wirksamen Ideen. Die fehlgeschlagenen Versuche haben es gezeigt.

Studieren in Sachsen-Anhalt


Es gab einfach zu wenige Menschen, die ins Land der Frühaufsteher ziehen und dort bleiben wollten. Dass nun immer mehr Studierende an Sachsen-Anhalts Hochschulen studieren wollen, ist ein kleiner Anfang. Studieren in Sachsen-Anhalt - viele Zugewanderte sind dabei. Warum ihnen nicht eine Chance geben?

Ich sehe in der gegenwärtigen Entwicklung viel eher eine Chance, die man nutzen kann und auch sollte. Nicht nur in den großen Städten. Es kommen junge Menschen in unser Land, auch nach Sachsen-Anhalt. Viele von ihnen möchten bleiben, auch in Sachsen-Anhalt.

Vielleicht ist das die Möglichkeit, den Gegenden, deren Schicksal besiegelt schien, wieder eine Perspektive zu geben. Und sie zahlen dann ein in die Sozialkassen. Sie müssen wohnen, essen sich kleiden, wollen Kultur erleben... Sie können auch die Binnenkonjunktur deutlich ankurbeln. So kommt man vielleicht schneller aus dem Teufelskreis der abgehängten Regionen raus.

Ich zumindest sehe die Zukunft für Sachsen-Anhalt positiver. Mit den Geflüchteten und Zugewanderten. Allerdings müssen dafür Vorurteile abgebaut und die Aufnahmebereitschaft der ganzen Gesellschaft muss erhöht werden.

EU-Flüchtlingskrise: CSU-Mann fordert: Wer keine Flüchtlinge aufnimmt, soll zahlen

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