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10/12/2016 09:30 CET | Aktualisiert 11/12/2017 06:12 CET

Hört auf mit der Politik gegen die junge Generation und gebt der Jugend endlich eine Stimme!

Gettystock

Laut Shell Jungendstudie ist die Jugend weitaus weniger politikverdrossen als die breite Gesellschaft heute annimmt. Es engagieren sich Tausende junger Menschen in ihren Vereinen, Schulen, gemeinnützigen Organisationen und Jugendverbänden vor Ort.

Dass die Jungen sich positionieren können und wissen, dass Mitbestimmung die einzige Chance ist, um die Zukunft zu gestalten, sodass wir von der Globalisierung und Digitalisierung profitieren können, ist also offensichtlich.

Die Generation der Babyboomer wird immer älter, gleichzeitig fällt die Geburtenrate. Die älteren Menschen bestimmen bedingt durch die Demografie zwangsläufig unsere Politik - somit sind ihre Interessen in der Politik omnipräsent, während die Jugend zu kurz kommt.

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Dadurch, dass alle im Bundestag vertretenden Parteien nur Politik für eine Legislaturperiode machen um die nächste Wiederwahl zu gewährleisten, kann es also keine langfristigen und wirklich einschneidenden Reformen geben, die für die Zukunft doch unabdingbar sind. Die Rentendebatte ist dabei das beste Beispiel.

Die Alten leben in einer Welt, in der das Wechseln der Arbeitgeber unüblich ist, in der die Arbeitsverträge in der Regel unbefristet sind und die Rente als sicher gilt. Für die Jungen hingegen stehen vor allem Eigeninitiative und Flexibilität im Mittelpunkt wie nie.

Die Rentner haben hart gearbeitet für ihre Rente.

Sie haben das Land aufgebaut und zu dem Wohlstand verholfen, in welchen wir heute hineingeboren werden. Wenn jedoch die Rentenkasse unverhältnismäßig geleert und das System an die neuen demografischen Herausforderungen nicht angepasst wird oder sogar Gelder verteilt werden, die - wie im Falle der Mütterrente - nie eingezahlt wurden, macht man das Rentensystem zur Makulatur.

Wenn verdienten, aber vergleichsweise wenig bedürftigen Fachkräften satte Rentenerhöhungen versprochen werden, aber unsere Generation in 30 Jahren mit unter 1000 Euro Monatsrente leben muss, wird die Generationengerechtigkeit zu Farce.

Wenn die Politik nur noch auf die Alten hört, müssen wir der jungen Generation eine stärkere Stimme geben!

Wieso lassen wir 16 jährige schon nicht jetzt mitwählen, um die Probleme geradezurücken und um den Fokus der Politik wieder mehr auf die junge Generation zu verschieben? Nur so können wir es schaffen, dass sich die Politik endlich wieder um die Jungen im Land kümmert und sie und ihre Interessen ernst nimmt.

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Junge Menschen hätten noch nicht „genug Lebenserfahrung" wird häufig als Begründung gegen ein abgesenktes Wahlalter vorgeschoben. Allerdings geht die Renten-, Familien- oder Bildungspolitik sehr wohl junge Leute etwas an. Hier können und sollten die Jungen sehr wohl mitreden und gestalten.

Denn auch sie haben schon ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht und bringen ihre Träume und Vision für ihre Zukunft mit ein. Und darum geht es: Die Zukunft in der man leben möchte mitzuentscheiden und mitzudiskutieren. Eine 16-Jährige hat mit den jetzigen Entscheidungen bei der Rente viel länger zu leben und umzugehen als ein vermeintlich betroffener 56-Jähriger.

Die scheinbar grenzenlos fortschreitende Schnelligkeit unseres Umfelds fordert uns als Gesellschaft in jungen Jahren massiv heraus: Die Flüchtlings- und Staatsschuldenkrise, Immobilienblasen oder eine verfehlte Sicherheitspolitik lassen uns nicht verschont.

Die präsenten Probleme im 21. Jahrhundert fordern dynamische, mündige und aufgeschlossene Jugendliche und junge Erwachsene heraus, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Und Studien und Wahlergebnisse der letzten Zeit zeigen: Junge Menschen fallen selten auf Populismus und Hetze herein, wollen ein vereintes Europa und sehen Digitalisierung als Chance.

Eine Politik der Bevormundung, welche Jugendlichen nicht zutraut, Entscheidungen eigenständig fällen zu können oder die Jugendlichen die Partizipation am politischen Leben erschwert, bereitet sie wohl kaum auf die Herausforderungen unserer Zukunft vor.

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