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04/01/2017 12:08 CET | Aktualisiert 05/01/2018 06:12 CET

Was hat Demokratie mit Parteien zu tun?

Mauroof Khaleel via Getty Images

Um die Antwort vorauszuschicken: NICHTS!

Wenn wir heute von Demokratie reden, dann verstehen wir immer, dass man verschiedene Parteien hat, die unterschiedliche Meinungen vertreten und man sich bei Wahlen dazu entschließt eine Partei zu wählen, welche mehrheitlich das vertritt, wo man sich mit seiner eigenen Meinung Zuhause fühlt.

Es wird einem vermittelt, dass Demokratie und mehrheitsdienliche Entscheidungen nur so herbeigeführt werden können. Wer sich aber einmal mit der Demokratie wirklich befasst hat, der wird herausfinden, dass Demokratie nichts mit Parteipolitik zu tun hat und diese im Gegenteil dafür sorgt, dass eben nicht mehrheitsdienliche, sondern Partei-Dienliche, bis Einzelpersonen-Dienliche Entscheidungen im Vordergrund stehen und wir finden das auch noch ganz normal, wenn es in den Medien dann wieder heißt, dass Entscheidungen getroffen wurden, weil eben gerade wieder Wahlen bevorstehen und man den Wählern dann etwas vorsetzen muss, was wählbar ist.

Das ist aber nicht normal, geschweige denn demokratisch, sondern absolut desaströs für eine Gesellschaft.

Dadurch bedingt ist es ein Hohn zu behaupten, dass Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sind, denn wenn sie NICHT dem Fraktionszwang entsprechend abstimmen, werden sie von der Parteispitze abgestraft, indem man ihnen in Zukunft "Aufstiegsmöglichkeiten" verbaut, bis hin ihre politische Karriere beraubt, oder sogar persönlichen Existenzgrundlage entzieht.

Und wir wundern uns, wie politische Entscheidungen entstehen, die man mit logischem Verstand nicht nachvollziehen kann, wie z.B. mehrheitlich im Parlament zu erreichen, dass Wasser nicht als Gut der Allgemeinheit und als Existenzrecht für jeden gesehen werden darf, sondern in vollem Umfang privatisiert werden darf? Wo bitte hier liegt der Sinn zum Schutze der Bevölkerung?

Was wäre also, wenn man wieder zu dem zurückkehren würde, was Demokratie in seinem Ursprung bedeutet? Indem EINZELNE Vertreter aus Regionen in ein Parlament entsandt werden.

Wo JEDER wirklich nur seinem Gewissen und den Menschen SEINER Region verpflichtet ist? Das wäre Chaos, weil sich jeder nur den Interessen seiner Region verpflichtet fühlen würde und man würde nie zu einer Entscheidung kommen? Das ist DEFINITIV NICHT der Fall, denn es würde wieder ein ECHTER Dialog mit ECHTEN Debatten mit Für und Wider entstehen.

Wahrheiten und WIRKLICH eigene Meinung würden wieder ausgesprochen werden. Entscheidungen dauern vielleicht ein paar Tage und Wochen länger, aber das ERGEBNIS zählt oder sehe ich das falsch? Und es wäre wieder ein ECHTER Konsens, der durch These, Antithese und dann gemeinsamer Synthese entstanden ist. Da hätten auch die Lobbyisten sehr viel Arbeit, jeden einzelnen Parlamentarier auf ihre Seite zu ziehen.

Nochmal: Es braucht KEINE Parteien für ECHTE Demokratie. Sie sind sogar eher HINDERLICH als dass sie förderlich wären. Parteien WAREN einmal in ihrem URSPRUNG sinnvoll, als sie noch als das fungiert haben, um sich gemeinsam gegen eine Herrscherkaste zu wehren.

Heute haben sie sich selbst dazu aufgeschwungen und somit den Parteigedanken ad absurdum geführt. Um dies daher wieder umzukehren wäre eine Abschaffung der heutigen Parteien der beste Weg. Gemeinschaft entsteht aber dann eben durch ein Parlament, welches durch den Druck der GEMEINSCHAFTLICHEN Entscheidung gezwungen wäre zu einem starken Kollektiv zusammenzuwachsen.

Es bringt auch NICHTS eine "Partei der Parteilosen" zu gründen, weil das auch wieder nur eine Partei wäre und damit wieder einem Fraktionszwang in ihren Entscheidungen unterliegen würde.

Aus dem Parlament heraus würde dann ein Ältestenrat und dessen Vorsitzender gewählt werden, welche im weitesten Sinne die Funktionen der heutigen Regierung übernimmt. Es gäbe daher auch keine Partei mehr, welche eine Macht inne hat, sondern die Macht läge wirklich wieder in den Händen der Bevölkerung, da die Einflussnahme eine wesentlich direktere wäre.

Denn es ist genau umgekehrt, wie es unser derzeitiger Bundespräsident in einem Interview behauptet hat: Das Problem sind unsere (Möchtegern)-Eliten und nicht die Bevölkerung. Die Bevölkerung kann erst für die Demokratie schädlichen Dinge angestiftet werden, wenn die, welche man in die Verantwortung über die Bevölkerung gewählt hat, aufs äußerste versagen. Ein voller Bauch kämpft nicht und lässt sich auch nicht radikalisieren.

Das funktioniert nur, wenn man dafür sorgt, dass immer mehr Menschen am Rande der Gesellschaft leben müssen und das liegt AUCH daran, dass wir eben Parteipolitik statt Menschenpolitik betreiben.

Die dann eben empfänglich ist für die Einflüsse der Konzerne und somit dafür sorgt, dass das Geld im Moment nur noch eine Flussrichtung kennt und die ist: Nach oben! Wer diese bezweifelt möge sich mal die Studien dazu anschauen, so wie u.a. die Oxfam-Studie, welche belegt, dass mittlerweile 62 Menschen 50% des Weltvermögens besitzen (2010 waren es noch 388 Menschen) und die Schere immer weiter auseinanderdriftet. E

s gibt noch viele weitere Faktoren der politischen Entscheidungsfindungen, welche dies begünstigen, die hier jetzt zu weit führen würden und ein ganzes Buch füllen würden, was aber eben in einem Parlament OHNE Parteien in großem Maße NICHT möglich wäre.

FÜR EIN LEBEN IN LIEBE, FRIEDEN, FREIHEIT, DANKBARKEIT UND BEWUSSTHEIT!

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