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31/03/2016 11:23 CEST | Aktualisiert 01/04/2017 07:12 CEST

Berufsunfähigkeit - das unterschätzte Risiko

Westend61 via Getty Images

Die Zahlen sind alarmierend. Jeder vierte Arbeitnehmer hierzulande kann schon vor Erreichen der Altersrente nicht mehr voll arbeiten. Zumindest die finanziellen Folgen lassen sich aber absichern.

Wer jung ist und eine Festanstellung hat, macht sich in der Regel kaum Gedanken über seine Einkommenssicherung. Die meisten denken: „Was soll mir schon passieren?" oder "Ich bekomme im ungünstigsten Fall ja eh eine finanzielle Absicherung vom Staat."

Es ist zwar korrekt, dass Berufstätige, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten können, eine Erwerbsminderungsrente erhalten.

Diese Form der Rente stellt das Pendant zur früheren Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente dar. Doch sie ist für die meisten Menschen völlig unzureichend.

Das Risiko, krank zu werden oder einen Unfall zu erleiden, wird leider auf die leichte Schulter genommen.

Mehr als 42 Millionen Erwerbstätige gibt es hierzulande, doch nur etwa 17 Millionen schützen sich vor der Berufsunfähigkeit. Das Risiko, krank zu werden oder einen Unfall zu erleiden, wird leider auf die leichte Schulter genommen.

Dabei muss laut Statistik der gesetzlichen Rentenversicherung immerhin gut jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens seine Erwerbstätigkeit einschränken oder sogar ganz aufgeben.

Die finanziellen Folgen können gravierend sein. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das Einkommen und somit ein wirkliches existenzielles Risiko ab.

Es kann jeden treffen

Auswertungen des Analysehauses Morgen & Morgen zufolge sind psychische Erkrankungen immer öfter der Auslöser für den Verlust der Arbeitskraft und stellen heute mit knapp 30 Prozent den Hauptgrund dar, gefolgt von Einschränkungen des Skelett- und Bewegungsapparates mit 21 Prozent.

Das bedeutet, dass beispielsweise auch Büroangestellte, die als weniger risikoträchtige Berufsgruppe gelten, sich damit immer weniger von einer möglichen Gefährdung ausnehmen können. Schließlich können sie erfahrungsgemäß Bandscheibenvorfälle und Depressionen genauso treffen wie etwa Handwerker.

Die erheblichen Kosten, die im Falle einer solchen Berufsunfähigkeit auf den Arbeitnehmer zukommen, werden jedoch immer noch unterschätzt. Denn nicht nur das Arbeitseinkommen fällt plötzlich weg, sondern es müssen in der Regel zusätzlich teure Therapien, Hilfsmittel sowie Umbauten im Haus und der Wohnung bezahlt werden.

Während früher die gesetzliche Rentenversicherung noch einen Berufsunfähigkeitsschutz für alle Mitglieder umfasste, ist dies seit der Reform 2001 anders: Wer 1961 oder später geboren ist, geht bei Berufsunfähigkeit leer aus.

Geld gibt es nur noch, wenn eine Erwerbsminderung vorliegt. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lag die monatliche Durchschnittsrente bei voller Erwerbsminderung zuletzt bei 634 Euro.

Allerdings können viele Betroffene immer noch mehr als drei Stunden täglich arbeiten, so dass sie nur Anspruch auf die halbe Rente haben. Sind mehr als sechs Stunden Arbeit am Tag drin, gibt es gar kein Geld.

Vergleich kann Geld sparen

Wer seinen gewohnten Lebensstandard bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beibehalten will, muss also privat vorsorgen. Eine Absicherung leistet bei einem Verlust der Arbeitskraft eine BU-Rente, die das monatliche Einkommen ersetzen soll.

Zunächst ist es aber unbedingt notwendig, überhaupt den konkreten individuellen Bedarf zu ermitteln. Und dann kommt es darauf an, sich genau mit den Vertragsdetails auseinanderzusetzen.

Ein Vergleich der vielfältigen Angebote bleibt zwingende Voraussetzung. Aktuelle Untersuchungen des Analysehauses Franke und Bornberg zeigen: Die Preisunterschiede betragen zum Teil viele hundert Euro im Jahr.

Entscheidend für die Beitragshöhe sind vor allem die Vertragsleistungen, das Alter, die jeweiligen individuellen Risikofaktoren sowie die gewünschte Rentenhöhe.

Auf die lange Bank schieben sollte man das Thema nicht. Denn generell gilt: Je jünger und gesünder ein Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Je später man sich für eine BU-Police entscheidet, desto eher können Erkrankungen einen Vertragsabschluss erschweren oder sogar verhindern.

Auch andere Versicherungen denkbar

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte aber immer im Kontext mit anderen Versicherungsformen gesehen werden. So kann etwa die Schwere Krankheiten Versicherung eine weitere wichtige Rolle spielen.

Der auch Dread-Disease-Versicherung genannte Schutz sichert in der Regel nicht nur Krankheiten im eigentlichen Sinne, sondern auch andere Vorkommnisse wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ab.

Für vermögende Menschen gibt es noch eine andere Möglichkeit, sich finanziell gegen Berufsunfähigkeit, Krankheit oder das Pflegerisiko abzusichern: eine Budgetierung des Vermögens.

Das Krankheits-, Pflege- und BU-Budget werden dann zusammengefasst auf einem Tagesgeldkonto geführt. Mit Unterstützung eines professionellen Finanzplaners kann dann in regelmäßigen Abständen entschieden werden, ob der Schutz weiterhin passend oder möglicherweise überflüssig geworden ist, etwa nach einer Erbschaft oder einem Firmenverkauf.

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Eine Beratung durch einen professionellen Finanzplaner, der sich dem Kundeninteresse verpflichtet fühlt, sollte sich angesichts der komplexen Materie in jedem Fall auszahlen.

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