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16/10/2015 05:41 CEST | Aktualisiert 16/10/2016 07:12 CEST

Was ihr über Hanf und Monsanto noch nicht wusstet

RJ Sangosti via Getty Images

Warum gerade jetzt Roundup verbieten?

Durch die Medien geistern immer wieder Berichte, dass ein sehr häufig verwendetes Spritzmittel von Monsanto vermutlich krebserregend ist. Seit vielen Jahren wird es verwendet, jetzt will man es vermutlich schrittchenweise verbieten. Und das weiß man erst jetzt und will es aber noch nicht so genau wissen und erst mal genauer hinschauen? Nun gut, schauen wir genauer hin:

In den USA werden ca. 170 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzt, mehr als in der ganzen EU. Das fruchtbare Deutschland kommt nur auf knappe 20 Millionen Hektar, vermutlich eher rund 18 Millionen. Die USA ist ein sehr wichtiges Agrarland, welches viele Lebensmittel exportiert. Die USA erwirtschaften zum Beispiel rund 10% der weltweiten Weizenproduktion, aber dies sind nur 22% am Exportanteil.

Cannabisverbote

Aus den USA stammen Cannabisverbote, mit denen in der Regel auch der Anbau von Nutzhanf verboten ist. Aus den USA stammt auch Monsanto mit seinem Roundup, welches den Wirkstoff Glyphosat enthält. Monsanto verändert Nutzpflanzen durch Genmanipulation, damit gewisse Spritzmittel ihnen nichts anhaben können. Dann kann man das Saatgut und das Spritzmittel vermarkten und die Landwirte können alles - außer die Nutzpflanze - kaputt spritzen. Ist doch toll, wenn man gleich zweimal kassieren kann!

Wie war das noch mit der Anpassungsfähigkeit der Natur? Es mutiert irgendwann einfach ein Organismus, der deswegen überlebt und sich mehrt und schon hat man resistente Krankenhauskeime oder resistentes Superunkraut. Bereits 1995 gab es 60 bekannte resistente Unkräuter, heute sind ca. 145 in den USA bekannt, in Deutschland rund 32 Arten. Viele Arten widerstehen nicht nur Roundup sondern fast allen Spritzmitteln. Von den 170 Millionen Hektar ist bereits jetzt ein großer Flächenanteil mit diesen Unkräutern massiv belastet und einige davon werden über zwei Meter hoch. Diese mindern nicht nur den Ertrag sondern erschweren die Erntearbeiten erheblich.

Resistente Genpflanzen

Macht doch nichts, dann kann man halt herausfinden, dass Roundup Krebserregend ist und es verbieten, wenn es eh nicht mehr verkauft werden kann. Neue, gegen andere Giftstoffe resistente Genpflanzen, sind gewiss schon in der Pipe und die neuen Giftstoffe könnten vielleicht sogar gefährlicher als Roundup sein. Dann klingeln die Kassen also auch bei der Pharma!

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Warum Nutzhanf die Lösung ist

Auch resistentes Superunkraut fängt klein an, und zur Not kann man die Flächen direkt vor der Aussaat vom Nutzhanf noch mal mechanisch bearbeiten, damit das Unkraut nicht einen Vorsprung hat. Der Nutzhanf wird vor allem zur Fasergewinnung dicht gesät. Wenn er einmal aufgegangen ist und gute Bedingungen vorfindet, schießen die meisten Nutzhanfsorten sehr schnell und sehr weit in die Höhe. Dabei ist der Nutzhanf zum einen dichtstehend und zum anderen schneller als Unkraut.

Vermutlich gilt dieses auch für mutiertes Superunkraut. In Medienberichten war vom Fuchsschwanzgewächs Amaranthus Palmeri die Rede, welches schnell bis auf 2,5 Meter heran wächst. Für Weizen oder Baumwolle eine Katastrophe, nicht aber für den Nutzhanf, der gewiss genauso schnell auf bis über 4 Meter wächst. Wird flächendeckend Nutzhanf über mehrere Jahre angebaut, wird das Unkraut erstickt.

Es gibt einfach nicht so viel Unkraut, dass es wirklich schafft, reife Samen zu bilden. Damit geht es schlichtweg wieder unter. Deswegen ist Nutzhanf seit eh und je bekannt für seine Eigenschaft, Unkraut zu unterdrücken. Es bessert zudem die Böden und kann als Rohstoff, Futtermittel und Lebensmittel andere gängige Pflanzen übertreffen. Nutzhanf benötigt wenig Pflege auf dem Feld, ist jedoch in der frühen Industrialisierung schwerer maschinell zu verarbeiten gewesen, als die Baumwolle.

Vorteile für andere Industriezweige

Bevor oder als die Verarbeitungsmaschinen für den Nutzhanf serienreif wurden, war dieser schnell verboten. Das bringt gewisse Vorteile für andere Industriezweige: Nutzhanf braucht weniger Dünger oder Wasser als viele andere Nutzpflanzen, außerdem benötigt er, aufgrund seiner beschriebenen Eigenschaften, keinerlei Spritzmittel.

Gerade in der deutschen Politik will man gewiss keine Arbeitsplätze gefährden und sträubt sich in gewissen Kreisen gegen das „kulturfremde Rauschgift", man denkt immerhin an die Kinder!

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Einige Quellen:

veggiday

Wirtschaft_der_Vereinigten_Staaten

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