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08/10/2015 06:03 CEST | Aktualisiert 08/10/2016 07:12 CEST

Warum unsere Senioren keine Ahnung vom Kiffen haben

Ron Wurzer via Getty Images

Drogenverbote sind Gehirnwäsche

Warum darf eine Droge, mit zehntausenden Toten jährlich allein in Deutschland, nicht einmal als Droge betitelt werden und dazu noch legal sein, wohingegen eine andere mit weltweit nicht einem einzigen Todesfall verboten ist? Weil es lediglich ideologische und somit willkürliche Gedanken sind, warum etwas gut oder schlecht ist.

Homo- oder Bisexualität waren in der Antike völlig normal und nach dieser ein teils tödliches Tabuthema. Noch immer werden Homosexuelle in vielen Ländern strafrechtlich selbst mit Todesstrafen verfolgt.

Ein „Glaube"

Steckt ein „Glaube" einmal in den Köpfen der Leute, kann man ihn häufig nicht mehr aus diesen herauskriegen. Die Hanflegalisierung ist nicht eine Idee der letzten zehn Jahre, sondern bereits die US-Hippies wollten den Hanf legalisieren und glaubten daran, es innerhalb von Jahren zu schaffen. Dennoch zeichnen sich die offensichtlichen Schritte zur Hanflegalisierung erst seit einigen Jahren ab.

Aus den USA wird hierbei aus szeneinternen Kreisen gerne erklärt, dass es auch eine Frage des Generationswechsels ist. Die heutigen Senioren wuchsen in einer Zeit auf, in der eine anhaltende Hetzkampagne gegen den Hanf stattfand und den Leuten in diesen Themen das Gehirn gewaschen wurde.

Ältere Menschen haben weniger die Fähigkeit, sich grundlegend anzupassen oder ihre Gedankenwelt zu überarbeiten. Im Alter ist man noch intensiver in seinem Weltbild gefangen. Demnach wird aus den USA erklärt: Auch wegen weniger Menschen aus diesen Jahrgängen steigt die Zustimmung für die Hanflegalisierung. Dieses wird dort in Statistiken ausgewertet, die sich nachvollziehen lassen.

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Warum viele trotz der Vernunft gegen die Hanflegalisierung sind

Der heutige Mensch kann sogar studiert haben, er entscheidet dennoch emotional. Liest er in einer Statistik von 10.000 sterbenden Kindern in Afrika oder Nahost, die auch wegen der Westpolitik dahin siechen, dann ist er betroffen. Sieht er jedoch das schaurige Foto von einem Einzelfall, tobt er vor Entsetzen.

Das eine Kind wiegt mehr als 10.000, da es emotional betroffen macht. Die Logik würde sagen, dass man aber allen und nicht nur einem helfen müsste und dass man sich durch ein Schockfoto lediglich manipulieren und kanalisieren lässt. So funktionieren der heutige Mensch und die Meinungsmache jedoch nicht.

Die Hanflegalisierung kann logisch richtig und notwendig sein. Zeigt jedoch einer der Gegner auf einen Jugendlichen, der angeblich durch Hanfkonsum Heroinabhängig wurde und sich durch Kriminalität oder Prostitution finanziert, schaltet sich bei vielen der Verstand wieder aus.

Was wir in diesen Momenten nicht mehr erklären können: Mit den Verboten, die all ihre genannten Ziele verfehlten aber einigen Wirtschaftszweigen in die Taschen spielen, wird jedoch Schaden angerichtet, wegen dem alles vor allem auch für Jugendliche noch gefährlicher wird!

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Abgedroschene Argumente für die Hanflegalisierung

In der Hanflegalisierung mit logischen Argumenten wie diesen zu arbeiten zieht einfach nicht sondern ist lediglich noch abgedroschen:

- Hanf ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff

- Man kann viele Steuern einnehmen

- Hanf ist weniger schlimm als Alkohol

- Verbote schützen die Jugend nicht

- Verbote führen zu einem gefährlichen Schwarzmarkt

- Hanf kann das humanere und wirksamere Medikament sein

- Hanfverbote sind willkürlich und freiheitsberaubend

Wenn der Mensch logische und nicht emotionale Entschlüsse fassen würde, warum wäre die gelungene Hanflegalisierung nicht bereits seit 40 Jahren Geschichte?

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Der Generationswechsel kommt

Vielen wird in jungen Jahren derart das Gehirn gewaschen, dass sie die absurdesten Dinge glauben. Dass dieses nicht stimmt, ist schmerzhaft, unangenehm und darf nicht sein. Dabei ist es schon fast egal, was für ein Unsinn es gewesen ist, der einem ins Hirn gewaschen wurde, man verschließt sich und hält daran fest.

Mit dem Alter wird dieser Effekt, an der eigenen „heilen Wahrheit" festzuhalten, tendenziell schlimmer. Logische Argumente werden dabei komplett ausgeblendet, um die ebenbürtige Kommunikation sogar abzubrechen.

Der Mensch glaubt gerne die Dinge, die in sein Weltbild passen, und das eigene Weltbild entsteht in jungen Jahren. Für die Hanflegalisierung ist der Generationswechsel deswegen ein Faktum, auf das viele bereits seit über zehn Jahren warten.

Aber damit die nächsten Generationen nicht in einer genauso verbohrten Lügenmärchenwelt leben, ist es ungemein wichtig, laufend diejenigen aufzuklären, die noch aufnahmefähig sind. Immerhin sind unsere alten Leute auch mal jung gewesen und hätten nur den richtigen Input gebraucht, um sich ein intelligenteres Weltbild zu bilden.

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Die Gefahren der Kanalisierung durch emotionale Schockbilder

Nicht nur zur Bekämpfung der Hanflegalisierung werden emotionale Schockbilder erzeugt und verbreitet, sondern dieses emotionale Kanalisieren der öffentlichen Meinung ist seit eh und je der bewusst gegangene Weg. Es sollte sich doch jedes Mal die Frage gestellt werden: Was will derjenige bezwecken, der Schockbilder sät?

Er will die Gesellschaft kanalisieren, um seine Entscheidungen mit der Öffentlichkeit im Rücken durchbringen zu können. So ist es vor jedem Krieg, vor jeder ethnischen Säuberung und bei allen Abwertungen anderer Menschenmassen. Meinungsbildung hat als Begriff schnell eine ganz andere Bedeutung, wenn uns die eigene Meinung fernab des rationalen Denkens gebildet wird.

Zum einen kann man diese Masche durchschauen und sich selber weniger kanalisieren lassen. Zum anderen kann damit ganz bewusst gearbeitet werden. In der Hanflegalisierung wird immer versucht, Leute mit vernünftigen (oben teils genannten) Argumenten zu überzeugen. Das funktioniert seit Jahrzehnten nicht, so wie einem inzwischen doch das Kotzen kommt!

Warum nicht einfach ein paar emotionale Schockbilder ausdrucken, die Statistiken verbrennen und die Hanflegalisierung beschleunigen: Fotos epilepsiekranker Kinder: Vor und nach der Behandlung mit Hanfmedizin oder eine Statistik über mögliche Steuereinnahmen vorzeigen?

Die Bildung der öffentlichen Meinung funktioniert nicht auf intelligente und rationale Weise, sondern emotional und das ist das Problem!

Lesenswert:

Video: Cannabis-Vorschmarsch: Hier ist Kiffen legal

Auch auf HuffingtonPost.de: Wissenswertes über Cannabis

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