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19/12/2015 08:26 CET | Aktualisiert 19/12/2016 06:12 CET

TTIP Großdemo: Deutsche Bürger geben Kontra

Aus linken Kreisen ist zu hören, dass deutsche Bürger es niemals zu einer Revolution bringen werden. Entgegenzusetzen ist die friedliche Revolution in der einstigen DDR, die ihr Ende einleitete. Aber in diesen linken Kreisen hat das nicht ganz den Status einer Revolution.

Ebenfalls zu hören ist, dass der deutsche Bürger beim Besuch einer Demonstration die Warteschlange suchen wird, in der er die Eintrittskarten erwerben möchte. (Möglicherweise kämen mehr Menschen auf Demos, wenn es ein Kassenhäuschen gäbe?)

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Das mag alles begründete Kritik am deutschen Bürger sein, der hier in diesem Artikel trotz dessen glänzen wird: Deutschland will das TTIP, deutsche Bürger hingegen wollen es nicht und fast jede zweite Stimme in der EU-weiten Unterschriftensammlung mit ca. 3,4 Millionen Unterschriften „Stop TTIP" oder auch „Stopp TTIP und Ceta!" stammt aus Deutschland.

Größte Demo seit 10 Jahren


Diese Stimmen kommen gewiss nicht allein von zugewanderten Mitmenschen oder deren Kindern, die natürlich Deutsche mit Migrationshintergrund sind. Weiterhin fand am 10.10.2015 die bisher größte Demo gegen TTIP in Berlin statt, die größte deutsche Demo seit ca. 10 Jahren:

Rund 250.000 Menschen kamen und erklärten, dass sie keine intransparenten Freihandelsabkommen wünschen. So zumindest der Stand im Dezember 2015, ein guter Zeitpunkt, um etwas zurück zu blicken.

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Aufgrund voller Terminkalender und anhaltender Überlastung erfolgte lediglich eine Spende an Campact für die Großdemo, mit der hoffentlich andere mich gut vertreten konnten.

Wenn ein geiziger Deutscher bereits spendet oder sogar auf die Straße geht, um seine Rechte zu verteidigen, dann muss er wirklich am Verzweifeln sein. Schön und zugleich überraschend ist jedoch der unglaubliche Erfolg mit rund 250.000 Demoteilnehmern, die ein sehr deutliches Zeichen setzten.

Unschöne Berichte wollten diese Menschen, die ihre eigene Freiheit, ihre Rechte für sich, für Europäer, für Amerikaner und für folgende Generationen verteidigen möchten, in die rechte Ecke stellen. In einem derart dreckig geführten Kampf solche Ergebnisse sogar noch in Deutschland zu erzielen, ist jedoch ein sehr gutes Gefühl.

Im übrigen würden vermutlich Afrikaner und sehr viele Menschen in ärmeren Regionen noch härter als Europäer und Amerikaner unter dem TTIP leiden: Es geht in der Wirtschaft auch darum, Konkurrenten gar nicht erst hochkommen zu lassen, sondern weiterhin ausbeuten zu können.

Wären TTIP Gegner alle Rechts, würde man sie mit diesen Argumentationen vielleicht eher vom Demonstrieren abhalten als damit, die Demoteilnehmer in die rechte Ecke stellen zu wollen! Seine Gegner innerhalb der Medienlandschaft in all diese Tabuschubladen zu stecken, ist leider primitiv und auch wirksam aber klappt bei 250.000 Demoteilnehmern dieses Mal nicht!

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Deutsche Demonstrationskultur?


Einige Demonstrationen haben eine eigene Demonstrationskultur. Dazu gehören die Ostermärsche, die sich gegen Krieg und Rüstung wenden und Frieden wünschen. Es gibt jedoch auch die Montagsmärsche, die in den letzten Monaten der DDR sehr bekannt und mit „guten Absichten" behaftet wurden.

Vielfach werden positiv zu wertende Demos immer noch an Montagen abgehalten. Die nicht als gut zu wertende Pegida Demo findet leider seit dem 20.10.2014 ebenfalls immer Montags in Dresden statt. Der braune Rand springt gerne auf anderer Leute Taten auf, um in deren Licht die eigenen Schandtaten besser an die Bauernopfer propagieren zu können.0

In der Nacht vom 9ten zum 10ten November 1938 fand die Reichskristallnacht statt, die in den Holocaust überging. Im Jahr 2015 lag am 9ten November der einstige Adolf Hitler Platz in Dresden auf der Demoroute von Pegida. Diejenigen, die dort hingehen, fühlen sich durch derartige „Zufälle" bekräftigt, das ist traurig.

Selbst deutsche Kiffer haben mit ihrer Berliner Hanfparade eine Demonstrationskultur, die im Jahr 2016 bereits 20 Jahre alt wird und vermutlich eine fünfstellige Teilnehmerzahl erreicht. In der Regel ist alles überschaubar, es ist nicht immer ganz friedlich aber in Deutschland gehen durchaus Menschen auf die Straßen, um für ihre Interessen zu demonstrieren.

Bei Pegida und den ähnlich gelagerten sowie teils wöchentlichen stattfindenden Demos stellt sich allerdings die Frage, ob dieses und auch Anderes nicht auch einen gewollten Ablenkungseffekt hat.

Durch hausgemachte Flüchtlinge herangezüchtete Terroristen werden emotional benutzt, um den Menschen immer gläserner werden zu lassen. Dabei hat all das auf die Terrorismusbekämpfung doch kaum oder sogar keinerlei Auswirkungen. Sind die Bürger anderweitig beschäftigt, haben sie weniger Abwehrkräfte gegen diese Machenschaften zur Einschränkung oder gar Aufhebung der Privatsphäre und der Grundfreiheiten aller Menschen.

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Frieden schaffen und TTIP verhindern


Terrorismus und Flüchtlinge aus Nahost können nur durch Frieden bekämpft werden und dieser kann nicht in die Köpfe der Menschen gebombt werden. Durch TTIP wird die Welt innerhalb sowie außerhalb der deutschen Grenzen gewiss nicht friedlicher sondern eine Bürgerkriegsgefahr würde stärker noch als jetzt innerhalb von Europa wachsen.

Frieden schaffen und TTIP verhindern gehört deswegen sehr dicht zusammen und dann wird es weniger Flüchtlinge und Terroristen geben sowie wir selber nicht möglicherweise schon bald flüchten müssen.

Dass viele Menschen begrenzte finanzielle und zeitliche Mittel haben, ist durchaus nachvollziehbar. Dass viele deutsche Bürger ihren Schwerpunkt dennoch auf die TTIP Großdemo mit sehr hoher Bedeutung und nicht auf einige Beschäftigungsaktionen oder Ablenkungsdemos gesetzt haben, ist eine große Freude, die zu würdigen ist:

Danke an alle Erdenbürger, die den Kampf mit Geld , Anwesenheit oder Arbeitskraft gegen intransparente und voraussichtlich Demokratie- und Bürgerfeindliche Freihandelsabkommen unterstützen!

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Von wegen Transparenz: EU-Kommission schwärzt 95 Prozent der Sätze in TTIP-Dokument

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