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08/12/2015 16:47 CET | Aktualisiert 08/12/2016 06:12 CET

Patienten sind keine Menschen, sondern Patienten

Es weihnachtet sehr, der Psychiatrie gehen die Betten aus

Weihnachten ist das Fest der Familie und der Besinnlichkeit. Viele erleben es jedoch nicht als Fest der Freude, da sie Probleme haben und diese durch kürzere Tage und diesen Feierlichkeiten intensiviert werden: Wenn die ganze Gesellschaft auf „Schöne heile Welt und gute Laune" schaltet, man selber das auch wegen der Winterdepression jedoch nicht hat, dann wird es schlimmer, als es schon ist. Weihnachtszeit ist Hochkonjunktur für Psychiater und Psychologen, jedes Jahr wieder!

Alle, die bislang immer freiwillig auf das Gesundheitssystem zurück greifen oder keinen engen Kontakt zu Härtefällen haben, werden diesen Artikel nicht ganz verstehen können, der ein spezielles Thema hat: „Ich bin kein Mensch sondern Patient!" Wieso sagen so viele (häufig freiwillig zum Arzt gehende aber vielleicht durch unser System erst krank gemachte) Patienten diesen Satz unabhängig zueinander?

Erst einmal: Was ist ein Mensch? Ein Mensch ist ein Wesen, dass aufgrund seiner nackten Existenz bereits Rechte hat. Die Menschenrechte gelten weltweit, auch wenn sie leider sehr häufig maßgeblich missachtet werden.

In Deutschland haben wir zudem das Grundgesetz, welches z.B. das Recht auf körperliche Unversehrtheit in Artikel Art. 2 Abs. 2 GG garantiert. Ein Mensch hat z.B. das Recht auf individuelle Entfaltung seiner Persönlichkeit und auf eine (eingeschränkte) Selbstbestimmtheit in seinen persönlichen Belangen. Er darf sich dabei auch selber Schaden zufügen.

Ansonsten müsste wirklich vieles komplett verboten werden aber man sieht anhand bisheriger Verbote, dass der Mensch sich nicht alles verbieten lässt!

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Was ist ein Patient und warum ist ein Patient kein Mensch?

Die härteren Richter sind Ärzte. Ein normaler Richter kann einem die äußere Freiheit maßgeblich einschränken, man hat jedoch einige Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Diese funktionieren häufig nur ungenügend.

Ein Arzt hingegen kann die äußere und auch innere Freiheit maßgeblich einschränken. Ist die innere Freiheit durch Medikamente eingeschränkt, wirkt man nach Außen krank und damit ist bewiesen, dass die Behandlung notwendig ist. Der Arzt ist dadurch nach Außen mit seinen Befunden immer sehr glaubwürdig, da er den Patienten nach Maß „modellieren" kann.

Sich in diesen Zuständen dagegen zu wehren ist fast unmöglich, da es doch alles stimmig und somit „richtig" ist: Man selber ist unselbstständig und alleine nicht mehr dazu in der Lage, sein Leben zu meistern, so schlimm sind die Nebenwirkungen vieler Medikamente! Das gilt bei kranken und auch gesunden Menschen.

Weiterhin findet zwischen Arzt und Patient ein Dialog statt, der eher einen anderen Charakter hat: Wie bei der Polizei werden die Aussagen der Patienten eben gegen ihn und nicht für ihn (seine Freiheiten) verwendet und der Arzt spricht nicht ebenbürtig sondern diktiert.

Das alles ist hier überspitzt dargestellt aber viele Patienten werden all das bestätigen. Es geht soweit, dass dem Patienten abgesprochen wird, seine eigene Lebenssituation oder sein eigenes Befinden einschätzen zu können, um über ihn hinweg entscheiden zu können, was „gut für ihn" ist.

Dabei wird dann so lange weiter an dieser „Baustelle" mit immer den gleichen Gesprächen oder Techniken gearbeitet, bis der Patient entweder abbricht oder das macht, was er soll. Abbrechen können viele es jedoch nicht.

Viele sind nicht Psychisch sondern körperlich mit Schmerzen, Krebs, MS, Tourette oder anderen Leiden derart erkrankt, dass sie nicht um den Arzt herum kommen. Dieser probiert ein Medikament nach dem anderen aus.

Das ist dann bereits „einvernehmlich mit dem Patienten abgesprochen". Viele haben jedoch andere Ansätze: Bei all diesen Erkrankungen kann z.B. Cannabismedizin die Leiden lindern oder sogar die Heilung ermöglichen. Die meisten Ärzte werden diese für den Körper unbedenkliche „Drogensucht" gewiss nicht fördern und anstelle dessen weiterhin Medikamente verabreichen, bis die Organe dann wirklich kurz vor dem Versagen stehen.

All diese körperlich oder psychisch erkrankten Härtefälle versterben viele Jahre früher, wegen der Medikamente oder Suizid! Und für die richtige Signalwirkung mit dem durch Verbote nicht möglichen Jugendschutz soll Cannabis verboten sein und bleiben, damit nicht noch mehr Leute anfangen zu kiffen?

Würden diese Personen durch mehr Cannabiskonsum weniger Alkohol trinken, würden sie gesundheitlich profitieren und Gewalttaten wären rückläufig, ein Jugendschutz könnte erst installiert werden. Und das muss in jedem Fall verhindert werden?

Ein Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit und noch einige Rechte mehr, die ein Patient nicht mehr hat. Damit ist ein Patient aus rechtlichem Blickwinkel automatisch kein Mensch, der doch als dieser zugesicherte und unantastbare Rechte hat!

Krankheitsbedingt gelten viele als „zu dumm und als nicht einsichtig", damit der Arzt wirklich mit ihnen zusammen arbeiten würde. Er entscheidet über diese Patienten (keine Menschen) hinweg, wie es ihm gerade passt.

Bei Psychiatriepatienten sieht das häufig so aus: „Wir können uns entweder einen Beschluss vom Richter holen oder Sie machen freiwillig mit." Entscheidet sich der Patient für das geringere Übel, dann wurde alles mit ihm einvernehmlich abgesprochen ohne dass es einen Zwang gibt. So zumindest die Darstellung nach Außen, wo man vieles eben niemals zu sehen kriegt, bis es einen vielleicht selber trifft.

Das interessante bei dieser Vorgehensweise ist, dass diese Patienten (keine Menschen) viele dieser auf freiwilliger Mitwirkung erzwungenen Maßnahmen sogar noch von ihren eigenen Vermögenswerten mit finanzieren oder auch deren Angehörigen.

Ist der Patient (kein Mensch) erst einmal in seiner materiellen Existenz und schneller noch mit seinen persönlichen Kontakten komplett ruiniert, kann man ihn viel besser misshandeln. Förmliche Korrektur: Behandeln!

Patienten, die das nicht schön finden, sind krankheitsbedingt uneinsichtig. Das dient hierbei als Beweis für die Zweckmäßigkeit aller bisheriger Behandlungsversuche, die man dann in keinem Fall abbrechen darf!

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Ein Mensch, der vor sieben Jahren zum Patienten wurde

Eine Petition auf change.org beweist, wie manipuliert der heutige Bürger ist. Die Schwester setzt eine Petition online, um die „Freilassung" ihres in einer Psychiatrie „inhaftierten" Bruders zu erbeten.

Dieser wird vermutlich in unglücklichen Umständen gewalttätig geworden sein, bleibende Schäden sind dem Oper nicht entstanden. Aber der heutige Patient (kein Mensch) wurde mit seiner diagnostizierten „Kifferpsychose" und „Persönlichkeitsstörungen" (Wer wäre dann noch alles auf Lebzeiten in der Zwangsjackenmühle?) als Gefahr für die Öffentlichkeit mit einem Richterlichen Urteil nach §63 an die nächst härteren Richter übergeben: Psychiater! Hier wirkte der Mann erst einmal mit, suchte sich sogar Arbeit und durfte häufig heim.

Alles verlief unproblematisch abgesehen der aufgezwungenen Medikamente, die ihn beim Arbeiten und vermutlich stärker noch persönlich hinderten. Eine geringere Dosis von Neuroleptika wurde verweigert und der Patient (kein Mensch) setzte deswegen alles ab.

Seine Behandlung wurde ab diesem Punkt deutlich verschärft, seine äußere Freiheit maßgeblich eingeschränkt. Ans Bett gefesselt nicht auf die Toilette zu kommen könnte man mit geltenden Rechten für Menschen nicht machen, mit Patienten ist das jedoch ein Regelfall.

Fakt ist, dass jeder aus der rechten Szene oder jeder aus der Jungen Union selbst bei einem wiederholten Vorfall mit einem „Klaps" heim geschickt worden wäre, vielleicht noch ein Bußgeld oder Schmerzendgeld fällig geworden wäre.

Sind Personen aus diesen „Täterkreisen" keine Gefahr für die Öffentlichkeit, nur weil sie ihre „Hexenverbrennung" derzeit (noch) besser als einst kaschieren und als notwendige und auch christliche Hilfe für notleidende Menschen (bald schon Patienten) verpacken wollen?

Warum sind wir und vor allem die Schwester manipuliert? Nachdem ein Richter in schwarzer Robe und dann ein anderer „Richter" in weißem Kittel beschließen, derart nachhaltig die Existenz des Bruders zu zerstören, mussten erst Jahre ins Land gehen, musste sich der Patient (kein Mensch) erst gegen dieses Unrecht zur Wehr setzen und fast aller Freiheiten beraubt werden, damit den nächsten Verwandten bewusst wird, wer hier als psychisch erkrankt zu gelten hat: Das System, dass völlig willkürlich die einen raus lässt und die anderen mit allen Mitteln platt macht und dieses noch als „gute Taten" verkaufen will!

Patient für ein weiteres Jahr

Betreffender Patient (kein Mensch) will seine „Medikamente" weiterhin nicht einnehmen. Wie schon gesagt haben diese Patienten (keine Menschen) immerhin die Qual der Wahl: „Machst du nicht das, dann passiert halt das!" Nimmt er die Medikamente nicht „auf freiwilliger Basis" dann wird ihm die Freiheit für ein weiteres Jahr entzogen, dann für ein weiteres und noch ein weiteres.

Es bleibt anzumerken, dass dieser Patient (kein Mensch) in diesen letzten sieben Jahren zu niemandem gewalttätig wurde und lediglich gegenüber der Pflegekräfte und Ärzte seine Unzufriedenheit mit unzufriedenem Tonus äußerte.

Selbst wenn dieser Patient (kein Mensch) mit für ihn annehmbaren Auflagen entlassen werden würde, bliebe der Stempel in seinen Akten stehen, der ihn bei nächster Gelegenheit erneut in diese „Zwangsjacke" bringen würde.

Es sollte an dieser Stelle ganz deutlich gesagt werden, dass diese oder andere Patienten (keine Menschen) definitiv nicht zum Lebenserhalt (wie z.B. Insulien- Patienten, vielleicht noch Menschen?) auf diese „medizinische" Behandlung angewiesen sind und sich mit einer bewusst getroffenen eigenen Entscheidung selbst dann dagegen entscheiden dürften, wären sie Menschen!

Ärzte, Pflegekräfte, Pharma und andere machen das alles natürlich nicht allein für die „christliche Nächstenliebe", sie kassieren Gehalt und genießen das öffentliche Ansehen für ihre „Wohltätigkeiten", die immerhin zum Wirtschaftswachstum beitragen.

Wer würde schon Menschen schaden und ihre Arbeitsplätze riskieren wollen, wenn doch Patienten (keine Menschen) herhalten können!

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Abschließende Klarstellung:

Diese Schilderung zur Patientensituation basiert nicht nur auf die verlinkte Onlinepetition. Aber diese deckt sich als ein Extremfall mit anderen Fällen von körperlich und/oder psychisch erkrankter (oder vielleicht krank gemachter, vielleicht auch nur als krank abgestempelter) Patienten (keine Menschen).

Weiterhin soll nicht erklärt werden, dass eine medizinische Versorgung auf freiwilliger Basis schlecht wäre, das Gegenteil ist in der Regel der Fall. (Viele Patienten (keine Menschen) werden dumm gemacht und denken, man tue ihnen viel Gutes, womit sie freiwillig hin gehen!) Es wäre allerdings gut, gar nicht erst krank gemacht zu werden und weniger Ärzte und Tabletten zu benötigen!

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