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14/12/2015 14:21 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Frankenlachse: Gentechnisch verändert!

Thinkstock

Der Lachs mit der Bezeichnung AquAdvantage, gerne auch Frankenfisch genannt, ist das erste gentechnisch veränderte Tier, welches für die kommerzielle Lebensmittelproduktion genutzt wird.

In diesem Fisch wurden laut öffentlichen Berichten nur zwei Gene angepasst. Mit dem einen findet ein Wachstum auch bei kühleren Temperaturen statt, mit dem anderen werden deutlich mehr Wachstumshormone ausgeschüttet. Frankenlachse sind damit nach 16 bis 18 Monaten schlachtreif. Normale Zuchtlachse benötigen 36 Monate.

Frankenlachse gibt es bereits lange aber im November 2015 wurden sie nach fast 20 Jahren Zulassungsverfahren durch die FDA für den US Markt zugelassen. Dass die Frankenlachse für die Konsumenten und Umwelt so ungefährlich wie herkömmliche Lachse sind, stellte die Behörde bereits 2010 fest.

Es gab jedoch Bedenken, dass die Frankenlachse sich auswildern und sich mit anderen Lachsen kreuzen werden.

Deswegen scheint die Frankenlachszucht gewissen Auflagen zu unterliegen, mit denen nur weibliche Exemplare gemästet werden dürfen. Als ob diese sich nicht mit männlichen Wildlachsen kreuzen könnten! Sollten die geänderten Gene dominanter als die natürlichen sein, werden sie sich in der freien Natur durchsetzen.

Vermutlich würden sie jedoch unter gehen, da diese Hochzuchttiere in freier Wildbahn erheblich schlechtere Überlebenschancen haben. Wissen tut man es jedoch vorher niemals sowie auf kurz oder lang definitiv Frankenlachse aus den Fischfarmen ausbrechen werden.

Die Tür ist jedoch offen, damit nun auch weitere genetisch veränderte Tiere zugelassen werden können. Es soll bereits Duzende geben.

Segen oder Fluch?

Lachs ist sehr gesund, er kann jedoch nicht in unbegrenzter Menge gefischt werden. Deswegen gibt es bereits viele Lachsfarmen. Aber der Unternehmer möchte seine Kosten begrenzen. Der Frankenlachs ist doppelt so schnell schlachtreif und auf das Kilo Fisch wird weniger Futter benötigt.

Lachse und andere Raubfische aus Zuchtfarmen schonen im Übrigen nicht die Meere sondern belasten diese: Vor Ort belasten sie die Gewässer erheblich, auch durch Medikamente und Giftstoffe, mit denen die intensive Haltung kaum möglich wäre.

Das Futter dieser gezüchteten Raubfische wird jedoch im Meer gefangen. Mehr Fischzuchten bedeuten somit mehr Fischfang und das bedeutet, dass die Meere noch schneller überfischt sind.

Was passiert, wenn der Frankenfisch etabliert wird?

Wenn Lachs für die Verbraucher günstiger wird, fragen diese möglicherweise größere Mengen nach. Weiterhin gibt es derzeit schon viele Lachszuchten. Wenn mit 60 bis 70% der Kapazitäten durch den Frankenlachs die gleiche Menge Fisch prodiziert werden kann, werden die anderen Fischzuchten stillgelegt? Das wird kaum passieren.

Wenn pro erzeugtem Kilo Frankenlachs etwas weniger Futterfisch gefangen wird aber man mit gleichen Kapazitäten erheblich mehr Lachs produziert, dann wird tendenziell noch mehr Futterfisch benötigt.

Wenn auf gleich großen Fischfarmen mehr Futter durch gesetzt wird, werden die Gewässer und Landschaften vor Ort noch mehr belastet. Jeder normale Aquarianer weiß, dass durch mehr Fisch oder einem Futter- Überangebot die Wasserwerte maßgeblich belastet werden!

Wenn der Frankenlachs die Preise drückt, müssen selbst die Gegner innerhalb der Fischzuchten umsteigen oder Insolvenz anmelden. Es handelt sich demnach um eine Wettbewerbsspirale: Wir müssen alle wettbewerbsfähiger werden, um gegen unsere Nachbarn bestehen zu können.

Unser Nachbarn sind gewiss sehr bemüht, selber wettbewerbsfähiger zu werden. Es ist eine Armutspirale, in der es immer genug Geld für all die Dinge gibt, mit denen Menschen arm gehalten werden.

Das Fazit sollte sein, dass man einfach keine Lachse oder allgemein keine Meerestiere mehr isst. Die Meere sind überfischt und Fischfarmen oder Frankenlachse ändern daran nichts sondern machen es noch schlimmer.

Da es vermutlich keine genügenden Kennzeichnungspflichten geben wird, kann man für das gleiche Produktsegment nicht mehr zwischen Genfood oder normelm Food unterscheiden.

Der Bürger soll funktionieren und konsumieren, wird jedoch in immer mehr Belangen aufgrund fadenscheiniger oder vielleicht auch iniziierter Argumente entrechtet. Oder warum müssen Produkte bereits heute nicht nachvollziehbar etiketiert werden?

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