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25/10/2015 16:27 CET | Aktualisiert 25/10/2016 07:12 CEST

Cannabislegalisierung: Präsidentschaftswahlen USA 2016

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2016 in den USA ist für die deutsche Cannabislegalisierung wichtiger als die Wahlen 2017

Die Westdeutsche und inzwischen Deutsche Politik steht nach dem dritten Reich ungemindert im Schatten der USA und versucht die eigenen Interessen innerhalb der US Interessen unterzubringen. Das ist ein offenes Geheimnis, es ist in anderen Ländern ähnlich aber in Deutschland doch intensiver als z.B. in Frankreich oder Italien.

Sagte Jost Leßmann auf der Hanfparade 2015, dass die Cannabislegalisierung in Deutschland nicht kommen wird, solange Angela Merkel im Amt ist, so wäre die folgende Formulierung vielleicht treffender: Hätte es den US Interessen entsprochen, hätten wir die Cannabislegalisierung bereits unter Kohl geschafft oder es gar nicht erst verboten!

Die Behauptung, dass für die deutsche Cannabislegalisierung die US Präsidentschaftswahlen 2016 wichtiger als die deutschen Bundestagswahlen 2017 sind, erscheint nicht einmal gewagt.

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Was wollen die US Präsidentschaftskandidaten für die Cannabislegalisierung?

Kiffende US Präsidenten gab es schon viele und Barack Obama ist weiterhin im Amt. Der Cannabislegalisierung hat das über viele Jahre wenig geholfen, da unter diesen und durch diese Präsidenten die Strafen weiter angezogen wurden. Dass die erhoffte Cannabislegalisierung mit Barack Obama immerhin weiter kommt und Landesgesetze auf Bundesebene toleriert werden, sind bereits Meilensteine.

Der US Wahlkampf beginnt damit, dass Anwärter der Demokraten und Republikaner im Vorjahr gegeneinander antreten, um den einen Anwärter der Demokraten und den einen Anwärter der Republikaner für die eigentliche Wahl heraus zu kristallisieren. Wer hierbei kein Milliardär ist oder keinen Milliardär oder Großkonzern im Rücken hat, wird kaum noch ernst genommen. Es scheint hierbei eher um kostspielige Stimmungsmache als um die wirklichen Inhalte zu gehen. Es werden sozusagen knappe Parolen heraus gebrüllt, um zu schauen, bei welcher der meiste Beifall kommt.

Eine genaue Auflistung aller Kandidaten und aller Positionen als Tabelle zur schnellen Übersicht scheint hierbei nicht zu existieren. Bei derzeit 5 demokratischen und 15 republikanischen Anwärtern wäre das nicht nur in der Frage der Cannabislegalisierung interessant. Immerhin kann jeder der Anwärter auf Wikipedia aufgerufen werden, um seine politischen Positionen nachlesen zu können. Das wird jedoch Stunden dauern sowie bei vielen Kandidaten die Cannabislegalisierung vermutlich nicht mal erwähnt wird, da es für viele ein Randthema ist und bleiben wird.

Was wollen US Präsidentschaftskandidaten für die Cannabislegalisierung? Man müsste sich vermutlich sehr intensiv einarbeiten, um dieses zu ergründen aber bei vielen der Kandidaten ist es vermutlich ein Randthema, bei dem man sich lediglich in die gewünschte Richtung dreht, wie es bereits viele US Präsidenten taten.

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Ist die Cannabislegalisierung eine absehbare Zeitfrage?

Es sollte allen klar sein, dass ein Unfug wie die derzeitigen Drogenverbote nicht auf Ewig bestand haben werden. Nach einigen Verbots- Jahrzehnten sollte man deswegen diese Frage stellen: Ist die Cannabislegalisierung eine absehbare Zeitfrage von 5 bis 20 Jahren oder ist sie noch auf der Kippe? Diese Frage wird für uns in Deutschland vermutlich eher in den USA beantwortet: Der republikanische Präsidentschaftsanwärter Chris Christie möchte als eine seiner ersten Amtshandlungen die Cannabislegalisierung einiger US Bundesstaaten direkt rückgängig machen. „I will crack down and not permit!" Denn es ist eine „Gateway Drug".

Ein Kandidat, der als erste Amtshandlung Cannabis legalisieren möchte, scheint bislang hingegen nicht bekannt zu sein. Einige würden vermutlich sehr schnell auf Bundesebene zumindest schrittweise legalisieren. Für die meisten ist es jedoch eher ein Randthema, bei dem man taktiert und die erwünschte oder besser keine Position beziehen wird. Auch bei diesen Kandidaten würde die Cannabislegalisierung vermutlich voranschreiten, es ginge bei anderen jedoch schneller.

Vielen ist nicht bewusst, dass mit dem berauschenden Marihuana auch der gerade wiederentdeckte nicht berauschende Nutzhanf geächtet wird, der medizinisch, wirtschaftlich und ökologisch von hoher Bedeutung für das Wohl der Menschheit ist!

Aus Erfahrung weiß der deutsche Wähler, dass sich der Politiker in einer Demokratie nach dem Wind dreht und seine Wahlkampfversprechen oder seine Positionen nach der Wahl schreddert. Wer in Deutschland die Cannabislegalisierung voran treiben will, kann demnach nur abwarten und während dessen weiter machen.

Auch wenn die da oben machen, was sie wollen, ist die Meinung der Bürger nicht komplett unwichtig. Solange es um nichts Relevantes geht oder es keinen Unterschied macht, richtet sich der Politiker nach dem Bürger aus. Der Bürger an sich wird demnach nicht grundsätzlich sondern nur weitgehend übergangen!

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