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14/12/2015 13:42 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Bei Überdosis anonym den Arzt rufen und Leben retten

Auf die Wiese gelegt und sterben lassen

Immer wieder gibt es Medienberichte oder andere Quellen, die besagen, dass Drogenkonsumenten jemanden mit Überdosis auf die Straße oder an anderem Ort legten aber nicht den Notarzt riefen oder ihn zum Krankenhaus brachten.

Warum lässt man seinen Kollegen einfach sterben und hilft nicht? Weil man Repression fürchtet! Wenn der Freund fast an einer Überdosis stirbt und man ruft den Notarzt oder bringt ihn zum Krankenhaus, dann muss man doch berechtigter Weise fürchten, dass in Folge dessen gegen einen ermittelt wird.

Man begibt sich in die akute Gefahr, den Verfolgungsbehörden aufzufallen und dass sogar direkt ein Strafverfahren eingeleitet wird. Die konsumierten Drogen müssen immerhin von irgendwo her kommen, da muss der Held der Amtsstube doch ermitteln und kann nicht einfach wegschauen. Man muss doch auch mal an die Signalwirkung denken!

Drogenkonsumenten leben in stetiger Angst vor Repression durch Richter, der Straßenverkehrsbehörde oder durch stigmatisierende Benachteiligungen innerhalb der Gesellschaft.

Nimmt ein Lehrer Drogen und wird überführt, muss er sich einen neuen Job suchen! Da legt man jemanden mit Überdosis doch lieber in die Gasse und sucht das Weite, als die eigene Existenz und vielleicht sogar Freiheit aufs Spiel zu setzen.

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Wie man sich bei einer Überdosis richtig verhält

Bei reinem Cannabiskonsum lässt man die Leute einfach in Ruhe pennen. Es ist für diese vielleicht nicht schön, es besteht jedoch keine Gefahr, solange diese sicher rum liegen können. Bei -10° Celsius sollte man sie deswegen schon an einen wärmeren Ort tragen.

Bei gewissen anderen Drogen besteht auch keine Gefahr der tödlichen Überdosis, man sollte jedoch darauf achten, dass die Personen nicht bedingt durch die Überdosis vielleicht in Lebensgefahr geraten.

Bei Opiaten und einigen anderen Substanzen setzt bei einer Überdosis im schlimmsten Fall jedoch das Herz und die Atmung aus, der Tod tritt ein. Wird dem Patienten Adrenalin gegeben, bessert sich der Zustand.

Wer befürchtet, dass wegen einer Überdosis der Tod eintreten könnte, sollte deswegen unbedingt schnell handeln. Sich selber zu schützen ist dabei verständlich und nachvollziehbar. Aber man kann beides machen.

Warum der Person mit Überdosis nicht ein Taxi zu einer nahen Adresse rufen und zum Krankenhaus fahren lassen? Warum nicht die Person mit Überdosis an einen sicheren öffentlichen Ort bringen und von einer Telefonzelle mit Socke vorm Mund den Notarzt rufen? Die Stelle muss sich jedoch sehr exakt beschreiben lassen, damit die Person gefunden wird! Warum nicht schnell einen Bekannten rufen, der keine Angst vor der Polizei haben muss und zudem den Mund hält, damit dieser alles schnell in die Wege leitet?

Die Person mit einer Überdosis an einen anderen Ort zu schaffen, ist zum Selbstschutz nicht einmal verkehrt und durchaus nachvollziehbar. Aber das allein reicht nicht aus, ist sogar unterlassene Hilfeleistung, die einen in den Knast bringen kann.

Wer außerdem anonym oder durch einen Bekannten Hilfe holt, braucht sich diesen Vorwurf im Ernstfall natürlich nicht gefallen zu lassen und kann vielleicht ein Menschenleben retten. Im Zweifelsfall kann sogar ein Passant gebeten werden, den Notarzt zu rufen, nachdem man sich selber entfernte.

Passanten, man selber und natürlich die betreffende Person mit Überdosis sollten natürlich Stillschweigen über alles wahren, damit nicht doch ein triftiger Grund gegen das beschriebene Vorgehen bestehen kann.

Aufgrund der Repression wird den Betroffenen das Leben nur schwerer gemacht und der Drogenkonsum wird gefährlicher. Es werden jedoch nicht weniger oder ungefährlichere Drogen genommen, das sollte jedem zu denken geben, der Statistiken selber auswerten kann.

Deswegen sollte die Drogenmündigkeit gefördert und der Drogenmarkt (für gefährliche Substanzen unter strengen Auflagen) reguliert werden.

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