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15/01/2016 12:59 CET | Aktualisiert 15/01/2017 06:12 CET

Antriebslosen Kiffern ist alles egal oder auch nicht

Aaron McCoy via Getty Images

Warum ich nicht so bin, wie du es willst und das richtig ist

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, die Gesellschaft will ebenfalls nur das Beste für ihre Jugend. Es gibt natürlich Gefahren und Versuchungen und diese werden verboten und verteufelt, damit jeder den 0 8 15 Weg von der Wiege bis zum Sarg einschlägt. Es handelt sich um einen Weg durch den Leistungsdruck und das Denken, man sei was besseres als woanders.

Bürgerliche Wertevorstellungen, da passt kein barfußlaufender Veganerhippie ins Konzept. Solchen antriebslosen Kiffern ist einfach alles egal und sie vergeuden ihr Leben? Vielleicht genießen sie es auch, während andere sich kaputt arbeiten und ihre Früchte nicht mehr schätzen werden.

Eltern haben panische Angst davor, dass ihre Kinder „versagen" und sie selber damit im schlechten Licht stehen. Die Kinder müssen ab dem Grundschulalter Leistung bringen und sich am besten noch einen Karriereweg und Freundeskreis vorgeben lassen. Alles hübsch gleichschalten und mit dem Strom schwimmen.

Antriebslose Kiffer sind dann das Grauen: Cannabiskonsum macht vielleicht nicht intelligent aber viele werden eigenwilliger. Pottraucher lassen sich nicht einfach den Weg weisen sondern entscheiden für sich selber. Dabei blenden viele die Welt um sich herum aus und leben für den Moment. Das ist jedoch ein um sich greifendes Gesellschaftssymptom des Abstumpfens.

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Warum bist du nicht so, wie ich es will?

Man kommt auf die Welt und wird mit Erwartungshaltungen konfrontiert. Werden diese nicht erfüllt, ist mit einem etwas nicht in Ordnung. Oder einem wird erklärt, dass man halt nicht wolle, wie man solle. Und letzteres trifft es auf den Punkt: Warum sollte man auch das tun und so sein, wie andere es von einem wollen? Warum sind die nicht einfach so, wie man es selber gerne hätte? Welches ist denn die Grundlage, um derartige Erwartungshaltungen zu stellen? Und wer entscheidet, ob der Burn Out Workahol recht hat oder man die Weisheit unter antriebslosen Kiffern findet? Warum soll blau besser als rot oder grün sein könnte man als Frage stellen.

Oder: Warum lässt man einander nicht in Ruhe leben? Weil das gesellschaftlich bürgerliche Denken auf Recht, Ordnung und Leistung getrimmt ist.

Antriebslosen Kiffern sind diese Grundsätze häufig eine Last und die Bürger wollen die „Schmarotzer" nicht alle mit durch ziehen. Warum arbeiten diese Bürger nicht einfach weniger, damit Arbeit und auch Wohlstand besser verteilt werden können?

Es gibt unter antriebslosen Kiffern diejenigen, die in ihrem angebrochenen Erwachsenenleben einen Durchhänger haben und diejenigen, die nach und nach immer weiter in diese Rolle rein gedrückt werden. Wer Personen abstempelt, der drückt sie damit in die entsprechende Schublade.

Außerdem macht es keinen Sinn, für die Steigerung vom Bruttosozialprodukt zu arbeiten, wenn bereits alles im genügenden Umfang vorhanden ist. Oder ist es ökologisch vertretbar, sich für unnützes Konsumieren kaputt zu arbeiten? Sollen die Leistungsträger doch einfach weniger arbeiten, um nicht so schnell zu Pflegefällen zu werden. Vielen Antriebslosen Kiffern ist eben nicht alles egal und deswegen machen sie in dieser Tretmühle der kaputtmachenden Leistung nicht mit!

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Leistungsträger zu antriebslosen Kiffern machen

Unabhängig zum Cannabis gibt es sehr viele Personen, die in unserer Leistungsgesellschaft nicht das meiste dazu beitragen. Mit dem Genussmittel Alkohol nimmt bei Problemkonsumenten das Umfeld sogar noch mehr Schaden als beim problematischen Cannabiskonsum.

Dieser wird häufig unterstellt wobei Alkoholismus zum Gesellschaftsbild gehört. Viele Pottraucher sind Leistungsträger sowie intelligent. Nicht grundlos wird einem oftmals erklärt, Hauptschüler saufen und Abiturienten kiffen. Antriebslosen Kiffern sollte natürlich nicht der „A" hinterher getragen werden aber man sollte einen Cannabiskonsumenten nicht vorsätzlich erst dazu machen.

Benachteiligung im Alltag, im Arbeitsleben, im Straßenverkehr oder sogar die existenzvernichtende Strafverfolgung sind leider allesamt Karrierekiller. Den antriebslosen Kiffern dann zu sagen, sie haben sich ihr Leben mit Cannabis versaut wobei man es ihnen doch vielfach durch diese ganze angeblich gut gemeinte Gängelei und Bevormundung versaute, ist wirklich ignorant und dreist.

Geht es darum, wer das Leben verstanden hat, dann doch eher der Hippie als derjenige, der seinen Burn Out stationär behandeln lassen muss! Eine Gesellschaft, die zur wirtschaftlichen Festigung Bomben baut und Zivilisten auf den Kopf wirft, um offiziell ihren Way of Life und inoffiziell ihre Rohstoffwege zu erzwingen, ist krank, nicht der Pottraucher!

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