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02/03/2016 06:27 CET | Aktualisiert 03/03/2017 06:12 CET

Warum euch die besten Argumente immer erst danach einfallen

Caiaimage/Chris Ryan via Getty Images

Und da ist sie, die zündende Idee!

Im endlosen Meeting auf der Suche nach einer Problemlösung herrschte noch gähnende Leere im Kopf. Unter der Dusche fällt Ihnen die Lösung ein - und die ist so klar und offensichtlich, dass Sie sich fragen, warum sie Ihnen vorher nicht in den Sinn kam.

Oder bei der heftigen Diskussion im Büro wissen Sie nicht, wie Sie die Angriffe abwehren sollen. Kaum sind Sie auf der Heimfahrt, kommen Ihnen die überzeugenden Argumente.

Es liegt nicht am falschen Mindset

Nun mögen Sie denken: Es ist wie verhext! Jetzt haben Sie jahrelang studiert, Fortbildungen gemacht, Erfahrungen gesammelt und wollen nichts lieber, als Ihr Können unter Beweis zu stellen ... und dann sowas!

Aber der Punkt ist: Sie können noch so viel lernen und wissen und wollen - es gibt Tage, da kriegen Sie es einfach nicht auf die Straße, da kriegen Sie nichts oder nur wenig hin.

Ich habe schon Neunmalkluge sagen hören, das liege am falschen Mindset. "Wenn du schon mit der Einstellung reingehst, dass das nicht klappen kann, dann wird es das auch. Self-fulfilling prophecy eben."

Aber das halte ich für Blödsinn. Wenn an manchen Tagen einfach nichts klappen will, Sie keine guten Ideen haben, dann liegt das nicht daran, dass Sie es sich insgeheim nicht zutrauen.

Die Frage ist aber, woran es dann liegt, dass Ihnen die besten Einfälle immer zu spät kommen. Liegt es an der Hetze des Alltags, dass Sie Standard-Lösungen vorschlagen, immer im gleichen Trott bleiben, keine neuen Ideen haben?

Es liegt am Stress

Die Antwort ist klar und eindeutig: Ja, es liegt am Stress. Und davon können Manager, Führungskräfte, Chefs wie Mitarbeiter ein Lied singen.

Sie stehen ständig unter Druck, haben wenig Zeit, dafür aber viel Verantwortung und müssen am laufenden Band zum Teil folgenschwere Entscheidungen treffen. Dass das Stress produziert, ist wohl logisch.

Und das ist das Problem. Denn unter Stress produziert der Mensch Adrenalin. Das ist dieses Hormon, dass früher für das Überleben notwendig war, als sich der Mensch noch vor Bären und Tigern in Sicherheit bringen musste.

Adrenalin sorgt nämlich für eine fokussierte Wahrnehmung und schnelle Reaktionen. Im gleiche Zug verhindert es aber auch das eigenständige Denken und die Kreativität. Klar, wenn ein Tiger vor Ihnen steht, ist keine Zeit, um zu überlegen oder kreative Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Nein, da spult der Mensch Handlungsmuster ab, die er sich in den Jahren zuvor angeeignet hat. Darum verlaufen solche Tage immer gleich und es kommt nichts Neues dabei heraus.

Erfüllen Sie sich ihre Grundintentionen

Weil das aber an den Hormonen liegt, also ein neurobiologischer Prozess ist, können Sie gar nichts dagegen tun. Da ist es auch egal, wie gut ausgebildet Sie sind. Der Stress hält Sie von guten Ideen und Entscheidungen ab.

An dieser Stelle kommt in meinen Seminaren dann oft die Frage: "Wie baue ich also den Stress ab, wenn es doch immer so viel zu tun gibt und viel Verantwortung auf mir lastet?"

Die Lösung liegt im Dopamin: Es ist zuständige für das Wohlbefinden bzw. Glück. Und nur in diesem Zustand ist der Mensch aufnahmefähig, kann denken, auswählen, entwickeln etc.

Wenn Sie also bessere Ergebnisse erzielen, Neues entwickeln, kreativ sein wollen, dann brauchen Sie auch bei der Arbeit Glücksmomente. Momente, in denen Sie Ihre innersten Wünsche erfüllen - oder wie ich es nennen: Ihre Grundintention.

Was genau das für Sie bedeutet, das können nur Sie wissen. Schließlich ist das für jede Person auf dieser Erde anders. Machen Sie sich also daran, Ihre Grundintention herauszufinden. Und dann gestalten Sie Ihren Tag so, dass Sie Ihre PS auf die Straße bringen.

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