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23/03/2016 07:31 CET | Aktualisiert 24/03/2017 06:12 CET

Deutsche Manager: „Work hard, play hard" - eher nicht

WB Digital via Getty Images

Sebstverliebt, risikoaffin, hart arbeitend und ausgelassen feiernd - so präsentieren Serien wie Mad Men, Filme wie „The Wolf of Wall Street" oder unzählige Berichte über die Ausschweifungen von Managern und Führungskräften die wirtschaftliche Elite des Landes.

Eine Anaylse der Angaben von 2.000 Personen, die mindestens im oberen Management beschäftigt sind, zeigt, was diese vom Durchschnittbürger unterscheidet und was an den Vorurteilen dran ist.

So zeigt sich, dass Personen im oberen Management tatsächlich deutlich häufiger als die Gesamtbevölkerung sagen, dass Sie berufliche Entscheidungen eigenständig treffen und beschreiben sich häufiger als der Rest der Bevölkerung als Kopf, denn als Bauchmensch. Auf der Arbeit treiben sie nach eigenen Angaben Themen, die sie persönlich weiterbringen, proaktiv voran.

Zudem gehen sie eher als der Rest im Job Risiken ein, um weiter zu kommen.

Auch das mit der Selbstverliebtheit ist nicht weit hergeholt. Manager sind eher auf ihre Außenwirkung bedacht als andere.

Sie gehen eher in angesagte Bars und Restaurants, ihnen ist es wichtiger, gut auszusehen, und sie achten eher darauf, wie sie sich in sozialen Medien präsentieren. Und auch die Bereitschaft, sich für eine Schönheits-OP unter das Messer zu legen, ist bei ihnen deutlicher ausgeprägt.

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Zum Leben als Führungskraft gehören allerdings auch Entbehrungen: Die Zustimmung zu der Aussage „Für optimale berufliche Ergebnisse gehe ich an meine persönlichen Grenzen" ist unter ihnen deutlich höher als beim Rest der Bevölkerung. Und das Montagmorgens von verkatereten Kollegen angeführte Klischee „Work hard, play hard" gilt für Führungskräfte nur bedingt.

Danach gefragt, wie sie sich in der Regel auf Feiern verhalten, sagen kaum mehr als beim Rest der Bevölkerung „Ich schieße über das Ziel hinaus, benehme mich daneben und bereue es am nächsten Tag."

Ganz zu entkräften ist das Vorurteil jedoch nicht, denn selbst wenn nicht über das Ziel hinaus geschossen wird, trinken sie doch häufiger Alkohl zu Hause und lieber in Gaststätten als der Rest der Bevölkerung.

So zielstrebig und opferbereit Personen in Management-Positionen auch sein mögen, einem Effizienz-Fresser könnnen sie sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nicht entziehen: Sie verschwenden eigenen Angaben nach signifikant öfter Arbeitszeit beim surfen im Internet.

Die im Artikel verwendeten Daten stammen aus YouGov Profiles, ein Produkt zur Analyse von Marken und Zielgruppen, welches zahlreiche Informationen zu verschiedenen Themen, die das internationale Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov erhebt, zusammenführt.

Aus diesen Daten wurde eine repräsentative Stichprobe für Deutschland gezogen und mit den Angaben von mehr als 2.000 Befragten verglichen, die mindestens im oberen Management beschäftigt sind. Dadurch kann man gut erkennen, wie diese im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ticken.

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