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22/04/2016 11:19 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Die Wahrheit über Keikos Auswilderung

Taken by Amanda Fletcher via Getty Images

Der ehemalige Orca-Trainer Mark Simmons partizipierte sowohl am Keiko Release Project als auch an dem Film Blackfish (https://www.youtube.com/watch?v=U9C9EtCGfb0). In seinem Buch „Killing Keiko" hat er seine Beteiligung an Auswilderungsprojekt beschrieben und erklärt, weshalb und wie die Auswilderung scheiterte. Delfinariengegner glauben tatsächlich immer noch, dass Keiko ausgewildert wurde.

Diesen Glauben zerstört er nun erneut durch Fakten, die auf seinem Blog und Awesome Ocean veröffentlich wurden.

„Den Auswilderungsversuch hat Keiko nie gebraucht." - Mark Simmons.

Keiko allein - gelungene Auswilderung?

Über 40 Personen waren über Jahre am Auswilderungsprojekt beteiligt. Keiko war ständig in ihrer Obhut und unter Beobachtung und Pflege. Nur 23 Tage war Keiko im Jahr 2002 allein. Es war die einzige Zeit in diesen fünf Jahren (1998-2002), in denen er nicht unter direkter Beobachtung stand. Aktivisten bezeichnen diese Zeit als gelungene Auswilderung, obgleich Keiko danach völlig entkräftet wieder in Menschenobhut genommen werden musste. Hier kommen nun die Fakten zu dieser Behauptung

Hat Keiko je erfolgreich gejagt?

Es gibt dafür nicht nur keinen Beweis, sondern auch die Fakten sprechen dagegen. Gastrologische Untersuchungen haben das nie nachweisen. Man weiß, und das bestätigt auch Simmons, das Keiko Fischerbooten folgte und um Futter bettelte - das kann man nun wahrlich nicht als Jagd oder erfolgreiche Futtersuche eines Orcas bezeichnen. Die Nähe zu Booten ist für Delfine generell gefährlich - nicht wenige sterben bei Zusammenstößen. Zudem reichte natürlich der erbettelte Fisch nicht wirklich aus. Sein Zustand nach diesen 23 Tagen ohne menschliche Obhut war alles andere als gut.

Hat sich Keiko anderen Walen angeschlossen?

Angebliche Aufnahmen von Keiko sollen beweisen, dass das Tier sich einer Gruppe angeschlossen hat. Gerne zeigen Delfinariengegner diese Aufnahmen, um die angebliche Auswilderung zu feiern und zu beweisen, er habe sich ja schon bereits völlig sozialisiert mit anderen Walen.

Das Problem ist nur: Diese Aufnahmen zeigen gar nicht Keiko. Wie man auf dem Foto sieht, ist das eye patch des falschen Keiko klar anders geformt und die Krümmung der Rückenflosse ist eine völlig andere, was selbst der Laie erkennt. Der Experte Simmons macht natürlich noch weitere Unterschiede deutlich.

Also gibt es keinerlei Beweis dafür, dass Keiko mit anderen Walen schwamm. Die angeblichen Beweise wurden als Fälschung enttarnt.

2016-04-20-1461147483-5432796-Keikofalsereal.jpg Oben: Von den Delfinariengegnern verteiltes Foto "Keiko swimming with wild orca" - Unten: Tatsächliches Foto von Keiko | Veröffentlichung des Fotos erlaubt durch Mark Simmons.

Starb Keiko in Freiheit?

Nein, er starb in menschlicher Obhut. Keiko starb einen langsamen und qualvollen Tod wegen der schlechten Pflegequalität, die Simmons zu Recht bemängelt. Er war inzwischen auf eigenen Wunsch aus dem Projekt ausgeschieden. Keiko starb nicht „nach der Auswilderung", wie oft getitelt wurde, sondern er starb unter stark defizitärer Menschenobhut unter der Aufsicht von Tierrechtlern.

War Keiko für eine Auswilderung geeignet?

Nein - und Mark Simmons erklärt auch weshalb in seinem Resümee des Projektes:

„Die Freilassung eines Tieres, dessen gesamte Lebens- und Lerngeschicht sich in menschlicher Obhut abgespielt hat, ist völlig unverantwortlich, nicht nur in Bezug auf das einzelne beteiligte Tier, sondern auch auf die Wildpopulation, die unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt werden kann. Im vorliegenden Fall hatte ein kutanes Papillomavirus von dem man glaubte, dass es ansteckend. Allein schon aus diesem Grund, hätte er niemals einem wilden Orca ausgesetzt werden sollen." - Mark Simmons.

Die gesundheitliche Situation von Keiko war ohnehin schon mehrfach ernst gewesen. In den Wintern 2000, 2001 und 2002 wäre Keiko beinahe an rezidivierenden Infektionen der Atemwege gestorben. Allein die richtige Medikation und Pflege rettete sein Leben.

Was bleibt?

Ein missglücktes Auswilderungsprojekt von rund 20 Millionen Dollar, das daran scheiterte, was vielerorts ohnehin verboten ist: Einen Wal, der zu lange in Menschenobhut war, auszuwildern. Das ist die traurige Wahrheit und es ist abstoßend, niederträchtig und einfach falsch zu behaupten, die Auswilderung wäre geglückt.

„Ich lasse mich nicht von übler Taktik und persönlicher Diffamierung des Earth Island Instituts, der HSUS [Human Society oft he United States] oder den Produzenten von „The Untold Story" einschüchtern oder zum Schweigen bringen lassen. Nur die Wahrheit macht uns frei." - Mark Simmons.

Schmierenkampagne der Delfinariengegner gegen Simmons

Wie schon erwähnt, propagieren Menschen, die Delfinarien hassen, Keikos Auswilderung, entgegen sämtlicher Fakten, als Erfolg. Mark Simmons agiert quasi als Whistleblower und zieht sich deshalb den Hass der Menschen zu, die mit ihrem Delfinarienhass ihr Geld verdienen. Deshalb streuen sie diffamierende Gerüchte, die auf nichts als Lügen basieren.

So werfen sie ihm vor Delfine gefangen, besessen bzw. verkauft zu haben. Das ist schlicht eine Lüge. Wahr ist: Zwischen 2005 und 2007 kümmerte sich Mark Simmons' Firma „Ocean Embassy" um Tiere, die auf den Salomonen fast gestorben wären. Einige dieser Tiere konnten wieder ausgewildert werden, andere nicht. Die verblieben Tiere wurden im Namen von Kerzner International in eine neue Anlage in Dubai transportiert.

Danach wollte man von der Regierung der Salomonen erwirken, dass sie mit den Meerestieren doch schonender umgehen sollten. Es brauchte eine Studie über die Populationsgröße der Meeressäuger bevor auch nur ein Tier exportiert werden sollte. Kurz gesagt: Mark Simmons wollte mit seiner Firma den aktuell auf den Inseln existierenden Delfinfang auf den Salomonen verhindern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus den USA versuchten sie dies durchzusetzen und investierten eine viertel Millionen Dollar, dass das maßlose Bejagen von Delfinen endlich aufhört. Simmons vermutet begründet, dass durch Korruption verhindert wurde, dass der Tierschutz, den er betrieb, gegen geldgierige und wohlhabende Delfinhändler gewann.

Mark Simmons hat also durch langjährige Aktionen und mit Hilfe der Wissenschaft versucht, Tierschutz auf den Salomonen zu etablieren und den Delfinfang in seiner aktuellen Form zu beenden. Dies scheiterte leider. Dieser Tierschutz wird nun in den Schmutz gezogen und so umgedichtet, dass daraus die Lüge entsteht, er habe auf den Salomonen mit Delfinen gehandelt. Hier sieht man wieder wie weit Delfinariengegner gehen, um Menschen, die für sie unbequeme Wahrheiten veröffentlichen, zu schaden.

Mark Simmons ist einer der angesehensten Experten für Meeressäuger und ihr Training auf der Welt. Er arbeitete sowohl in führender Position für SeaWorld im Bereich von Tierhaltung und Tierschutz, als auch in vergleichbarerer führender Position im Auswilderungsprojekt für Keiko. Fast drei Jahrzehnte arbeitete er mit und für verschiedene Arten von Meeressäugern, im Bereich der Pflege, Rettung und Auswilderung. Viele gestrandete und verletzte Tiere verdanken seiner Mitarbeit ihr Leben.

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