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18/11/2015 10:05 CET | Aktualisiert 18/11/2016 06:12 CET

Reaktion auf Paris: Unterwerfung oder Kampf?

Alexander Koerner via Getty Images

In einem beachtenswerten Kommentar sucht der Mitinhaber des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, die Antwort auf die Frage, was ist die richtige Antwort auf die Attentate von Paris. Hier die wichtigsten Passagen:

Die Flüchtlingskrise und nun die Terrorwelle von Paris sind die Brandbeschleuniger eines Kulturkampfes, der seit langem schwelt.

Die meisten Demokratien suchen den Dialog, den Kompromiss und vor allem den Applaus bei der eigenen Bevölkerung. Übersehen wird dabei, dass der Kanon der eigenen Kultur und Zivilisation nicht für den Gegner gilt.

Während bei uns ein angebotener Kompromiss als moralische Verpflichtung für die andere Seite empfunden wird, ebenfalls Zugeständnisse zu machen, empfinden muslimische Extremisten Kompromisse als Zeichen der Schwäche und also als Ermunterung.

Fakten der Einwanderungswelle

Die Fakten der Einwanderungswelle lassen jeden Menschen, dem der Verstand nicht abhandengekommen ist, erkennen, dass es so nicht weitergehen kann. Millionen von Flüchtlingen pro Jahr können selbst von der potentesten Wirtschaft und der tolerantesten Gesellschaft nicht integriert werden. Längst regt sich der Widerstand bis tief in die linken Milieus hinein.

Am Ende stehen Staatskrise und Ausschreitungen bis hin zum Bürgerkrieg. Die Antwort kann nur eine Politik der Stärke, der entschiedenen und selbstbewussten Verteidigung von Rechtsstaat, Demokratie, Religionsfreiheit, Marktwirtschaft und Menschenrechten sein. Von Entschiedenheit und Stärke aber ist in Kontinentaleuropa wenig zu spüren.

Die Botschaft von Paris ist: Wir müssen unsere Werte mit allen rechtsstaatlichen und demokratischen Mitteln verteidigen. Dazu gehört ein neues Einwanderungsgesetz, das Flüchtlingen aus Kriegsgebieten und existentieller Not weiterhin Asyl gewährt, aber Wirtschaftsflüchtlinge und Einwanderer aus sicheren Drittländern konsequent abweist. Und jeden sofort ausweist, der die Regeln unseres Rechtsstaates missachtet.

Abgesenkt werden müssen auch die monetären sozialstaatlichen Anreize, die einige Länder Europas zu Magneten für Flüchtlingsströme machen. Noch wichtiger ist: eine wirklich gemeinsame europäische und transatlantische Sicherheitspolitik. Eine Politik gemeinsamer Stärke, jedoch nicht mit den Mitteln unserer Gegner. Denn wer die Freiheit mit Zensur oder Folter oder Intoleranz beantwortet, verrät die Ideale der Freiheit.

Wenn die Anschläge von Paris, der Angriff im Herzen Europas, zu einem Weckruf werden für eine Politik der Stärke des Westens, des wehrhaften Stolzes auf Aufklärung, Rechtsstaat und Menschenrechte und deren aktive Verteidigung - dann kann aus dem Schrecken etwas Gutes entstehen.

Wenn weiter laviert und toleriert wird, sind die Opfer von Paris nur die Vorboten der Unterwerfung.

Wir brauchen keinen linken oder rechten Populismus. Sondern eine Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte. Einer Mitte, die ihren Freiheits-Werten auf den Grund geht und sie kraftvoll verteidigt. Wir brauchen die wirklich wehrhafte Demokratie!

Willkommen bei der AfD, Herr Döpfner!

+++ Wir halten euch in unserem NEWS-BLOG über alle aktuellen Entwicklungen zum Paris-Attentat auf dem Laufenden +++

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