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12/10/2015 04:39 CEST | Aktualisiert 12/10/2016 07:12 CEST

Diese Frau erkrankt während ihrer Schwangerschaft - so rührend wird ihr geholfen

Thinkstock

Als wir erfuhren, dass meine Frau Mair Brustkrebs hatte, war dies für alle von uns, die sie liebten, ein riesiger Schock. Mit 41 Jahren war sie dynamisch, voller Energie und hatte keine Symptome der Krankheit, durch die wir sie schlussendlich sechs Monate später verlieren sollten.

Sie war zudem in der 22. Schwangerschaftswoche unseres Sohnes Merlin.

Wie alle Eltern wissen, ist die Geburt eines Babys ein freudiges, aber auch anstrengendes Ereignis. Es mit dem Kampf gegen Krebs zu kombinieren, war schrecklich.

Mair begann sofort mit der Chemotherapie, auf die sie gut reagierte und die sie auch nach Merlins gesunder Geburt fortsetzte. In dieser Zeit waren wir überwältigt von der Art und Weise, in der unsere Familie, unsere Freunde und Nachbarn sich geschlossen hinter uns gestellt haben.

Wichtige Unterstützung

Ohne sie wären wir nicht in der Lage gewesen, die praktischen und emotionellen Belastungen der Krebsbehandlung, die Ansprüche eines Neugeborenen oder die Versorgung unserer älteren Tochter Martha zu bewältigen.

Routineaufgaben, wie beispielsweise Kochen, Wickeln und Baden von Merlin, waren für Mair beinahe unmöglich geworden, da sie jede Menge Bettruhe nötig hatte. Sie konnte nicht stillen und musste in dieser Zeit auch oft ins Krankenhaus.Leider breitete sich der Krebs weiter aus und Mair starb daran als Merlin nur zwei Monate alt war.

Etwas Positives bewirken

Nach ihrem Tod wollten ihre Schwester Louise und ich, dass aus dem Leidensweg der Familie etwas Positives entsteht. Mairs Erfahrung brachte viele neue Themen zur Sprache, nicht nur in Bezug auf Krebs und Schwangerschaft selbst, sondern auch in Bezug auf die Erfahrungen und Herausforderungen, die eine Mutterschaft mit sich bringt.

Für uns war deutlich, dass es Müttern - die meistens die größte Sorge für die Familie übernehmen - an Informationen und praktischer Unterstützung mangelt, die sie brauchen, um sich selbst emotionell und körperlich gut zu fühlen.

Deshalb haben wir Mummy's Star gegründet, eine Organisation die krebskranken schwangeren

Frauen oder Müttern von Kleinkindern die finanzielle Unterstützung, die Informationen und die

praktische Hilfe bietet, die sie benötigen.

Unter anderem wollten wir Familien mit kranken Müttern helfen, besser über ihre Rechte Bescheid zu wissen. Es bestehen beispielsweise noch einige weitverbreitete Auffassungen, dass Frauen mit chronischen Erkrankungen keine Kinder haben sollten und dass schwere Krankheiten schwangere Frauen nicht treffen.

So ist es in der Realität

In der Tat könnte die Realität nicht unterschiedlicher sein. Viele Frauen mit Brust-, Darm- und Unterleibskrebs hatten ihre Symptome vorerst auf ihre Schwangerschaft oder die normale Rückentwicklung ihres Körpers nach der Geburt zurückgeführt und ihre Krebsdiagnose demzufolge erst in einem späteren Stadium erhalten.

Für einige dieser Frauen bedeutete dieser Zeitverlust aber sekundäre Krebserkrankungen oder andere Komplikationen, die sich in der Zwischenzeit entwickelt hatten und die bei einer früheren Diagnose hätten vermieden werden können.

Durch unsere Arbeit ist es für uns deutlich geworden, dass Krebs in der Schwangerschaft als Thema selten diskutiert wird, und die Auswirkung einer solchen Diagnose auf junge Familien kaum wahrgenommen wird. Während das Auftreten von Krebs in der Schwangerschaft als 'selten' betrachtet wird, scheint es, als ob dies doch zunimmt.

Folglich bedarf es in diesem Bereich konstanter Aufklärungsarbeit, um die Auffassungen zu ändern und das Bewusstsein zu erhöhen. Wir sind alle gefragt dazu beizutragen, dass sich die Gesellschaft als Ganzes um 'everymum' kümmert.

Schließlich wurden wir fast alle von unseren Müttern erzogen. Deshalb ermutige ich Sie, an der Safe Motherhood Week-Studie teilzunehmen, um ein Bild der aktuellen Situation für Eltern in Europa zu zeichnen. Die Gesundheit von Müttern betrifft alle Frauen, nicht nur die Gefährdeten, und jede Familie.

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