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12/08/2015 10:37 CEST | Aktualisiert 12/08/2016 07:12 CEST

Zum Thema Fragen und Antworten

Thinkstock

Gertrude Stein fragte kurz vor ihrem Tod am 27. Juli 1946:

"Was ist die Antwort?" Und als niemand etwas sagte, murmelte sie: "In diesem Fall, was ist die Frage?"

Ich fragte die schwarzen Schwäne, die den Swimmingpool bewachten. Es waren drei, und sie sahen mich arrogant und geringschätzig an, öffneten kurz flatternd ihre Flügel und schwammen mit einem hoheitsvollen Nicken ihres langen Halses davon.

Auf der Brücke über den Fluss standen zwei dunkelhäutige Mädchen und zogen eine Angelschnur durch das trübe Wasser. Neben ihnen lag auf dem Beton, sich aufblasend und wieder zusammenfallend wie ein Luftballon, aus dem die Luft entwichen ist, ein kleiner Blowfish. Ich beugte mich zu ihm hinunter. Aber auch er wusste auf meine Frage keine Antwort.

Der Stuhl, auf dem ich Platz genommen hatte, war gebaut wie ein Hochsitz. Ich saß darauf wie auf einem großen Barhocker, und meine Füße hingen frei in der Luft. Aus dieser Stellung übersah ich den Patio des Restaurants mit seinem Goldfischteich, in dessen Mitte sich eine Plattform befand, auf der eine kleine Pagode stand.

Den Teich umsäumte ein Steinwall. Eine Eidechse steckte ihren Kopf zwischen zwei Steinen hindurch, ihre lange Zunge schnellte vor und zurück. Schließlich wurde sie ganz sichtbar und verharrte in dieser Stellung, um ein Bad in der Sonne zu nehmen, die den Patio durchflutete. Ich stieg von meinem Stuhl hinunter und näherte mich der Eidechse. Doch als ich ihr nahe genug war, um meine Frage zu stellen, verschwand sie blitzschnell in einer Steinspalte.

Ich lag im heißen Sand von Points of America und sah den Schiffen zu, die zu Kreuzfahrten nach Jamaika und den Bahamas ausliefen. Auf dem Wellenbrecher an der Hafeneinfahrt saßen einige Angler und warteten. Ab und zu zogen sie die Schnur aus dem Wasser und überprüften den Köder.

Der Wind stand aus nordöstlicher Richtung direkt auf die Hafeneinfahrt, und die Brecher schleuderten ihre Gischt immer höher gegen den künstlichen Steinwall. Die ersten Angler zogen ihre Angeln ein und traten den Rückzug an. Der Wind trieb die Gischt zu feinen Tropfen auseinander, die in den Farben des Regenbogens aufleuchteten, wie Seifenblasen zerplatzten und in einer neuen Gischtwolke untergingen.

Eine Möwe hatte sich neben mir niedergelassen. Der Wind griff unter ihr weißgraues Gefieder. Manchmal warf sie mir aus ihren roten Augen von der Seite einen misstrauischen Blick zu. Doch da ich mich nicht rührte, steckte sie weiter ihren Schnabel in den Sand und war dabei so eifrig, als müsste sie heute noch eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes nach Nahrung absuchen.

Ich fragte sie und wusste doch mittlerweile selbst die Antwort. Wie zur Bestätigung steckte sie dreimal kurz nacheinander ihren langen Schnabel in den Sand und flog davon.

Ich packte meine Sachen zusammen und ging. Mir fiel ein Zitat aus dem Roman "Der große Gatsby" von Scott Fitzgerald ein: "Wir regen die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, der Vergangenheit zu."

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