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11/12/2016 07:30 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Was man auf dem Weihnachtsmarkt fürs Leben lernt

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Die Vorweihnachtszeit ist nicht nur die Zeit der Vorfreude, sondern gleichermaßen der Weihnachtsmärkte. Pünktlich vor dem ersten Advent eröffnen nach und nach überall kleine und große Weihnachtsmärkte, die die Innenstädte mit dem Geruch von Glühwein, Mandeln und Zimt füllen.

Menschenmassen drängen sich durch die kleinen Weihnachtsdörfer, die mit Lichterketten und Weihnachtssternen hell die Nacht erleuchten. Von handgefertigten Weihnachtsgeschenken über Krippenspiele und dem schnellen Imbiss zwischendurch bis hin zu unzähligen Glühweinständen, gibt es hier für jeden Geschmack etwas.

Und das soll auch so sein. Die Weihnachtszeit soll Menschen und Familien zusammenbringen und der abendliche Bummel über den Weihnachtsmarkt ein Familienevent darstellen.

Ganz gleich ob der große, in aller Welt bekannte, Christkindlmarkt in Nürnberg mit über 200 Buden oder das Kölner Nikolausdorf am Rudolfplatz von Veranstalter Rico von der Gathen und Schirmfrau Hannelore Bartscherer - ein Besuch ist jeder dieser weihnachtlichen Märkte wert. Und während einem Bummel über den hiesigen Weihnachtsmarkt - natürlich mit Glühwein und gebrannten Mandeln - kam mir der Gedanke, dass man auf einem Weihnachtsmarkt sehr viel fürs Leben lernen kann.

Betrachtet man nämlich das Geschehen genauer mit einem philosophischen Gemüt, so ist ein Weihnachtsmarkt auch nur eine friedliche, verträumte Version der realen Welt. Zwischen den festlichen geschmückten Holzbuden, lassen sich einige Wahrheiten finden, die man eben nicht nur zur besinnlichen Jahreszeit beherzigen sollte - man muss nur genau hinschauen.

Getrübte Wahrnehmung

Auf das Gedrängel in den öffentlichen Verkehrsmitteln kann wohl jeder gut verzichten, ist es doch in einer leeren Bahn viel angenehmer. Ein leerer Weihnachtsmarkt hingegen wirkt verloren und kein bisschen weihnachtlich und das abendliche Gedränge vor dem Germknödelstand stört kaum. Die menschliche Wahrnehmung ist in Teilen sehr orts- und situationsabhängig, weshalb volle Bahnen unangenehmer sind, als volle Märkte.

Dasselbe gilt übrigens auch für Temperaturen: „Im Winter ist es viel zu kalt, ungemütlich und der Matsch nervt." Diese Zusammenfassung der winterlichen Wetterlage, hört man in der vierten Jahreszeit häufiger als einem vielleicht lieb ist. Sobald jedoch ein Fuß auf einen der vielen Weihnachtsmärkte gesetzt wurde, ändert sich diese Ansicht schlagartig. Bei 15 Grad einen Glühwein schlürfen? Nein, danke. Und gleichsam schallt es durch die Innenstadt, in der zuvor noch gemeckert wurde: „Je kälter es ist, umso besser der Glüh."

In Maßen genießen

Auch der vierte Glühwein des Abends schmeckt noch gut, die daneben liegende Tüte gebrannter Mandeln ist bereits halb leer und der gesellige Besuch des Weihnachtsmarktes ist noch lange nicht vorbei. Doch auch wenn es ein gemütlicher Abend ist, der nicht enden soll, ist es meistens besser, inne zu halten.

Sonst rächt sich spätestens am nächsten Morgen der übertriebene Alkoholgenuss und der Magen grummelt aufgrund der Mandeln als Abendessen. Was sich bei Partys und All-You-Can-Eat-Buffets bewährt, gilt auch für die funkelnden Weihnachtsdörfer: Schöne Momente, die das Leben lebenswert machen, kann man auch durch Glühwein nicht verlängern, man kann sie nur mit allen Sinnen genießen. Und ganz nebenbei freut sich darüber auch der Geldbeutel.

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