BLOG
29/09/2015 11:45 CEST | Aktualisiert 29/09/2016 07:12 CEST

Was Sie im Herbst über Allergien wissen müssen

2015-09-28-1443428039-4689347-Bild2_064_002_4c__63583.jpgFoto: Erika Hartmann/pixelio

Auf Allergiker kommen schwere Zeiten zu. Statt sich im Spätsommer und Herbst langsam, aber sicher über die sinkende Pollenbelastung zu freuen, müssen sie sich jetzt auf zwei Monate mehr Leidenszeit und eine neue Gefahr vorbereiten: den aggressiven Eiweiß-Cocktail der Ambrosia-Pollen.

Das Beifußblättrige Traubenkraut (bot.: Ambrosia artemisiifolia) produziert dann pro Pflanze 60.000 Samen und setzt rund eine Milliarde Pollen frei, die der Wind bis zu 100 Kilometer weit trägt. Nur sechs dieser Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft reichen für eine allergische Reaktion aus. Zum Vergleich: Bäume brauchen etwa 11 Pollen, um Heuschnupfen auszulösen, Gräser sogar 50 Pollen pro Kubikmeter.

4 von 5 Allergikern reagieren

Obwohl Ambrosia bei den Griechen in der Antike „Salbe der Götter" bedeutete, ist die Pflanze alles andere als göttlich. Das Immunsystem von 80 Prozent der Allergiker reagiert heftig auf sie. Wie bei jeder Allergie völlig paradox, denn die körpereigene Abwehr hält mit ihrer Überreaktion eigentlich völlig harmlose Substanzen - wie auch Ambrosia-Pollen - für gefährlich.

Sie löst dann durch den Botenstoff Histamin eine hocheffektive Entzündungskaskade aus, um die Eindringlinge zu vernichten. Diese nehmen wir als Heuschnupfen mit Niesreiz, Kopfweh und tränenden Augen wahr.

So wird der Garten Ambrosia-freie Zone

• Mai bis August: Garten regelmäßig auf junge Pflanzen checken.

• Ambrosia mitsamt der Wurzel vor der Blüte mit Handschuhen ausreißen.

• Immer mit Mundschutz und einer Vollsichtbrille arbeiten.

• Blühende Ambrosia-Bestände am Nachmittag vernichten, weil die Pollen vor allem morgens fliegen.

• Ausgerissene Pflanzen auf keinen Fall kompostieren, sondern in den Hausmüll geben!

• Nach Möglichkeit offene Bodenflächen sofort wieder begrünen.

• Größeren Befall unbedingt melden, z. B. beim Grünflächen-, Umwelt- oder Pflanzenschutzamt.

• Jedes Jahr kontrollieren: denn die Samen bleiben 40 Jahre lang keimfähig.

Lesenswert:

So viel Schmerzensgeld bekommt jetzt eine Frau pro Monat - wegen Wlan-Allergie

Mädchen dachten, es wären nur rote Augen - dabei erblindeten sie fast

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite