BLOG
11/12/2013 05:12 CET | Aktualisiert 10/02/2014 06:12 CET

Vorsicht bei Tresoren: So bringen Sie Ihr Geld in Sicherheit

Sparen lohnt sich nicht mehr. Wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank rentierte sich Tagesgeld Ende November nur noch mit durchschnittlich 0,73 Prozent. Die Zeiten der Großeltern sind vorbei, als man das Bargeld noch unter der Matratze aufbewahrte. Deshalb muss ein Tresor her. Doch was für einer? Und ist der auch sicher?

Sparen lohnt sich nicht mehr. Das zeigt der Blick in den Computer von Zinspapst Max Herbst. Wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank rentierte sich Tagesgeld Ende November 2013 nur noch mit durchschnittlich 0,73 Prozent. Dagegen brachte des vor fünf Jahren noch 3,51 Prozent.

Erinnerung an die Zypern-Krise

Für diesen dürftigen Obolus das Geld auf der Bank lassen? Wo Zweifel an der Sicherheit durchaus angebracht sind. Und wo auch staatliche Zugriffe drohen. Die Zypern-Krise ist noch frisch in Erinnerung. Also zumindest einen Teil des Geldes in Sicherheit bringen. Aber wohin?

Die Zeiten der Großeltern sind vorbei, als man das Bargeld noch unter der Matratze aufbewahrte. Deshalb muss ein Tresor her. Doch was für einer? Und ist der auch sicher? Da machen einige Meldungen misstrauisch. So beispielsweise folgender Polizeibericht, der bei Bargeldliebhabern zu Schweißausbrüchen führt:

Auch Möbeltresore geklaut

„In München erbeuteten Diebe bei drei Einbrüchen Schmuck und Uhren. In einem Fall klauten sie auch zwei Möbeltresore. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 70.000 Euro."

Aber auch aus Urlaubswarnungen kann man lernen. So heißt es in einschlägigen Berichten: Kein Urlauber möchte ständig all seine Wertsachen mitschleppen. Sicherer und auch bequemer ist es, die wertvollen Dinge, die man gerade nicht benötigt, im Safe auf dem Hotelzimmer zu lassen. Doch der Schutz, den manche Hoteltresore versprechen, ist trügerisch.

Vorsicht bei Mastercode

Was viele nicht wissen: Tresore mit einem elektronisch gesteuerten Zahlenschloss lassen sich häufig über einen so genannten Mastercode öffnen. Das kann eine sehr simple Ziffernfolge sein, die womöglich auch im Internet zu finden ist. Hotelgäste können bei elektronisch verriegelbaren Zimmersafes zwar einen eigenen, persönlichen Code anwenden. Der Mastercode jedoch funktioniert ebenfalls. Er soll verhindern, dass Tresore unwiderruflich verschlossen bleiben, wenn Gäste ihre Zahlenkombination vergessen oder den Tresor bei ihrer Abreise nicht offen zurücklassen.

Deshalb sollte nach dem Einbau eines modernen Zimmertresors der vom Hersteller eingespeicherte Mastercode geändert werden. Geschieht das nicht, lässt sich der betreffende Tresor weiterhin mit dem Standardcode öffnen - eine Gelegenheit für Diebe.

Schlüssel oft besser

Man erhält also unter Umständen mit einem altmodischen, per Schlüssel zu verriegelnden Tresor ein Plus an Sicherheit. Größere Gegenstände lassen sich auch in einem mobilen Tresor lagern, der vor Ort mit einem Kabelschloss an einem festen Gegenstand fixiert wird. Die leichten, meist aus flexiblen, aber widerstandsfähigen Materialien hergestellten Behälter dürften zumindest Gelegenheitsdieben das Geschäft erschweren.

Die Kriminalstatistik zeigt es: Wertvoller Schmuck, Gold, Bargeld und teure Sammlerstücke wie Uhren oder Briefmarken sind in den eigenen vier Wänden nicht wirklich sicher. Besseren Schutz kann ein Tresor im Haus bieten oder ein Schließfach bei der Bank, sagt die Stiftung Warentest. Einige Institute vermieten die Fächer sogar für kurze Zeit, z.B. für die Dauer einer Reise. Der Kurzzeitservice für ein kleines Fach kostet meist weniger als 30 Euro, teilweise sogar weniger als 10 Euro.

Günstige Jahresmiete bei der Bank

Die meisten Kunden mieten aber länger. „Wer sich für ein Bankschließfach interessiert, mietet meist über viele Jahre", sagt eine Beraterin. Je nach Bank liegt die Jahresmiete für das kleinste Fach zwischen 20 Euro und 65 Euro. Finanztest hat bei 30 Banken nachgefragt. Dabei stellte sich heraus: Längst nicht alle Banken führen Schließfächer. Die meisten anderen Banken haben jedoch oft freie Fächer.

Kunden, die bei ihrer Hausbank kein Schließfach bekommen, können oft auf die örtlichen Volksbanken und Sparkassen ausweichen. Diese Kreditinstitute vermieten häufig auch an Menschen, die außer dem Schließfach keine anderen Dienste der Bank in Anspruch nehmen wollen.

Kleinere Schließfächer sind beliebt

Die Größe der Bankschließfächer ist nicht genormt. Ihre Preise sind deswegen schlecht vergleichbar. Das kleinste Fach im Test hatte ein Fassungsvermögen von 3,5 Litern, das entspricht etwa einem dünnen Aktenordner. Es kostet 30 Euro im Jahr. Das größte fasst 550 Liter, etwa das Volumen eines kleinen Bücherregals, und kostet 500 Euro.

Dazwischen bieten die Banken Fächer in allen Größen an. „Kleinere Fächer sind beliebter als ganz große", sagt ein Berater. In das Schließfach darf alles, was dem Kunden lieb und teuer ist. Gold, Bargeld, ein Testament oder Verträge und Urkunden. Was drinnen liegt, weiß nur der Kunde selbst.

Im Todesfall Meldung an den Fiskus

Videoüberwachung gibt es - wenn überhaupt - nur im Eingangsbereich, nicht aber im Schließfachraum. „Anders als Kapitalerträge von Geldanlagen müssen die Banken Schließfächer auch nicht an die Finanzbehörden melden, beruhigen die Warentester.

Erst nach dem Tod des Inhabers ist die Bank dazu verpflichtet - und auch dann darf sie nicht einfach nachschauen, was darin ist. Sie meldet lediglich, dass es ein Fach gibt. Auskunft über den Inhalt müssen allenfalls die Erben geben.

Wer also ein Zypern-Trauma hat und keinen Heimtresor anschaffen will, kann immer noch auf ein Bankschließfach zurückgreifen. Als Lagerstätte für Bargeld führt es jedenfalls zu weniger Schweißausbrüchen als ein Platz „unter der Matratze".

Mehr für Verbraucher und Sparer auf www.finanz-blog-online.de und www.finanz-pressedienst.de