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08/12/2015 13:24 CET | Aktualisiert 08/12/2016 06:12 CET

Sicherheit: Die sieben großen Gefahrenbereiche

ARMEND NIMANI via Getty Images

Ohne Sicherheit ist für die Bundesbürger alles weniger wert. Auch das Sparbuch, die Lebensversicherung, die Immobilie. Doch gerade um die Sicherheit ist es derzeit in den Augen der Bundesbürger gar nicht gut bestellt.

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Lange Liste der Probleme

Dr. Erich Vad ist Spezialist für Sicherheit. Der Brigadegeneral a.D. war von 2006 bis 2013 militärischer Berater der Bundeskanzlerin. Was ihn derzeit umtreibt, zählte er bei den Münchner Wirtschaftsgesprächen beim Thema „Deutschland und die internationale Sicherheitslage" folgendermaßen auf:

1. Euro-Schuldenkrise

2. Russische Annektionspolitik

3. Griechische Finanzprobleme

4. Massenimmigration

5. Abwendung der USA von Europa und Hinwendung nach Asien

6. Islamistischer Terror

7. Europäisches Engagement in Syrien

Das reicht eigentlich, möchte man sagen. Da ist neben der Sicherheit auch das Geld gefährdet, die Lebensversicherung weniger wert und selbst die Immobilie nicht mehr ganz problemlos. Doch was tun?

Teilprobleme werden angegangen

Darauf hat auch der Sicherheitsexperte nicht viele Antworten. Für ihn ist es schon von Vorteil, wenn ein Teil der Probleme wenigstens erkannt und angegangen wird.

Dazu gehört das aktuelle militärische Engagement der Bundeswehr, bei dem Frankreich die Führung übernommen hat. Gefahr drohe allerdings weniger beim Geleitschutz im Mittelmehr und mehr in Mali.

Das Wort „Krieg" ist berechtigt

Durch das Syrien-Engagement entspannt sich zudem das Verhältnis zu Russland. Denn der islamistische Terror ist auch eine Gefahr für Wladimir Putin. Da eine gemeinsame Lösung in Syrien notwendig ist, soll man nach Meinung des Militärexperten auch nicht ständig auf den Russen rumdreschen.

Ja, es herrscht Krieg. Wobei das Wort „War" von den Angelsachsen schneller ausgesprochen wird als von den Deutschen, die dabei immer an die Weltkriege denken. Künftig werden sich die Kriege auch im Inneren unserer Gesellschaft abspielen, warnt Dr. Erich Vad.

Junge, perspektivlose Männer

Durch die Massenimmigration kommen auch junge Männer zu uns, die nicht den gewünschten Anschluss finden. Deshalb muss entsprechende Vorsorge getroffen werden. Die Transitzonen sollten im Ausland angelegt werden, rät der Militärexperte.

Die jungen und perspektivlosen jungen Männer im Nahen Osten sind ein gefährliches Rekrutierungspotenzial. In einer Gesamtstrategie muss man deshalb dort nicht nur militärisch antworten, sondern auch für lebenswerte Umstände sorgen.

Kein deutscher Totalpazifismus

Ein deutscher Totalpazifismus ist für den Brigadegeneral keine Antwort. Weder auf die Flüchtlingsströme auf der Balkanroute. Noch mit Blick auch die europäische Gegenküste des Mittelmeers.

Wenn Deutschland schon nicht selbst aktiv werden will, muss es wenigstens für eine Präferenzausbildung befreundeter Nationen sorgen, fordert Dr. Erich Vad. Dann darf es den Freunden auch nicht die Instrumente verweigern und keine Waffen liefern.

Für europäische Grenzschutztruppe

Bevor 28 EU-Staaten ihren Grenzschutz wieder renationalisieren, sollten sie eine europäische Grenzschutztruppe aufstellen. Leicht bewaffnet sollte sie den europäischen Sicherheitsbedarf befriedigen.

Klar ist auch, dass die Bundeswehr künftig wieder besser in Schuss gehalten werden muss. Auch als Anhänger der Union bekennt Dr. Erich Vad, dass der Zustand der Bundeswehr kein Ruhmesblatt für die bisherigen Verteidigungsminister ist.

Verdienstkreuz für Putin

Hier hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin eigentlich das Nato-Verdienstkreuz verdient, meint der Brigadegeneral ironisch. Denn seit seiner Krim-Annektion werden in der NATO die Wehretats wieder hochgefahren.

Polens Außenminister habe einmal gesagt, er habe mehr Angst vor deutscher Untätigkeit als vor deutscher Führung. Denn inzwischen spielt die Bundesrepublik laut Dr. Erich Vad militärisch nur noch die zweite oder dritte Rolle.

Teufelszeug für deutsche Studenten

Wenn er amerikanische Studenten nach ihren Berufswünschen frage, würden ihm auch CIA, NSA und Pentagon genannt. Bei deutschen Studenten seien derartige Adressen dagegen Teufelszeug.

Nachdem sich die USA mehr dem Fernen Osten zuwenden würden, müssten sich die Europäer selbst sichern - im Nahen Osten und in Afrika. Der russische Ansatz in Syrien sei richtig, wenn er die staatliche Organisation erhalten wolle.

Kommandoeinsätze notwendig

Neben Luftangriffen seien dort vor allem auch Kommandoeinsätze notwendig. Denn die IS-Führung dürfe keine ruhige Nacht mehr haben.

Die Föderalisierung hält der Brigadegenaral für ein geeignetes Mittel, um Konflikte weltweit zu entschärfen. Den Iran müsse man als wichtigen Akteur in der Region anerkennen.

Geschichte als Hemmnis

Die deutsche Geschichte sei ein Hemmnis für eine erfolgreiche Sicherheitspolitik. Doch die Geopolitik dürfe man trotz vorhandenem Wertekanon nicht aus dem Blick verlieren.

Weil Deutschland letztlich auf der Gewinnerseite stehen wolle, solle es in Brüssel auch bei der Sicherheitspolitik endlich erwachsen werden. Mit Machiavelli als Lehrmeister könne man das Gute so umsetzen, dass es auch die eigenen Interessen fördere.

Wie man Sorgen los wird

Wenn die Bundeskanzlerin auch nur einen kleinen Teil der Empfehlungen ihres ehemaligen militärischen Beraters umsetzt, wären die Bundesbürger einige Sorgen los. Und auch die Gefahren für Sparbuch, Lebensversicherung und Immobilie wären kleiner.

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Sieht sieben internationale Sicherheitsrisiken: Dr. Erich Vad, Brigadegeneral a.D. und ehemaliger militärischer Berater der Bundeskanzlerin (Foto: Metzger).

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