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06/09/2015 08:59 CEST | Aktualisiert 06/09/2016 07:12 CEST

Sido - VI CD Kritik

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Im Jahre 2013 erschien mit „30-11-80" das erste Sido-Album, das ich mochte. Davor war mir der Gebrauch von Fäkalaussprache einfach zu viel des Guten. Zwei Jahre später erscheint das mit „VI" schlicht betitelte sechste Album des Berliner Rappers. Seit zwei Alben ist die Wortwahl für mich angenehmer.

Mit „Ackan" featuring Dillon Cooper, „Löwenzahn" featuring Olexesh und „Astronaut" featuring Andreas Bourani erschienen bisher drei Singles aus dem Album. Wobei die letztgenannte nicht nur die erfolgreichste von diesem Album ist - bisher zumindest - sondern auch diejenige, die mir am besten gefällt.

Sido macht auf „VI" das, was er am besten kann und erzählt aus seinem Leben. Das Intro und der Skit ist irgendwie nervtötend. Aber, das ist auch nahezu das einzig Negative, was ich hier zum Longplayer zu sagen habe. Warum? Weil die Songs allesamt klar gehen und nur mehr oder weniger eine längere Zeit zum Zünden benötigen.

„Vom Frust der Reichen" ist ein humorvoller Track gegen die Reichen denen eine Reduzierung von fünf auf vier Autos schon zu viel ist. Ein Anlass, den man zum Anlass nehmen möchte nur noch auf den Gnadenschuss zu warten. Kein Ding, der kommt in humorvoller Variante jetzt von Sido.

Besonders hervorstechend sind hier „Astronaut" featuring Andreas Bourani und das letzte Stück „Boombidibyebye" featuring Adesse. Hervorragende Melodien und gute Beats. Keine bange, die anderen Stück sind auch gut, brauchten aber allesamt länger als diese beiden Lieder, um bei mir zu wirken. Wie zum Beispiel „Gürtel am Arm". Ein Song über den Heroinkonsum und Darstellung des Fixer-Alltags. Grob umrissen aber dennoch akkurat.

Sido ist mit „VI" ein gutes Album gelungen und das zweite, was bei mir in der Sammlung ist. Ein Album voller (geschilderter) Höhen und Tiefen, denen man die Emotionen auch anhört, die vermittelt werden sollen. Dabei ist es egal, ob es sich um „Eier", „Zu wahr" oder „Für ewig" handelt. Akzente werden gezielt gesetzt. Nichts ist ohne Grund an seinem Platz.

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