BLOG
16/08/2015 09:10 CEST | Aktualisiert 16/08/2016 07:12 CEST

Robert Ehrenbrand (Boysetsfire) im „Short & Sweet"-Interview

2015-08-15-1439672005-6641817-Boysetsfire_2015_photo_by_DavidWarrenNorbut_2.jpg (c) David Warren Norbut; Auf dem Bild: Boysetsfire - Robert Ehrenbrand (3. von rechts)

Robert Ehrenbrand, Bassist, von der Band Boysetsfire hat beim „Short & Sweet"-Interview mitgemacht und die zehn Fragen sich ausgiebig gewidmet. Wir haben über Lügen, Musik, Zukunft und anderen Dingen gesprochen. Viel Spaß beim Lesen des Interviews.

1.Das letzte Mal gelogen habe ich ... ?

Robert (BOYSETSFIRE): Ich versuche generell nicht zu lügen, ganz einfach, weil es mir zu anstrengend und involviert ist. Man muss sich dann ja merken, was man zusammengelogen hat und das wäre mir echt viel zu viel Arbeit. Allerdings kommen Notlügen schon mal vor...da fallen mir zwei Hauptgebiete ein: Erstens bei meinen beiden Kindern (4 und 10 Jahre alt), da muss man natürlich manchmal auf dem Weg in den Urlaub die 100terste Frage „Wann sind wir endlich da?" mal mit einem „Wir sind fast da" kontern, auch wenn das weit von der Wahrheit entfernt ist. Zweites Notlügenhauptgebiet wären Festivals, wo andere Bands sich gerne mal erkundigen ob man deren Auftritt gesehen hat oder wie man Ihn fand. Hier wird die Wahrheit bei Zeiten „umgelenkt" a la „super Schlagzeug-Sound auf der Bühne" ;-) Denn nur weil mir persönlich etwas nicht so dolle gefällt, heisst ja noch lange nicht, dass es nicht trotzdem fantastisch ist (nur halt nix für mich)?.

2.Ich suche gerade ... und zwar weil ... ?

Robert (BOYSETSFIRE): ...nach Projekten oder Aufgaben, die mir genauso viel bedeutet wie Sport (in meinem Fall Kampfsport) und Musik. Beides hat sich in den letzten 20 Jahren einfach nicht vom „Passions-Thron" stoßen lassen, obwohl beides ja auch irgendwo altersbezogen zu genießen ist (gerade was zB härtere Musik anbelangt).

Aber ich gehe mittlerweile davon aus, dass ich wohl ein lärmender, schwach auf einen Sandsack einschlagender Greis werde. Das steht zu befürchten...und klingt wundervoll.

3.Wie sieht der letzte Abend vor einer Tour bei Dir aus?

Robert (BOYSETSFIRE): Den verbringe ich wie jeden anderen Abend, über den ich frei verfügen kann: mit meiner Familie. Ich bringe unseren Hund Greta zu meinen Eltern und anschließend bekriegen sich die Kinder, meine Frau und ich bei einer ausgiebigen FRUSTRATION Runde (UK-Brettspiel, bekannt durch stetiges „On Tour Zocken" von Oasis), gefolgt von „Finger Food" und einer romantischen Komödie (ja, ja, ich weiß, ich weiß...).

4.Gab es je eine Situation wo Du dich als kompletter Versager gefühlt hast?

Robert (BOYSETSFIRE): Einige, aber besonders schlimm als mir ein (mittlerweile ist er Anwärter auf einen Weltmeister Titel) junger Boxer in meiner ersten Runde Box-Sparring die Rippe angebrochen hat. Ich hatte gehofft, dass mich ein Leben lang Karate & Taekwondo besser auf den Boxring vorbereitet haben...falsch gedacht und im Anschluss wurde mir bei jedem Husten/Lachen bewusst, wie schlecht ich als Box-Einsteiger wirklich agiert habe.

5.Dein bester Freund / beste Freundin verrät Dir ihre Vorliebe für sein / ihr eigenes Geschlecht. Wie reagierst Du?

Robert (BOYSETSFIRE): „Cool. Was gibt's zum Essen?"

6.Was war das ekligste was Du jemals gegessen hast und wo?

Robert (BOYSETSFIRE): Alligator in New Orleans (USA) auf Tour mit meiner Band. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre Vegetarier, was wiederum Rückschlüsse zulässt, wie sehr mich die harten Getränke des „French Quarter" bereits angeschlagen hatten...ich hatte schlicht und einfach vergessen, dass ich eigentlich Vegetarier bin (unser Gitarrist Chad ebenso). An die darauffolgende Show habe ich leider keine Erinnerungen mehr. Von Alligatorfleisch und Alkohol halte ich mich nun schon seit vielen Jahren erfolgreich fern. Beides bekommt mir gut.

7.Musik und Humor - möglich? Beispiel(e)?

Robert (BOYSETSFIRE): Ironie und Humor in einem Song ist eher nicht so mein/unser Ding. Bei Cover Versionen hingegen, darf laut und oft gelacht werden...Du glaubst mir nicht? Elton John, Mötley Crüe, Miley Cirus, soll ich weitermachen?

8.Die nervtötendste Kooperation war Deiner Meinung nach?

Robert (BOYSETSFIRE): Jeglicher Versuch von BOYSETSFIRE in irgendeiner Form mit dem „Corporate Music Business" zusammenzuarbeiten. Grandioses Beispiel dafür, was nicht füreinander geschaffen wurde. Daher jetzt lieber alles selber machen.

9. Erzähl doch bitte etwas über Dein neues Projekt / Release.

Robert (BOYSETSFIRE): Unser neues Album BOYSETSFIRE erscheint am 25.9. ich könnte wenig darüber sagen, was die Songs dann nicht viel besser transportieren, aber es ist unsere wohl bis dato hoffnungsvollste Platte. Wir hatten oftmals den Fokus auf negative Situationen bzgl der Welt oder aber uns selbst gelegt und diesmal feiern wir eher eine Art „Befreiungsschlag", den wir als Menschen und auch als Band vollzogen haben. Ich traue es mir kaum zu sagen (Achtung Klischee!) aber für mich persönlich die BSF-Platte, die in mir am meisten Energie entfaltet und mich am meisten anspricht. Also vielleicht mal reinhören...

10. Was sind Deine Zukunftspläne?

Robert (BOYSETSFIRE): Ein besserer Vater zu sein und immer weniger an jegliche Folgen meiner Arbeit zu denken und einfach zu genießen, dass ich mit 37 Jahren immer noch meinem Traum Musiker zu sein nachgehen darf, zusammen mit meinen besten Freunden. Die Zukunft darf sich sehr gerne an der Gegenwart orientieren in meinem Fall.

Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite