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12/02/2017 13:18 CET | Aktualisiert 13/02/2018 06:12 CET

[r]echte Kerle - Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung von Andreas Kemper Buchkritik

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Nicht jedem gefällt der Feminismus. Allerdings gibt es auch schon seit Jahrzehnten eine aktive Männerrechtsbewegung. Männer, die sich unter dem Feindbild Feminismus als Opfer stilisieren. Ehrlich gesagt, war ein Interview vor längerer Zeit der allererste Kontakt zu der Männerrechtsbewegung. Das Buch folglich der Zweite. Umgekehrte Reihenfolge vielleicht - aber nun nicht mehr zu ändern.

Das Buch „[r]echte Kerle" mit dem Untertitel „Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung" von Andreas Kemper definiert diese Bewegung als ein Netzwerk von Antifeministen, das Männer als Opfer darstellt. Verschiedene Quellen werden hier genannt, sowohl Einzelpersonen als auch Foren, ein Männerrechts-Wiki und ähnliches. Das Forum hat schon eine sehr starke Tendenz zu rechten Aussagen, stark frauenfeindlich, sexistisch - teilweise antisemitisch. Nein, das bedeutet nicht, dass die komplette Männerrechtsbewegung so ist. Sie hat allerdings darunter zu „leiden" und muss sich gefallen lassen, das darauf verwiesen wird. Umgekehrt werden Aussagen von Politikern, Pro-Feministen et cetera ebenfalls auseinandergenommen, teilweise verunglimpfende Aussagen getroffen und Listen von Personen geführt, die konträr zur Männerrechtsbewegung agieren. Also, pro-feministisch eingestellt sind. Was mich ernsthaft amüsiert hat, war unter anderem die Aussage, das Männer durchschnittlich rund 5 IQ-Punkte mehr haben. Nicht aufgeführt wird, das selbst gute IQ-Tests solch wichtige Dinge wie EQ, Verhaltensweisen, Toleranz und andere wichtige Faktoren außer acht lassen. Und selbst wenn es stimmen würde: Die Aussagen, die gleichen Forum getroffen, geduldet, toleriert und stellenweise auch befürwortet werden zeugen vom genauen Gegenteil.

Solange es immer noch Diskussionsbedarf um Gleichheit in Dingen wie Gehälter, Lohn, Arbeitsbedingungen für Frauen gibt, solange ist auch eine Feminismus-Bewegung nötig. Das mögen einige Männer anders sehen, was ihr gutes Recht ist - ebenso die Bildung einer Männer-AG innerhalb der Piratenpartei.

Andreas Kempers Buch „[r]echte Kerle - Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung" zeigt die Entwicklung und den aktuellen Stand der Dinge auf. Für mich als Laie in diesem Thema ein guter Einblick, der mehrere Seiten beleuchtet und die Männerrechtsbewegung als nicht durchweg rechts darstellt. Das Buch zeigt lediglich auf, das eine gewisse Tendenz vorhanden ist und gewisse Betreiber damit zu tolerant umgehen. Sehr interessantes und empfehlenswertes Sachbuch zum Thema.

Punkte: 8 von 10