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28/02/2016 14:47 CET | Aktualisiert 28/02/2017 06:12 CET

Minusgefühle - Mein Leben zwischen Hell und Dunkel von Jana Seelig Buchkritik

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Depressionen. Eine unsichtbare Krankheit, die viele nicht einzuschätzen wissen und deswegen mit harmlosen Aussagen noch mehr Salz in die Wunden streuen. „Minusgefühle - Mein Leben zwischen Hell und Dunkel" von Jana Seelig ist ein Werk, das sich genau um das dreht: Depressionen und all ihre Nebenwirkungen.

Die Facetten sind so zahlreich, das jedes Buch über Depressionen seine Berechtigungen hätte und sich erst nach langer Zeit wiederholen würde - wenn überhaupt. Ehrlich, ich habe keine Ahnung, ob eine Wiederholung je möglich ist / wäre. Depressionen hinterlassen einen individuellen Abdruck auf der Seele und dieser Mensch ist ebenso individuell. Genau wie ein Leben sich nie exakt wiederholt, wird es keine Depressionen geben, die sich in ihrer Vollständigkeit gleichen wird.

Eine von vielen Möglichkeiten zeigt Jana Seelig in ihre Buch „Minusgefühle - Mein Leben zwischen Hell und Dunkel" auf. Zwischen sich zum Einkaufen schleppen oder nicht mal was für die Katze kaufen können bis hin zu Alkohol und Drogen, Sex - eventuell im Übermaß, Sätze, die man nicht mehr hören kann und vieles mehr. Du schaffst das. Grausam. Kann man sich sparen. Hilft keiner Seite.

Auch kann man den Titel „Minusgefühle" auch vielfältig interpretieren. Negativgefühle oder mit weniger Gefühle. Und doch: Wenn man dieses Minusgefühl fühlen kann, dann hat man im gewissen Sinne doch Gefühle. Stark eingeschränkt aber es reicht, um zu fühlen, dass etwas verkehrt ist, abwesend ist. Finde ich. Aber das ist vielleicht auch einer von vielen Fehlern, nicht wahr? Zu meinen, das man etwas weiß, weil es sich im eigenen individuellen Kopf korrekt anhört. Tatsache ist: Man weiß es nicht.

„Minusgefühl" jedenfalls ist mitreißend, beklemmend, spiegelnd und vieles mehr. Jana Seelig wurde zu einer Leitfigur und nach dem Buch, schwanke ich hin und her: Wollte sie das tatsächlich? Wahrscheinlich nicht. Es klingt eher nach einer Spontanreaktion etwas los werden zu müssen. Und jetzt lesen viele Menschen, es können wahrscheinlich nicht genug sein, ihr Buch. Und es richtig so. Lest Minusgefühle. Ehrliche Literatur.

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