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28/11/2015 13:48 CET | Aktualisiert 28/11/2016 06:12 CET

Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde - Das Phänomen Realfakes von Victoria Schwartz Buchkritik

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Es ist schon eine Weile her, da habe ich einen Blogeintrag entdeckt. Geschrieben von einer Frau aus Hamburg. Sie berichtete von einer Online-Liebe ausgestattet mit zahlreichen Bekannten, Freunden und Familienmitgliedern in verschiedenen sozialen Netzwerken. Dadurch wirkte die Person glaubwürdig. Sie haben miteinander telefoniert, doch zu einem Treffen kam es nie.

Irgendwann wuchsen die Zweifel. Victoria Schwartz, die Autorin des Buches „Wie meine Internet-Liebe zum Albtraum wurde - Das Phänomen Realfakes" und des Blogeintrags auf dem das Buch basiert, stellte dann einige Recherchen an. Diese verliefen wenig erfolgreich und daher auch unbefriedigend. Doch eine Chance ergab sich. Und im Laufe dieser klärte sich vieles auf.

Das Buch ist um einiges ausführlicher als die Einträge auf dem Blog. Ein 50-seitiges Buch macht auch nicht so viel her, denke ich. Ergänzt wird das Buch außerdem durch ein Vorwort von Sascha Lobo, einem Beitrag von Lydia Benecke um Erklärungen auf psychologischer Ebene anzubieten. Zudem gibt es ein Interview mit Andreas Mayer, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, zur rechtlichen Lage.

Des weiteren hat Victoria Schwartz das Buch mit Profilen zu den verschiedenen Fake-Arten ergänzt, beschreibt Vorsichtsmaßnahmen und wie man ein Profil recherchiert und für sich selbst glaubwürdiger einstufen kann. Allerdings versichert die Autorin an vielen Stellen, das eine 100%ige Sicherheit nicht möglich ist und da nur ein reales Treffen weiterhelfen kann. Dem kann ich nur zustimmen.

Die eigentliche Geschichte um den Fake ist so spannend - das könnte auch ein Thriller sein. Ist es ja auch irgendwie. Gleichzeitig das erste deutschsprachige Buch zum Thema und in Kürze sicherlich so etwas wie das Standardwerk zum Thematik „Realfakes". Tolles und spannendes Buch, das ich jedem nur sehr empfehlen kann.

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