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20/04/2016 06:14 CEST | Aktualisiert 21/04/2017 07:12 CEST

Vier Inseln, die Du niemals besuchen wirst

picturegarden via Getty Images

Die erste der vier Inseln nennt sich „Snake Island" und gehört zu Brasilien. Vor der Küste des Landes in Südamerika liegt dieses Eiland namens „Ilha de Queimada Grande" (ungefähr „Insel des großen Brandes"). Von der Sensationspresse Brasilien auch „Ilha das Cobras" („Schlangeninsel") genannt.

Ilha de Queimada Grande, Brasilien

Das Land ist gänzlich unbewohnt von Menschen und es ist ausdrücklich verboten, dorthin zu reisen. Warum? Dort gibt es so viele Schlangen und man ist zum Entschluss gekommen, dass durchschnittlich zwischen einer und fünf Schlangen pro Quadratmeter zu finden sind. Man kann also keinen Fuß auf diese Insel setzen, ohne von einer Schlange wahrgenommen und aufgrund der Aggressivität der Rasse auch gebissen zu werden. Die Rede ist von der Insel-Lanzenotter.

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Creative Common license, taken from flickr

Die Schlange wird rund zwei Fuß groß, kann aber doppelt so lang werden. Und das Gift ist sehr, sehr giftig. Man geht davon aus, dass die Lanzenotter für 90 Prozent aller Schlangenbisse in Brasilien verantwortlich ist. Die Todesrate liegt bei sieben Prozent, wenn die Wunde nicht behandelt wird und liegt selbst mit Behandlung noch bei drei Prozent. Zu den Symptomen zählen Nierenversagen, Nekrose von Muskelgewebe, Hirnblutung und innere Blutungen.

Das Grausige an den Fakten, die ich nannte, ist aber, dass keine Statistiken von der Insel-Lanzenotter einfließen können. Es gibt nämlich keine offiziellen Akten, weil die Insel unter eine Quasi-Quarantäne ist und man sie nicht betreten darf. Die chemische Analyse des Giftes geht davon aus, dass es stärker ist und die Schlangen zu dem viel schneller und kräftiger (bis zu fünfmal) sind. Man schaut dem Tod also selbst bei der niedrigsten Schätzung immer in die Augen.

Home Reef, Südpazifik

Man reist so durch den Südpazifik und plötzlich taucht ein Strand auf. Mitten im Nirgendwo, völlig umgeben vom Ozean. Nach weiterer Erkundung stellt man fest, es ist kein Sand. Es sind Bimsstein und Vulkangestein, die auf dem Wasser treiben. Und wo Vulkangestein ist, ist auch ein Vulkan. In diesem Fall unterhalb der Wasseroberfläche. Kurz vorm „Losgehen" und wenn das passiert, entsteht eine (kleine) Insel.

Fredrik Fransson aus Australien hat sich das nicht nur vorgestellt, sondern im August 2006 realisiert. Die Insel ist eine kurzlebige. Eine die sich formt, erodiert und sich neu formiert und so weiter. Das alles passiert über mehrere Jahre.

Das erste Mal soll die Insel 1852 erschienen sein durch einen Unterwasservulkanausbruch. Über die erodierte die Insel und tauchte 1984 nach einem weiteren Ausbruch wieder auf. Der nächste Ausbruch passierte 2006.

Bouvet Island, Südatlantik

Die 19 Quadratmeilen große unbewohnte Insel Bouvet Island liegt im Südatlantik. Die Insel ist die abgelegendste Insel weltweit. Ungefähr 1.000 Meilen von jedem Land entfernt (ausgehend von einem Sektor der Antarktis namens Queen Maud Land). Außerdem 1.400 Meilen von Trist da Cunha (eine andere Insel) oder 1.600 Meilen vom nächsten Festland (Südafrika) entfernt.

Der Entdecker Jean Baptiste Charles Bouvet de Lozier entdeckte die Insel 1739. Diese besteht aus Steinen und Eis, abgesehen von ab und an ein wenig Moos oder anderem gibt es hier keine Vegetation. Seit 1929 ist es Territorium von Norwegen und 1977 wurde dort eine automatisierte Wetterstation gebaut. Aber die größte Seltsamkeit kam 1964 ans Licht, als ein Boot auf der Insel entdeckt wurde und für das es keine Erklärung gab.

Mit Norwegens Erlaubnis untersuchte die südafrikanische Regierung die Insel, um festzustellen ob eine ausreichend große Fläche von Flachland verfügbar ist. Es gab keine. Im April 1964 kehrte man zurück, erkundete neuere Stellen der Insel und fand ein Boot. Obwohl es Beweise gab, dass dort Leute gewesen sind, war von den Leuten keine Spur mehr zu sehen. Auch konnte das Boot nicht identifiziert werden. Was also machte das Boot dort? Wie kam es - so weit abseits der Zivilisation dahin? Wo ist die Besatzung?

North Sentinel Island, Indien

Die Insel North Sentinel Island gehört zu Indien. Es wird geschätzt, dass dort 30 bis möglicherweise mehrere Hundert Sentinelesen leben. Warum so eine schlechte Schätzung? Der letzte Versuch ist schon viele Jahre her und er missglückte - genauso wie die Versuche zuvor, die Insel zu betreten. Man ist dort ablehnend gegenüber Fremden und zwar in einem Ausmaß, dass sogar Menschen von der Insel gejagt wurden. Seit dem letzten Versuch ist die Insel „militärisches Gebiet" und Betreten ist strengstens verboten.

Die Sentilesen zählen zum isoliertesten Volk der Welt. Ein Betreten der Insel wäre auch für die Menschen dort gefährlich, denn unsere Krankheiten kennen sie nicht. Und es wird geschätzt, dass sie technologisch gesehen im Steinzeitalter leben (könnten).

Der erste Versuch fand 1967 statt. Eine Film-Crew versuchte, die Bewohner mit allerlei Dingen zu locken. Das Ergebnis: Der Regisseur bekam einen Pfeil in die Beinschenkel. In den 1990er-Jahren verbot Indien einen erneuten Versuch und bestrafte jeden Versuch. Die Sentilesen begrüßen diese Entscheidung.

Im Jahre 2006 versuchten Fischer, illegal Zutritt zu bekommen und wurden mit Pfeilen erschossen. Ein Versuch, die Körper zu bergen, scheiterte mit dem Helikopter. Dieser geriet ebenfalls unter Beschuss mit Pfeilen und zog sich zurück, bevor die Mission erfüllt werden konnte.

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