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24/01/2017 13:18 CET | Aktualisiert 25/01/2018 06:12 CET

Almased verliert wegen wettbewerbswidriger Schlankheitswerbung

Nun endet nach längerer Zeit ein Rechtsstreit zwischen der Verbraucherzentrale Sachsen und der Firma Almased Wellness GmbH aus Bienenbüttel. Nun steht fest: Weder darf der Anbieter mit konkreten Aussagen zu Höhe und Dauer von Gewichtsverlust werben. Auch darf das Produkt „Almased Vitalkost" keine verbesserten Blutzuckerwerte in Aussicht stellen. Das versprach der Anbieter auf seiner Website. Ebenfalls tabu sind von nun auch Angaben zur Stoffwechselaktivierung oder Verbesserung des Blutzuckerspiegels.

„Weil derartige Werbung absolut unseriös und unverantwortlich ist, hat die Verbraucherzentrale Sachsen diese Aussagen beanstandet und die Almased Wellness GmbH auf Unterlassung dieser Werbung verklagt", fasst Anne-Katrin Wiesemann von der Verbraucherzentrale Sachsen zusammen.

Das Landgericht Lüneburg hat i Urteil vom 2. April 2015 (Az.: 7 O 106/14) die Rechtsauffassung der Verbraucherzentrale Sachsen bestätigt. Ebenso die Richter des Oberlandesgerichts Celle am 22. Oktober 2015 (Az.: 13 U 47/15). Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen, aber die Almased Wellness GmbH nutzte daraufhin die Möglichkeit eine Nichtzulassungsbeschwerde einzulegen. Diese sollte dazu dienen eine Revision zuzulassen beim BGH (Az.: I ZR 233/15). Am 29. September 2016 wurde die Beschwerde mit Beschluss des BGH zurückgewiesen. Damit ist das Urteil des Landgerichts Lüneburg mit Zustellung des BGH Beschlusses rechtskräftig.

„Das bedeutet, dass Almased endgültig derartig wettbewerbswidrige Werbung zu unterlassen hat", freut sich Wiesemann und erklärt: „Da Schlankheitsmittel allein nicht zu einem automatischen Gewichtsverlust führen, darf kein sicherer Erfolg versprochen werden, sondern nur die Möglichkeiten einer Gewichtsreduzierung aufgezeigt werden." Formula-Diäten, wie das genannte Produkt, können unter ärztlicher Kontrolle für stark Übergewichtige zwar ein guter Einstieg zum Abnehmen sein oder als Ersatz einzelner Mahlzeiten dienen.

Anpreisungen bei Lebensmitteln, die die Linderung von Schmerzen oder Krankheitssymptomen versprechen, sind ebenfalls rechtswidrig.