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15/04/2016 08:28 CEST | Aktualisiert 16/04/2017 07:12 CEST

20 Kognitive Verzerrungen, die deine Entscheidung erschweren

Jamie Grill via Getty Images

Bei den kognitiven Verzerrungen sind wir alle schuldig. Und eigentlich sollte es nicht schwer sein, genau diese zu vermeiden, oder? Eine kognitive Verzerrung bezieht sich auf eine systematisches Muster der Abweichung von der Norm oder Rationalität bezüglich zum Beispiel der Beurteilung von etwas. Dadurch entstehen unlogische Urteile über Personen und Situationen. Dazu gehören auch Wahrnehmungsstörung, unlogische Interpretationen oder ganz allgemein: Irrationalität.

Zwanzig kognitive Verzerrung die unsere Entscheidungsfähigkeit erschweren und sogar „versauen" können (und werden) sind folgende.

Anker(heuristik): Menschen verlassen sich zu sehr auf die ersten Informationen. Während einer Tarifverhandlung etabliert, die Person mit dem ersten Angebot eine gute Voraussetzung in den Köpfen der anderen.

Verfügbarkeitsheuristik: Menschen überschätzen die Wichtigkeit der Informationen, die ihnen zugänglich ist. Jemand mag argumentieren, das rauchen nicht ungesund ist, weil eine Person rund 100 Jahre geworden ist und drei Schachteln am Tag geraucht hat.

Mitläufereffekt: Die Wahrscheinlichkeit, das eine Person die Meinung von einer anderen Person übernimmt steigt mit der Zahl der Personen, die diese Meinung schon haben. Das ist mit einer der Gründe dafür, warum Meetings (sehr) oft unproduktiv sind.

Verzerrungsblindheit: Die Verzerrungsblindheit macht dich gegenüber deinen eigenen Fehlern, Verzerrungen, blind. Du siehst sie eher in den Anderen, doch bei dir selbst nicht.

Choice-supportive bias: Du denkst, dass deine Entscheidung toll ist. Obwohl dein Hund zum Beispiel ab und an Menschen beißt, findest du ihn nach wie vor toll.

Clustering-Illusion: Die Clustering-Illusion beschreibt die Tendenz Muster in Ereignissen zu sehen. Das ist der häufigste Fehler beim Spielen den die Menschen machen. Beispielsweise zu denken, gelb würde häufiger eine Chance zu einem fetten Gewinn inne haben als zum Beispiel rot.

Bestätigungsfehler: Wir tendieren eher dazu Informationen gut zu finden, die unsere Vorurteile stützen. Einer von vielen Gründen warum es so schwer ist eine gescheite Unterhaltung zu führen.

Conservatism Bias: Hier wird das Problem beschrieben, das neue Informationen oder Argumente keiner (oder zu wenig) Beachtung geschenkt wird und stattdessen auf die Korrektheit auf vorher etablierte Information pocht. Darum war es beispielsweise so schwer, Menschen zu überzeugen, dass die Erde rund ist.

Information Bias: Die Tendenz nach mehr Informationen zu suchen, obwohl sie die Entscheidung nicht ändern wird. Weniger Informationen sind manches Mal besser und man kann damit viel genauere Vorhersagen treffen für beispielsweise eigene Entscheidungen.

Ostrich Effect / Kopf-in-den-Sand-stecken: Darunter versteht man die Entscheidung gefährliche oder negative Informationen zu ignorieren. Daher „Kopf in den Sand stecken" oder „Ostrich Effet". Wissenschaftler haben beispielsweise herausgefunden, das Investoren die Investments weniger oft durchgehen, wenn der Markt schlecht ist.

Outcome Bias: Darunter versteht man eine Urteilsbildung aufgrund des Ergebnisses anstatt durch die Tat. Nur weil man in Las Vegas gespielt und gewonnen hat, ist das Spielen als solches keine gute Sache.

Selbstüberschätzung: Der Hang zur Selbstüberschätzung beschreibt, das man seine eigenen Fähigkeiten unterschätzt. Experten tun dies öfter als Laien. Dadurch wird die Entscheidung verzerrt und mehr als nur einmal falsch.

Placebo-Effekt: Dürfte jedem bekannt sein. In der Medizin erhält man falsche Pillen (Placebos) und verspürt die gleiche Wirkung wie Menschen, denen die richtige Medizin gegeben wurde.

Pro-Innovation Bias: Wenn man eine Erfindung überschätzt und dadurch ihre Limitierungen nicht sieht.

Recency: Recency beschreibt die Tendenz ältere Informationen stärkeres Gewicht zu verleihen. Experten lassen beispielsweise auf dem Markt alte Informationen außer Acht, weil sie denken, der Markt bleibe wie immer.

Salienz: Salienz beschreibt die Tendenz den Fokus auf prägnante Features zu legen. Beispielsweise das Gefressenwerden von einem Löwen. Statt das wir beispielsweise Statistiken und Wahrscheinlichkeiten nutzen und sehen, dass der Autounfall wahrscheinlicher ist als einem Löwen zu begegnen oder gar von ihm gefressen zu werden.

Selektive Wahrnehmung: Derlei nutzen unsere Erwartungen aus und beeinflussen unsere Wahrnehmung der Welt.

Stereotypisierung: Dahinter stecken die Vorurteile und beschreibt die Wahrnehmen von Gruppen oder Personen von denen wir erwarten gewissen Qualitäten / Features zu haben. Menschen tendieren dazu, die Stereotypisierung zu häufig zu nutzen und zu missbrauchen.

Survivorship Bias: Damit ist beispielsweise gemeint, zu denken, das es leicht ist ein Unternehmer zu sein, nur weil wir nicht von denen gehört haben, die versagt und sich verschuldet haben.

Zero-Risk-Bias: Soziologen haben herausgefunde, das wir Sicherheit lieben. Je mehr Sicherheit, desto geringer die Chance das einem übel mitgespielt oder man verletzt wird.

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