BLOG
10/12/2016 11:26 CET | Aktualisiert 11/12/2017 06:12 CET

Ein Keil zwischen Jung und Alt

iStock

„Die finanziellen Handlungsspielräume zukünftiger Generationen dürfen nicht weiter einschränkt werden. Hierzu ist die junge Generation aufgefordert, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen."

Die gerechte Verteilung der Lasten des demografischen Wandels zwischen den Generationen ist notwendige Voraussetzung für zukunftsfeste und generationengerechte soziale Sicherungssysteme. Von einer gerechten Verteilung kann jedoch bei dem jüngst vorgestellten Rentenkonzept der Bundesarbeitsministerin keine Rede sein. Danach soll das Mindestrentenniveau von 46 Prozent bis zum Jahr 2045 festgelegt werden.

Änderungen im Hinblick auf das Rentenniveau sind nicht erforderlich. Zahlen belegen, dass aufgrund unserer guten Konjunktur das Rentenniveau bis 2020 stabil bei 48 Prozent bleibt und danach weniger stark als erwartet sinken wird.

Mit dem jetzt von Nahles vorgestellten Konzept würden wir die finanziellen Handlungsspielräume zukünftiger Generationen stark einschränken. Denn anders als durch massive Steuererhöhungen oder neue Schulden wäre das Vorhaben auf Dauer nicht finanzierbar. Bereits 2014 wurde auf Kosten der jüngeren Generation den heutigen Rentnerinnen und Rentnern ein Rentengeschenk von über 285 Mrd. Euro beschert. Das heißt: Alle unter 50-Jährigen bezahlen dafür, während die Älteren davon profitierten.

Betrachtet man die Wahlbeteiligung der jungen Generation wundert das nicht. Bei der Bundestagswahl 2013 machte der Unterschied in der Wahlbeteiligung zwischen den 18 - 29- Jährigen und 60 - 70-Jährigen 20 Prozentpunkte aus. Zu wenige der Jüngeren gehen wählen. Der demografische Wandel führt dazu, dass bereits bei der nächsten Wahl die Älteren ab 55 Jahren mit absoluter Mehrheit der abgegebenen Stimmen den Ausschlag geben.

Die hier betriebene Politik gegen die Junge Generation sollte aufrütteln!

Die jüngeren Wählerinnen und Wähler sollten die Rentenpolitik von Frau Nahles als großen Appell verstehen und bei der nächsten Bundestagswahl ihre Stimme abgeben.

Wenn die junge Wählergeneration ihr Wahlverhalten nicht ändert, werden sich Wahlstrategen der Parteien noch stärker darauf ausrichten, eine Politik für die ältere Generation zu betreiben. Der bestehende Generationenvertrag beruht auf einer fairen Lastenteilung. Wer ihn einseitig verschiebt und so aus dem Gleichgewicht bringt, treibt einen Keil zwischen Jung und Alt.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.