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09/03/2016 13:17 CET | Aktualisiert 10/03/2017 06:12 CET

Fachkräftemangel: Wie Arbeitgeber Mitarbeiter für sich gewinnen

Goodluz via Getty Images

Den so genannten Fachkräftemangel gibt es schon länger. Wir haben keinen Arbeitgebermarkt mehr, sondern einen Bewerbermarkt. Gut qualifizierte Bewerber können sich ihren Job aussuchen und verzichten lieber auf ein hohes Gehalt, wenn stattdessen die internen Rahmenbedingungen stimmen.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Bewerber sind Talente, um die man als Arbeitgeber buhlen muss. Mitarbeiter sind eine wertvolle Ressource, die ein Unternehmen pflegen, züchten und manchmal auch verwöhnen muss.

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Bezieht man das berühmte John F. Kennedy Zitat "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst" auf den Human Resources Bereich, müsste es für Unternehmen dementsprechend heißen: „Frage nicht, was deine Mitarbeiter für dich tun können, sondern was du für deine Mitarbeiter tun kannst."

Einfach nur gutes Gehalt und eine betriebliche Altersversorgung reichen deshalb schon lange nicht mehr aus. Bewerber erwarten von Anfang an, dass Arbeitgeber sich mit ihnen und ihren Talenten auseinandersetzen und ihnen einen Arbeitsplatz bieten, an dem sie sich einbringen und entfalten können.

Durch Maßnahmen wie Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, Sabbaticals, mobiles und virtuelles Arbeiten, strategische Förderung von Talenten, regelmäßige Teambuilding-Events sowie ein gutes Onboarding, schaffen Unternehmen die richtigen Anreize, um Top-Bewerber für sich zu gewinnen und diese als gute Mitarbeiter langfristig zu binden.

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Denn nicht nur die Unternehmensidee und die Finanzierung, sondern insbesondere das richtige Team führen zum Erfolg eines Unternehmens. Darin inbegriffen, und ebenfalls ausschlaggebender Erfolgsfaktor, ist das Gesundheitsmanagement.

Damit sind aber nicht kostenfreie Yoga-Kurse oder der Obstteller für die Belegschaft gemeint. Solche Einzelmaßnahmen ändern nichts an Ursachen oder Folgen wie hohen Krankheitsausfällen, Fluktuationen im Team, internen Konflikten, Leerzeiten oder sinkender Motivation.

Langfristige Maßnahmen wie eine gute Organisation der Arbeitsprozesse und die Vermeidung von Überforderung und Unterforderung sind grundsätzlich ausschlaggebend dafür. Gesundheitsmanagement sollte deshalb Chefsache sein und nicht nur von den Personalverantwortlichen auf dem Papier umgesetzt werden.

Führungskräfte müssen eine gesunde Work-Life-Balance mit konkreten Regeln klar kommunizieren, aber auch selbst vorleben.

Wenn Business-Mails am Wochenende Tabu sind, sollte auch der Chef keine Mails am Samstag oder Sonntag verschicken. Und wenn der Teamleiter jeden Abend pünktlich Feierabend macht, wird es auch für das Team keinen Grund geben, regelmäßig unnötige Überstunden zu machen.

Alle genannten Unternehmenswerte müssen auch in konkreten Handlungen münden, beziehungsweise müssen eigentlich Werte durch Maßnahmen geschaffen werden. Dann kann das Unternehmen auch guten Gewissens authentisch seine Werte kommunizieren und wird, auch durch Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter, als ein Arbeitgeber wahrgenommen, welcher attraktiv für neue Mitarbeiter ist.

Nora Feist ist neben Miriam Rupp Geschäftsführerin der PR-Agentur Mashup Communications.

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