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11/03/2015 10:45 CET | Aktualisiert 11/05/2015 07:12 CEST

Von der Idee "Umstände zu verändern"

Interview. 2013 war Said Djamil Werner Mitgründer der internationalen Schülerinitiative des MoveForwardProjects. Heute ist er Geschäftsführer einer selbstgegründeten jungen NonProfit-Organisation.

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Said Djamil Werner in Tansania während seines ersten Charity-Projektes

Am 18. Januar 2015 wurde die Mavericks Foundation, eine junge NonProfit Organisation, in Düsseldorf ins Leben gerufen. Der 19-jährige Abiturient Said Djamil Werner steht ihr gemeinsam mit der ebenfalls 19-jährigen Studentin Carolin Bolten vor. Said Djamil Werner erzählt im Interview von seiner Idee „Umstände zu verändern".

Djamil, stellen Sie sich doch bitte kurz vor:

Klar, ich bin Djamil, 19 Jahre alt und mache gerade mein Abitur.

Vor zwei Jahren habe ich die internationale Schülerinitiative MoveForwardProject mitgegründet, die mit der großen Unterstützung von über 70 jungen Menschen aus über 12 Ländern ein Fund-Raising Projekt initiierte, um die Arbeit von Modellschulen auf dem afrikanischen Kontinent, die von der UNESCO konzipiert wurden, zu supporten. Danach habe ich mich freiberuflich weiter als Berater für Charity-Projekte engagiert, war u.a. tätig für das BMZ und die Stiftung Partnerschaften mit Afrika e.V. und habe nun, gemeinsam mit Carolin Bolten, die Mavericks Foundation gegründet.

Schule und Arbeit in einer NonProfit-Organisation, wie lässt sich das verbinden?

*Lacht* Das lässt sich nicht verbinden. Ich habe in den letzten Jahren zwar viele Erfahrungen in der Schule gesammelt, die sicherlich wegweisend für mich waren, aber letztlich sind es zwei paar Schuhe, die man auch unterschiedlich behandeln muss. In der Schule bin ich Abiturient, und außerhalb der Schule, habe ich Raum, um mich kreativ und produktiv zu entfalten.

Und da bin ich sicher nicht der Einzige!

Warum ist es wichtig, sich zu engagieren?

Meiner Ansicht nach ist Engagement das, was Gesellschaften aufbaut, zusammenhält und verbindet. Ähnlich wie bei innovativen Unternehmensgründungen, geht es darum, sich selbst ins Geschehen mit einzubringen und produktiv zu werden, also Gesellschaft zu gestalten.

Aber verstehen Sie mich nicht falsch, Charity ist ein Weg, aber keinesfalls ein Ziel.

Man sollte vor Augen haben, dass eine Welt, in der Charity redundant geworden ist, eine wesentlich humanere wäre.

Was ist neu an dieser Idee?

Die junge Gründerkultur schreitet in Deutschland immer mehr voran, in der Tat ist die Anzahl an Unternehmensgründungen, an denen junge Menschen beteiligt sind, in den letzten Jahren enorm gestiegen. Allerdings gibt es in Deutschland nur sehr wenige, von jungen Menschen initiierte, gemeinnützige Organisation, die aktiv Entwicklungsprojekte unterstützt.

"Aktion Tagwerk" und "Schüler Helfen Leben" machen da durchaus eine Ausnahme, aber diese Projekte arbeiten größtenteils national und hier kommt das Besondere:

Die Mavericks Foundation wird ein internationales Netzwerk aus gleichgesinnten aufbauen, mit dem wir unsere Arbeit gemeinsam bestreiten wollen.

Haben Sie schon eine Ahnung, mit wem Sie das angehen wollen?

Durchaus, unser Team diskutiert gerade Kooperationsmöglichkeiten mit einer Vielzahl an jungen Leuten in Südkorea, mit denen wir zuvor schon sehr erfolgreich gearbeitet haben. Auch in Dänemark und Frankreich ist etwas geplant und nach Österreich haben wir ebenfalls gute Kontakte.

Sie sprechen über finanzielle Hilfe für Entwicklungsprojekte, wie finanziert sich die Mavericks Foundation denn?

Unsere primäre Finanzierungssäule ist natürlich das Fund-Raising. Wir sprechen sehr gezielt Unternehmen, Investoren und Stiftungen an, mit denen wir gemeinsam arbeiten wollen.

In den kommenden Monaten soll die Finanzierung sich stark vergrößern, wir werden dann kräftig Marketing betreiben und uns an verschiedenen Stellen um Förderungen bewerben. Außerdem wollen wir unsere Mitgliederwerbung ausdehnen, um unsere Arbeit auf lange Sicht selbst finanzieren zu können.

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Konkrete Ziele für Ende 2015 sind feste 1000 Mitglieder für unsere Sache gewonnen zu haben und unser erstes Projekt, eine Schulgründung in Uganda, ausfinanziert zu haben. Ein Team von uns wird im August zu unserem ersten Projekt nach Uganda reisen, die Arbeit dokumentieren und öffentlich zur Verfügung stellen, denn Transparenz ist für uns gleichzeitig Anspruch als auch Ziel.

Außerdem wollen wir gerne ein Konzept für ein interkulturelles Stipendienprogramm entwickeln und feste Kooperationen mit anderen juristischen Personen eingehen, denen der Begriff nachhaltiges und soziales Wirtschaften etwas bedeutet.

Wo sehen Sie dieses Projekt in 3 Jahren?

Drei Jahre sind eine lange Zeit. Wenn wir ambitioniert weiterarbeiten, so wie wir gestartet haben, werden wir innerhalb dieses Zeitraums eine Stiftung gründen, die ihre Arbeit langfristig und nachhaltig selbstständig finanzieren kann. Dann könnten wir auch eigene Projekte umsetzen und installieren.

Aber bis dahin ist es noch ein sehr langer Weg, jetzt geht es erst einmal darum, unsere Arbeit bis Ende 2015 erfolgreich zu gestalten.

„Mavericks"- Was bedeutet das eigentlich?

Im englischen Sprachgebrauch ist „Maverick" die Bezeichnung für Personen, die Unabhängigkeit im Denken und Handeln an den Tag legen, die nonkonformistisch und neu denken. Im Grunde sagt das alles über unsere Philosophie aus, wir glauben nämlich, dass diese Beschreibung vor allem auf die junge Generation zutrifft. Da unsere Unternehmung maßgeblich von jungen Menschen geführt wird, ist „Mavericks" da mehr als nur passend.

Welche Projekte können Teil Ihres Programms werden? Wer darf sich angesprochen fühlen?Angesprochen dürfen sich in erster Linie alle Projekte fühlen, die mit innovativen, modernen und frischen Methoden und Ideen versuchen, Umstände in Entwicklungsländern nachhaltig zu verbessern. Dazu gehören für uns vor allem Projekte aus den Bereichen Bildung und Umwelt. Unsere Bandbreite umfasst also die Gründung von Bildungsinstitutionen bis hin zur Unterstützung von regenerativen Energieprojekten. Auch Mikrokredite, z.B. für Landwirtschaft, finden wir interessant.

Was haben Sie aus früheren Projekten mitgenommen und auf was legen Sie bei Ihrer Arbeit besonders großen Wert?

Aus früheren Projekten habe ich persönlich vor allem Kontakte und Erfahrungen im Bereich der Koordination, Organisation und Konzeption mitgenommen. Am Anfang hat man immer erst eine Idee, dann muss man Menschen finden, die davon ebenso überzeugt sind und die Idee weiterentwickeln. Am Ende steht dann ein Konzept, das man umsetzen kann, im Team.

Teamwork ist für uns also der Schlüssel zum Erfolg, denn wir wollen die Dinge in einem möglichst freien und kreativen Umfeld gemeinsam angehen. Jeder soll seine Stärken einbringen, damit die gesamte Unternehmung vielfältig voranschreiten kann.

Djamil, danke für das Gespräch.

Die Mavericks Foundation e.V. ist ein eingetragener und gemeinnütziger Verein mit Sitz im Raum Düsseldorf. Hervorgegangen ist sie aus der internationalen Schülerinitiative des MoveForwardProjects.

Weitere Informationen finden Sie auf Facebook und auf der Homepage.