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28/02/2016 13:50 CET | Aktualisiert 28/02/2017 06:12 CET

Das Ende der EU - ein Glücksfall?

Nathan Warszawski

In einem Interview wird Manfred Gerstenfeld gefragt, ob ein Ende der EU für Israel günstig wäre. Manfred Gerstenfeld ist ein Wiener Israeli und Antisemitismus-Experte.

Auf Grund ungelöster fiskalischer Probleme und der unbeherrschbaren Massenimmigration aus Asien und Afrika steigt die Abneigung vieler, wenn nicht der meisten EU-Staaten rasant gegen eine starke und zentralistische Europäische Union an. Die EU, wie sie sich heute darstellt, hat keine Zukunft. Israel muss sich auf ein Ende der derzeitigen EU einstellen.

Ein Zusammenbruch der EU hat für Israel sowohl Vorteile, als auch Nachteile. Israel bräuchte nicht mehr mit einer mächtigen Organisation von 500 Millionen Einwohnern zu verhandeln, sondern mit kleineren Staaten. Dies ist vorteilhaft, wenn die Europäer sich in innere Angelegenheiten Israels einmischen wollen.

Wenn jedoch die EU vollständig auseinanderbricht, dann werden Staaten wie Schweden, die gegen Israel eingestellt sind, verstärkt gegen Israel vorgehen, da sie an keiner EU-Verpflichtung gebunden sind. Das könnte weitere Staaten der untergegangenen EU veranlassen, dem schwedischen Beispiel zum Schaden Israels zu folgen.

So betrachtet wäre eine Machtverringerung ohne ein Auseinanderbrechen der EU das Beste für Israel.

Man darf hinzufügen: Nicht nur für Israel, auch für die meisten Bürger der EU!

Die Bürger der EU verlieren allein wegen der zunehmenden Einwohnerzahl mehr Bürgerrechte, wenn die EU größer und mächtiger wird. Die Vergrößerung der EU verlangt nach einer Zentralisierung, ohne die der Koloss und Moloch von seinem eigenen Gewicht erdrückt werden würde. Eine Union mit verschiedenen einzelstaatlichen (demokratischen) Systemen, was Recht, Sprache, Kultur, Finanzen und Militär betrifft, ist selber nicht demokratisch. Genauso wenig demokratisch wie die Vereinten Nationen. Selbst Kriege zwischen einzelnen Staaten der EU sind vorstellbar. Das Beispiel Griechenlands, welches zur Rettung der europäischen Einheit ausblutet, sollte genügen, um eine zentralistische EU abzulehnen, unabhängig davon, dass sie von Deutschland dominiert wird.

Eine starke EU ist eine Gefahr für den Frieden in der Welt. Eine bipolare Welt, wie sie bis zum Fall der Berliner Mauer mit zwei Weltmächten, USA und Sowjetunion existiert hat, ist ein Friedens- und Überlebensgarant der Menschheit. Heute gibt es zu viele Weltmächte, die miteinander koalieren oder gegeneinander kämpfen. Neben den USA und Russland sind es China und Indien. Eine zentralistische EU würde auch hinzustoßen wollen. Man kann sich an den Fingern einer Hand abzählen, wann es zu einem erneuten Weltkrieg mit ungewissem Ausgang kommt. Die EU ist keine Friedensmacht, auch wenn sie dies uns glauben machen will. Die Geschichte Europas spricht eine andere Sprache.

Am Beispiel der EU bewahrheitet sich, dass das, was gut für Juden, auch gut für die Welt ist.

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