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10/10/2013 04:45 CEST | Aktualisiert 10/12/2013 06:12 CET

Benimmregeln einer Etikette-Expertin, Teil eins

Viele beklagen, dass die Höflichkeit im täglichen Leben immer kürzer kommt und der Umgangston oft sehr rauh ist. Doch manch einer, der sich dem Trend wiedersetzen will greift vor lauter gutem Willen auch daneben.

Hände wirklich immer auf dem Tisch?

„Muss man denn die Hände denn wirklich immer auf dem Tisch haben?" so werde ich sehr oft gefragt. Müssen tut man gar nichts - doch Hände oberhalb der Tischkante zu haben und das während der ganze Zeit am Esstisch, das ist tatsächlich gute abendländische Esskultur. Hier geht es nicht darum, dass die Hände irgendwie steif auf dem Tisch liegen oder in einer bestimmten Position sind. Manch einer wird sie links und rechts neben dem Besteck haben, ein anderer hat sie eher direkt vor sich, der eine hat eher nur die Finger auf dem Tisch, der nächste die ganze Hand. Wichtig ist nur, dass sie auch während der Essenspausen auf dem Tisch sind, also sichtbar und nicht unter dem Tisch verschwinden. Ebenso gilt, dass nicht der ganze Unterarm auf dem Tisch ruhen sollte, sondern man die Arme nur bis etwa Manschettenhöhe ablegt.

Wohl dosierte Höflichkeitsformulierungen

Viele beklagen, dass die Höflichkeit im täglichen Leben immer kürzer kommt und der Umgangston oft sehr rauh ist. Doch manch einer, der sich dem Trend widersetzen will greift vor lauter gutem Willen auch daneben. Die Bitte „würden Sie so lieb sein und mir das Brot reichen" versteht jeder als besonders höflich - der Konjunktiv macht die Sprache nun einmal weicher. Doch wer sagt „ich würde Ihnen gerne vorschlagen, dass wir uns einmal bei uns zu einem Schoppen treffen" der bringt mit seinem Wunsch nach Höflichkeit den anderen in Verlegenheit: War das nun eine Einladung oder ist es so zu verstehen, dass der andere einen ja einladen würde, aber ... es anscheinend Gründe dagegen gibt? Verpacken Sie also Bitten und Fragen in ein wenig Watte und verwenden Sie hier den Konjunktiv, doch achten Sie auch darauf, dass hier kein Missverständnis entsteht.

Tiefe Einblicke - ungewollt?

Wie tief eine Dame in ihr Dekollete einblicken lassen möchte, das ist glücklicherweise heute jeder Frau selbst überlassen - zumindest im Privatleben ist es ihre eigene Entscheidung. Doch viele Frauen ahnen gar nicht, dass sie viel von sich zeigen... immer wieder kann man feststellen, dass eine Frau eher ganz schlicht gekleidet mit Rock oder Hose und einer Bluse kommt. Doch wenn sie sich setzt, dann verändert sich der Sitz der Bluse und leider sind heute viele Blusen so, dass die Knöpfe recht weit auseinander stehen und auf einmal sieht der Nachbar auf den BH der Dame... das ist dann oft peinlich - denn wenn man die Person nicht gut kennt, dann mag man das vielleicht nicht ansprechen. Deshalb der Tipp: Wenn Sie eine Bluse kaufen, probieren Sie diese nicht nur im Stehen, sondern auch im Sitzen an!