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10/10/2013 04:45 CEST | Aktualisiert 08/12/2013 06:12 CET

Benimmregeln einer Etikette-Expertin, Teil 2

Freunde, die viel und gerne lesen freuen sich fast immer über Gutscheine des örtlichen Buchhändlers und für uns ist es selbst bei guter Bekanntschaft meist unmöglich ganz genau zu wissen, was diejenigen schon gelesen haben oder was sie gerne lesen würden.

Alles was fliegt...

Immer wieder hört man die Idee, man dürfe alles mit der Hand essen, was Flügel habe. Doch das ist nicht so. Sonst würde man sowohl eine Weihnachtsgans als auch Entenbrust mit den Händen vom Teller nehmen und herzhaft hineinbeißen. Das mag bei einem Mittelalter-Esser oder ähnlichem passend sein, an einem normalen Tisch ist es jedoch nicht üblich. Schließlich werden die meisten Geflügelgerichte mit Sauce und Beilagen serviert und - das ist ein deutliches Merkmal - es steht auch keine Fingerschale dazu bereit. Wer also zu einer Stehparty oder zum Picknick im Sommer einlädt, der wird gebratene Hühnerkeulen am Ende ein wenig umwickeln, hier greift manch einer dann zu Recht mit der Hand zu. Doch bei Tisch isst man nur die Beinchen von Kleingeflügel mit den Händen, so zum Beispiel bei Wachteln oder Wildtauben.

Gutscheine - ein liebloses Notgeschenk?

Lieblos ist es nur dann, wenn der andere den Eindruck bekommt, ich war für alles andere einfach zu faul, ich wollte mir weder Gedanken machen noch die Geschäfte ablaufen. Schenke ich jedoch einer Freundin einen Gutschein für eine Wellnessbehandlung und die Karte dazu sagt noch einmal, wie sehr ich ihr nach dem anstrengenden Jahr und der besonders stressigen Zeit im November/Dezember vor allem Erholung wünsche, dann kommt doch (hoffentlich!) an, dass ich es wohlüberlegt so gemacht habe. Freunde, die viel und gerne lesen freuen sich fast immer über Gutscheine des örtlichen Buchhändlers und für uns ist es selbst bei guter Bekanntschaft meist unmöglich ganz genau zu wissen, was diejenigen schon gelesen haben oder was sie gerne lesen würden.

Ohne Berührung

Egal, ob wir in lockerer Runde am Tisch jemandem etwas Wasser nachschenken oder ob es ein Schluck Wein beim Essen ist: Die Flasche darf mit dem Flaschenhals niemals das Glas berühren. Leider sieht man das recht oft. Vermutlich fürchtet sich manch einer, er würde etwas vom Getränk versehentlich auf den Tisch tropfen und will so auf Nummer sicher gehen. Doch wer aufsteht, das Glas des anderen ein wenig anhebt, vorsichtig die Flüssigkeit in die Mitte des Glases gießt und dann am Schluss die Flasche ein wenig dreht - der kann eigentlich nicht viel falsch machen. Wer ganz sicher gehen will, der kann um den Flaschenhals eine kleine weiße Papierserviette drehen - so kann auch ganz sicher kein Tropfen daran herunterlaufen.