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04/02/2016 04:11 CET | Aktualisiert 04/02/2017 06:12 CET

Für ein Rauchverbot in Familienkutschen

ClarkandCompany via Getty Images

Gestern, im Park. Wir sitzen mit unseren Süßen (1&3) auf einer Bank und essen Brote. Eine Frau gesellt sich zu uns, nimmt neben uns Platz, direkt neben dem 1-Jährigen - und zündet sich eine Zigarette an. Ich glaube, sie merkte nicht einmal, was sie da tut: Sie qualmte unserem Kleinstkind, das sein Essen genießen wollte, mitten ins Gesicht. Geht's noch?

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Schade eigentlich, dass wir in Deutschland Rauchern nicht verbieten können, sich derart rücksichtslos zu verhalten, dachte ich mir da. Es gibt glücklicherweise immer mehr Gesetze, die den Nichtraucherschutz betreffen - eins für gutes Benehmen gibt es noch nicht.

In Großbritannien werden sowohl der Nichtraucherschutz als auch das Benehmen weiter reguliert: Seit 1. Oktober darf auf der Insel nicht mehr in einem Auto gequalmt werden, wenn Minderjährige drin sitzen. Auch nicht, wenn ein Fenster geöffnet ist. Wer nicht vom Glimmstengel lassen kann, auch nicht in Anwesenheit von Kindern, sollte vielleicht ein Cabrio kaufen: das bildet die Ausnahme von der Regel, Cabriofahrer dürfen weiter rauchen.

Mit jedem Atemzug gelangen so viele Giftstoffe in ihre jungen Lungen, die schlimme, auch todbringende Krankheiten verursachen können.

Jedenfalls bravo, Ihr Briten: Durch das neue Gesetz sorgt Ihr dafür, dass Kinder und Jugendliche den Gefahren, die durch Passivrauchen entstehen, zumindest im Auto nicht weiter ausgesetzt sind. Für sie ist Passivrauchen nämlich besonders schädlich: Sie atmen schneller und ihr Körper wächst und entwickelt sich noch. Mit jedem Atemzug gelangen so viele Giftstoffe in ihre jungen Lungen, die schlimme, auch todbringende Krankheiten verursachen können.

In Deutschland konnte sich ein solches Gesetz bislang nicht durchsetzen. Als Argument heißt es immer wieder, dass die meisten Raucher schon wüssten, dass sie nicht mit Kindern als Mitfahrer qualmen sollten. Der Staat müsse nicht alles regeln, gerade die Dinge nicht, die selbstverständlich seien.

Ich bezweifle ja, dass die Frau, die neben meinen Kleinkindern auf der Parkbank geraucht hat, im Auto Rücksicht nehmen würde. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, würde ich es begrüßen, wenn die Gelegenheiten, in denen sie passiv rauchen, auf ein Minimum begrenzt werden würden.

Seid Ihr für ein gesetzlich geregeltes Rauchverbot in Familienautos oder findet Ihr, der Staat soll sich nicht in alle Belange des Lebens einmischen?

Der Beitrag erschien zuerst auf http://mama-und-die-matschhose.de/

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