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08/05/2015 06:23 CEST | Aktualisiert 08/05/2016 07:12 CEST

Lesen reduziert Stress

Bereits vor einigen Jahren hatten Forscher der Universität Sussex in einer Untersuchung festgestellt, wie stark das Lesen eines Buches sich auf das Stress-Level des Lesers auswirken kann. Ein Forscherteam hatte versucht, die Auswirkung von verschiedenen Entspannungsarten zu messen.

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Lesen ist nicht nur ein Hobby, welches man nahezu überall, an jedem Ort und zu jeder Zeit ausführen kann: es ist auch mit einer ganzen Reihe positiver Eigenschaften in Verbindung zu bringen.

Bereits vor einigen Jahren hatten Forscher der Universität Sussex in einer Untersuchung festgestellt, wie stark das Lesen eines Buches sich auf das Stress-Level des Lesers auswirken kann. Ein Forscherteam um den bekannten Neuropsychologen Dr. David Lewis hatte versucht, die Auswirkung von verschiedenen Entspannungsarten zu messen.

Lesen reduziert Stress

Dabei ging es um typische Tätigkeiten, die Menschen selbst zur Entspannung und zur Stressbewältigung beginnen, zum Beispiel Musik hören, Tee trinken, spazieren gehen oder das Lesen eines Buches.

Lewis Spezialgebiet der Experimentalpsychologie verglich dabei die Wirkung, die die einzelnen Tätigkeiten auf die Studienteilnehmer hatten. Das Ergebnis war zwar nicht repräsentativ, wohl aber sehr aussagekräftig: Beim Musik hören sank das Stresslevel um 61 Prozent, beim Tee oder Kaffee trinken um 54 Prozent, beim Spazieren um 42 Prozent.

Einen Spitzenwert erlangte das Lesen mit einem 68 Prozent niedrigerem Stresslevel. Das Spielen eines Computerspiels senkt den Stress übrigens nur um 21 Prozent. Auch Zucker hat einen Einfluss auf das Stresslevel.

Die 6-Minuten-Regel

6 Minuten Lektüre müssten es aber schon sein. Dabei ist es nahezu egal, um welche Art Literatur es sich handelt. Wichtig ist für den Stressabbau vielmehr, dass man eine zusammenhängende Geschichte verfolgt. Das Zeitungslesen allein bringt den gewünschten Effekt also noch nicht. Das hängt damit zusammen, dass man sich in eine Geschichte vertiefen soll, um den Stress merklich abzubauen.

Bei kurzen Artikeln in Zeitschriften oder im Web fehlt es vor allem an der Länge der Beiträge, so dass man sich zu schnell wieder auf ein weiteres Thema fixiert. Außerdem ist das Medium von grosser Relevanz. Es ist zwar egal, ob man ein gedrucktes Buch oder ein eBook-Reader in den Händen hält.

Aber eine Zeitung, eine Zeitschrift, oder ein Internet-Artikel mit weiteren Bildern und Ablenkungen in Form von weiteren Artikeln oder Werbung stören die Fokussierungsphase. Aber auch dabei gibt es den gewünschten Effekt, solang man sich nicht zu sehr ablenken lässt und sich auf den Text konzentriert.

Die Entspannung kommt zustande, da das Gehirn sich auf eine Tätigkeit fokussiert - und „abschalten kann", wie man im Volksmund sagt. Sobald dieser Effekt einsetzt, entspannen sich die Muskeln im gesamten Körper und der Stress weicht. Körperliche und geistige Effekte gehen dabei Hand in Hand.

Weitere Effekte

Andere Studien hatten weitere interessante Effekte belegt. Wer regelmässig bis in das hohe Alter anspruchsvolle Texte liest (Romane, Krimis, Fachbücher, Lyrik) verlangsamt einen altersbedingten Gedächtnisverlust messbar (veröffentlicht im Magazin Neurology, via Wall Street Journal).

Lesen gehört daher in Neuseeland zu einem "Fitnesstrend" - dort treffen sich Bücherfreunde regelmässig in Cafés, um in geselliger Runde zu lesen. Geredet oder gar diskutiert wird bei diesen Terminen aber nicht. Es geht nur um das Lesen, um die damit verbundene Entspannung und all den positiven gesundheitlichen Effekten.

Außerdem macht das Lesen bestimmter Literatur zudem emphatischer, fanden Forscher heraus. Menschen, die Belletristik lesen, sollen laut einem Fachartikel in dem Magazin Science treffender die Stimmungslage ihrer Mitmenschen deuten können.


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