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04/09/2015 12:07 CEST | Aktualisiert 04/09/2016 07:12 CEST

Künstler-Duo MUSÉ hilft Flüchtlingen

Francis Flurin und Halea Isabelle Kala

Einwegkameras für Flüchtlinge

Seit dem Frühjahr 2015 arbeiten wir, das MUSÉ Künstler-Duo Francis Flurin und Halea Isabelle Kala, mit sechs in Berliner Heimen lebenden Flüchtlingen aus Aserbaidschan, Afghanistan, dem Kosovo und Syrien.

Wir stellten ihnen Einwegkameras mit jeweils 27 Bildern zur Verfügung. Alle 6 der teilnehmenden Flüchtlinge erhielten somit dasselbe Instrument, mit dem sie über eine Woche hinweg ihren Alltag festhalten konnten, einzig und allein mit dem Briefing, ihr gegenwärtiges Leben zu dokumentieren.

Mit diesem Projekt wollten wir, dass Flüchtlinge ihren Alltag selbst einfangen und fotographisch darstellen, so wie sie ihn erleben - die Normalität und die alltäglichen Eindrücke und Freuden ihres hiesigen Lebens.

Ein-BLICK und AUGEN-BLICK

Sie vermitteln, wie sehr sie sich wünschen, nicht nur als Opfer wahrgenommen zu werden, sondern als Menschen, die selbst unter extremen Umständen Alltagsrituale für sich kreieren und leben... und träumen, lachen und lieben. Ungefiltert und nicht manipuliert durch das Einrahmen der Medien, wollen wir einen Ein-BLICK in das Flüchtlingsleben gewähren. Einen BLICK durch ihre AUGEN, in diesem AUGENBLICK.

Über das Einwegkamera-Projekt AUGEN-BLICK hinaus hat Halea in Kollaboration mit Francis ein Portrait des teilnehmenden Flüchtlingskünstlers aus Aserbaidschan, Huseynaga Gasanov (15), mit geschlossenen Augen, gemacht.

Das Portrait wurde auf dünnem, bunten Stoff gedruckt woraus 5 Fahnen entstanden sind. Dieses Portrait auf den Flaggen ist ein Teil des 'Time To Muse' Projekts, einer fortlaufenden Fotografie-Initiative, die Halea bereits 2013 in London als Teil des Inside Out Projects des Künstlers JR ins Leben rief.

Bewusstsein schaffen

Das Portrait versinnbildlicht einen Appell, innezuhalten, Bewusstsein zu schaffen und sich dem Nachsinnen hinzugeben. Zugleich untermalt es den Wunsch nach Normalität in den Leben derer, die sich auf ihrer erschöpfenden Reise danach sehnen, endlich anzukommen.

Die Fahnen symbolisieren eine Auflösung des Nationalstaates sowie eine Vereinigung der Menschheit, fernab von dem Konstrukt künstlich generierter Grenzen. Frei im Wind wehend, steht Huseynaga nun allein für sich selbst, statt seinem Heimatland oder medialer Narrativen untergeordnet zu sein.

Eine Auswahl von Bildern wurde dieses Jahr bereits bei einer Soli-Ausstellungs-Party im Bootshaus am Spreeacker, sowie im Rahmen der Berlin Design Night im KAOS in Oberschöneweide, auf dem diesjährigen Fusion Festival und im SAGE Beach ausgestellt. Die Fahnen-Portraits wurden zum Teil auch auf einem Teil der Ausstellungen präsentiert und werden langfristig im SAGE Beach und im YAAM Berlin entlang der Spree zu sehen sein.

Wer wir sind.

Über uns und Motivation: Das Flüchtlingsthema war und ist in aller Munde, dringt selbst in die abgelegensten Dörfer und themen-fremde Plattformen vor, und doch blieb es bis zu dem Zeitpunkt für uns eine abstrakte Idee, sodass wir uns bei dem Versuch, das Ausmaß zu begreifen und den Geflohenen als Menschen zu begegnen, naiv und ohnmächtig fühlten. Aus diesem Wunsch heraus entstand das Projekt AUGEN-BLICK.

MUSÉ ist eine transmoderne Plattform und stetig wachsende Gemeinschaft von Kreativen und Freigeistern, die sich transdisziplinären Veranstaltungen und künstlerischen Produktionen widmet.

Die Transmoderne beschreibt die neue Ära und holistische Bewegung, in der wir uns gegenwärtig wiederfinden. Dieses Konzept stellt die treibende Kraft der MUSÉ Philosophie dar, ermöglicht einen erleuchtenden und katalysierenden Austausch, und fördert somit nachhaltige Verbundenheit.

Francis und Halea sind zwei aus Berlin stammende, engagierte und aufstrebende junge Leute. Francis ist, wenn er sich nicht gerade mit der Kunst auseinandersetzt, im Social Entrepreneurship Bereich tätig. Halea ist Künstlerin, Filmemacherin und Creative Director von MUSÉ.

its.timetomuse@gmail.com

www.timetomuse.com

fb.com/timetomuse

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