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08/03/2016 13:09 CET | Aktualisiert 11/03/2017 06:12 CET

Konflikte in der Hippiezeit

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Fortsetzung zu: Ärger in der Schule in der Hippiezeit

Ich habe einen wunderschönen Abend mit Babs verbracht. Sie war bei uns, wir hatten noch Kuchen und so haben wir es uns richtig gemütlich gemacht, mit Kaffee und Kuchen und nachher Asbach Cola und viele Zigaretten. Wir haben über alles, das heißt, über fast alles gesprochen. Die Sache mit mir und Mick darf sie nie erfahren.

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Babs weiß alles! Als sie mir heute von ihrem neusten Abenteuer mit Tonti erzählte, da konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Ich schrie sie an. Ich möchte nicht wiederholen was ich alles gesagt habe. Unter anderem habe ich sie als Nutte bezeichnet. Ich habe immer wieder von dem armen Mick gesprochen, da hat sie es gemerkt.

Sie wurde plötzlich ganz ruhig, vorher hatte sie nur geschrien. „Sag mal, Assi, liebst du Mick?" Was sollte ich schon sagen? Ich hab's zugegeben. Sie sagte nur: „Ach so, na ja, dann kann ich dich verstehen. Ich habe mich auch immer schon gewundert, warum du dich so für ihn einsetzt.

Aber keine Sorge, ich werde ihn nicht weiter betrügen. Ich werde Sonntag mit ihm Schluss machen." Und dann ziemlich fies: „Aber glaube bloß nicht, dass du ihn kriegst. Das packst du nie."

Wir werden sehen, Babsy, wir werden sehen. Bis Sonntag sind es noch drei Tage, mir wird schon noch was einfallen. Und wenn Mick mich verarschen sollte, ich weiß jetzt ganz genau, einen Abend werde ich ihn für mich haben.

Ganz bestimmt, ich saufe mir einen an und dann klappt das schon. Vielleicht geht's mir nachher besser, vielleicht auch schlechter, das ist ganz egal. Hauptsache, er hat mich einmal geküsst.

Mit ihm gehen kann ich sowieso nicht. Er hat mit Babsy geschlafen und Babs ist meine Freundin, trotz allem. Ich will sie nicht verlieren, eine Freundin haben ist wichtiger als einen Freund. Eine Freundin, mit der man alles bereden kann, Scheiß machen kann und so weiter.

Ich weiß ganz genau, wenn ich mit Mick gehen würde, dann würde Babsy das irgendwie kaputtmachen. Sie könnte das bestimmt nicht haben und ich auch nicht. Und ich weiß, wenn ich mit Mick gehen würde, dann würde ich auch mit ihm schlafen. Und sie jeden Tag sehen und wissen, dass sie es auch mit ihm gemacht hat, das könnte ich nicht ertragen.

„Assi, kannst du mal eben nach Schöler gehen und Pommes holen?" Okay, Mama, mach' ich, Schöler ist übrigens die Pinte, wo Babs arbeitet. Vielleicht ist sie ja da. Bis dann.

Nein! Babsy ist wirklich eine Nutte! Mich haut's um. Ich hab' sie sofort entdeckt, als ich 'reinkam. Sie stand an der Theke und ein Mann, bestimmt 50, packte ihr unter den Rock. Sie lachte nur und ging weiter. Sie kassiert bestimmt ein prima Trinkgeld von dem. Dann drehte sie sich um und kam auf mich zu.

Ich denk' mich kriegen sie. Sie trug eine weiße durchsichtige Bluse und darunter einen schwarzen BH. Und der Rock war der kürzeste, den ich je an Babs gesehen habe und Babs trägt schon immer kürzer als kurz.

Sie lachte mich an: „Was guckst du denn so? Gefall ich dir in dieser Aufmachung nicht?" Sie war stark geschminkt. „Doch", sagte ich und „kann ich Pommes haben?", um schnell wegzukommen. Ich musste aber noch zehn Minuten warten. In der Zeit konnte ich Babs beim Bedienen beobachten.

Jetzt weiß ich, wie sie zu so hohen Trinkgeldern kommt, es war mir bisher ein Rätsel. Sie flirtet mit jedem und bückt sich so, dass man den Slip sieht. Ich bin total schockiert. Ist das noch meine Freundin Babsy, die in der Schule immer so artig und unschuldig am Pult sitzt? Ich kann einfach nicht fassen, wie ein Mensch so verschieden sein kann.

Und da beschwert sie sich, wenn Mick mal eifersüchtig war. Ob die wohl spinnt? Oh, bitte, bitte Babsy, mach' mit Mick Schluss. Es ist besser er hat gar keine Freundin, als dass er mit dir geht. Ich will auch auf ihn verzichten, wenn du endlich Schluss machst.

Mick tut mir ja so unwahrscheinlich leid. Oh, Babsy, ich habe dich wirklich gern, aber jetzt im Augenblick schäme ich mich, deine Freundin zu sein.

Jetzt weiß ich auch, warum alle so schlecht über dich reden und warum Mama es nie so gerne sieht, wenn ich mit dir zusammen bin, auch wenn sie sagt: „Du musst selber wissen, was du machst." Oh, Babsy, ich möchte dich ändern, aber dazu habe ich kein Recht und ich kann es auch nicht. Babsy, du bist ja genau wie deine Mutter!

Über dich wird man sich auch eines Tages das Maul zerreißen. Ach, Babsy, ich denke immer, wir können über alles reden, aber wenn ich dir dieses sagen würde, dann wärst du bestimmt sehr sauer auf mich, darum sag ich es dir lieber nicht. Ich habe Angst, große Angst um dich.

Morgen ist Sonntag. Babsy sagte, sie will dann mit Mick Schluss machen. Morgen ist Jugendtanz, Babsy und ich werden hingehen, Tonti trifft sie erst Montag wieder. Morgen werde ich vielleicht Mick sehen? Morgen wird Mick vielleicht zum Jugendtanz gehen?

Morgen werde ich mich besaufen. Morgen werde ich alles versuchen, um Mick zu kriegen. Morgen werde ich mich an ihn 'ranschmeißen. Das klingt schrecklich. Richtig nuttenhaft.

Ich muss das Wort Nutte aus meinem Wortschatz streichen. Babsy ist keine Nutte. Nutten gehen für Geld mit Männern ins Bett und das macht Babsy nicht. Morgen wird alles anders sein, morgen werde ich nicht über das Problem Babsy nachdenken, morgen werde ich auf Mick hoffen.

Morgen werde ich vielleicht sehr glücklich sein. Morgen werde ich vielleicht sehr traurig sein, weil Mick nicht kommt oder weil ich es nicht pack.

Aber er kommt doch immer zum Jugendtanz, wenn er frei hat, damals als Babsy ihn mit diesem kleinen Scheißer betrogen hat, da musste er arbeiten. Morgen aber, morgen hat er frei, das weiß ich von Babsy. Morgen werde ich ihn sehen, ich fühl' es, ich weiß es.

Morgen werde ich Mick lieben. Morgen werde ich ihm sagen, dass ich ihn liebe. Nein, das geht nicht, das kann ich nicht machen, ich mache mich ja nur lächerlich. Na und, dann mache ich mich eben morgen lächerlich. Morgen mache ich mich lächerlich.

Ich wollte gerade schlafen gehen und habe dieses noch mal durchgelesen. Das ist ja wohl der größte Scheiß, den es gibt. Ich werde die Seite besser raus reißen.

Zehn Minuten später: Morgen werde ich es riskieren. Morgen, morgen!!!

Ich habe Babsy heute Mittag angerufen. Sie sagte: „Alles klar. Bahn frei für dich! Aber du packst das sowieso nicht. Mick liebt nämlich nur mich. Er wird sicher heute Abend saufen. Er ist ziemlich down. Tut mir ja leid. Aber daran kann ich ja nichts ändern. Armer Mick, er liebt mich so sehr und ich liebe Tonti." Alles klar. Bahn frei! Okay, Bahn frei. Ich bin ja so auf heute Abend gespannt.

Fortsetzung folgt! Teenager in der Hippiezeit - Folge verpasst?

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