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22/12/2015 07:39 CET | Aktualisiert 22/12/2016 06:12 CET

"Endlich habe ich es erkannt": Das sind unsere wahren Helden

BananaStock via Getty Images

Ich möchte meine Bewunderung aussprechen. So allmählich aus Erfahrung, aus Beobachtung, aus Recherche, nicht aus Gesellschaftserziehung, nicht aus einem Trend heraus, kam ich in den letzten Jahren zu einem Helden der Menschheit, ohne den die Welt farblos, das Leben geschmacklos, die Menschheit seelenlos und ich atemlos wären. Der größte Held aller Zeiten ist für mich die Frau.

Seit Anfang der Menschheitsgeschichte war die Frau als kollektive Präsenz unterdrückt. Irgendwie hat der Mann von jeher es geschafft, die fast Hälfte der Erdbevölkerung mit gar keinen oder wenigen Rechten abzuspeisen. Irgendwie hat die Frau es auch geschafft, dies zu ertragen und den Mann dennoch zu überleben.

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Kurze Epochen in einigen Kulturen brachten immer wieder neue Rechte der Frau hoch, die aber dann wieder untergingen. Das Paradebeispiel ist der Islam. Vor ca. 1400 Jahren brachte Mohammad (saws) der Frau das Bildungs-, Erb-, Wahl-, Eigentums-, Scheidungsrecht usw.. Nun, was machen einige Muslime dennoch im Namen des Islams jetzt? Schande.

Die wahre Heldin


Ich bin zugleich auch beschämt, lange Zeit nicht erkannt zu haben, wer die wahre Heldin ist. Jahrtausende lang unterdrückt zu sein und uns Männer dennoch irgendwie noch mit einem Lächeln empfangen, erfordert eine unbeschreibliche Größe, eine Fähigkeit zum unermesslichen Erbarmen.

Die Menschheitsgeschichte ist voll von Kriegshelden, von Gräueltaten, vieler männlicher Wahnsinnigen, deren phänomenale Beschränktheit in den Geschichtsbüchern sogar gepriesen wird. Doch wer blieb beim Wiederaufbau übrig? Es war die gebrochene Frau, ihrer Lieben geraubt, mittellos allein gelassen.

Immer wieder raffte sie sich zusammen, weinte um die Vergangenen und hob mit Tränen in den Augen den Stein zum Wiederaufbau. Sie hungerte selbst und ernährte die Kinder als Erinnerungen der Lieben. Heimlich weinte sie machtlos. Trotz Beraubung jeglicher Lebenslust zwang sie sich zum Überleben und half den Hilflosen.

Ich bin der Mann, der Schuldige.

Als seelenlos bezeichnet, als Hexe verunglimpft und dann verbrannt, denunziert nur auf ihre Schamgegend und auch dann eingekerkert mit Keuschheitsgürtel, der Freiheit beraubt, von der Außenwelt abgeschottet, mal eingehüllt in Sicht behindernden Vollschleier, mal ausgezogen bis auf die nackte Haut, mal der Lust wegen begehrt, mal der Unreinheit wegen abgelehnt, war die Frau u.a. in Millionen von Frauenwitzen der Mittelpunkt und der Dauersündenbock im Alltag, meist aber unter der Gürtellinie. Und sie versucht dennoch immer wieder, uns Männern das Leben schöner zu machen. 

Meine Mutter liebt mich immer noch, obwohl ich ihr immer wieder die Schuld an meinem nichtigen Dasein gebe. Meine Schwester freut sich immer noch, wenn sie mich sieht, obwohl ich von ihren kostenlosen Ratschlägen sichtbar genervt bin. Meine Mitspielerinnen weisen mich nicht ab. Meine Mitschülerinnen schlagen mich nicht.

Meine Kommilitoninnen lachen mich nicht aus. Sogar meine Frau gibt ihre Liebe verbal zu, obwohl ich nichts unterlassen habe, ihre Träume von einem besseren Leben zu zerstören. Meine Arbeitskolleginnen sind es nicht, die mich cholerisch anschreien. Und meine Töchter platzen vor Freude, sobald sie mich sehen, obwohl ich für sie fast nie da bin. Ich bin der Mann, der Schuldige. 

Bewunderung für die Frau


Ich möchte also heute in aller Öffentlichkeit meine Bewunderung aussprechen für die Frau: Es tut mir für all das leid. Du bist die eigentliche Schöpfung, ich bin farblos. Du bist die Seele selbst dieses Daseins.

Du bist das schönste Gefühl, welches jemand haben kann. Du bist das beste Gemälde, welches jemand je malen könnte. Du bist das schönste Wort, welches je ausgesprochen wurde, der befreiendste Atemzug, der je eingeatmet wurde. Du bist für mich diejenige Träne, die den schlimmsten Menschen von seinem erdrückenden Gefühl befreien kann. 

Unter deinen Füßen will ich mein Paradies suchen, in deinem Herzen will ich Ruhestätte erlangen. In deinen Armen möchte ich sterben, den Anblick deiner Augen möchte ich als letzte mögliche Erinnerung aus dieser Welt mitnehmen. Ich verneige mich vor Dir.

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